Denken im Kreis

Seit Tagen drehen sich die Gedanken um das O. Ich hatte das für mich immer ausgeschlossen, finde die Originalidee noch immer menschenverachtend und #bescheuert. Sub in einer D/s-Beziehung sein, ja, ok. Gerne, so hab ich mich gesehen, das ist auch machbar. Aber eine O, das geht tiefer, das fühlt sich eher nach einem Eingriff in meine Persönlichkeit an.

Die klassische O. Willenlos, tabulos, benutzbar, ein Objekt, in Form gebracht, dadurch austauschbar. Verlockend, weil so allumfassend, so behütet. Gefährlich, weil in den falschen Hände Freiwild und Opfer. Nein. Niemals.

Allerdings, übertragen in die Realität, mit dem richtigen Herrn…

Es hat etwas gedauert, bis diese Idee sichtbar wurde, bis ich diese schwarz-weiß Vorlage der O an meine bunte Realität anpassen konnte. Mittlerweile hat es sehr deutlich „Klick“ gemacht, und ich weiß, dass ich das möchte, ich bin mir sicher. Angst ist dennoch da und wird auch erstmal bleiben, aber ich habe Zeit und Gelegenheit, mich damit auseinanderzusetzen.

Es stellt sich mir DIE Frage: warum möchte ich das, was ist meine Motivation?

Bei der klassischen Antwort „Aus Liebe, ich möchte meinem Herrn gefallen!“ krieg ich spontan Augenzucken. Aus Liebe würde ich das einige Zeit durchhalten, aber irgendwann wäre dieser Rausch aufgebraucht und ich fänd‘ mein eigenes Verhalten schlichtweg lächerlich. Und damit wäre es vorbei.

Das wäre nichts anderes als ein Rollenspiel. Aber ich spiele nicht. Ich bin. Und ich möchte so sein.

Ich möchte das für mich, um einen Teil von mir freier zu entfalten, der bisher kaum Raum findet. Ich möchte das, weil sich der Gedanke sehr richtig anfühlt. Ich möchte das, weil ich mir jahrelang sicher war, dass ich das niemals könnte und ich diese Hürde nehmen möchte. Ich möchte das für mich, weil es mich stärker machen wird.

Ich möchte das, weil es mich so verdammt stolz machen wird.

Und ja. Ihn vermutlich auch 😉

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