Der Kuss

Er hatte mal wieder zu einer Party geladen. Sie legendär zu nennen wäre übertrieben, aber es gab einen gewissen Ruf und er bemühte sich stets, den Gästen etwas besonderes zu bieten. Mal gab es Sushi vom lebenden Objekt herunter, mal professionelle Shibari-Künstler, die eine kurze Vorstellung gaben. Diesmal sollte ich ein Teil des Programms sein.

Das mag jetzt komisch klingen, aber ich hatte tatsächlich trainiert für diesen Abend. Ein Krampf in der Kiefermuskulatur oder im Rücken wäre jetzt nicht unbedingt von Vorteil gewesen, daher war ich vorbereitet, als ich das für die Party gemietete Studio an diesem Tag erreichte. Ich mochte es hier, mochte die Atmosphäre. Der Raum, in dem seine Party hauptsächlich stattfinden sollte war recht groß und dunkel, aber edel eingerichtet. Die großen Tische mit den schweren Stühlen passten zu den dicken Holzbalken an der Decke und dem einen, der die Decke abstützend mitten in im Raum stand.

Die anderen Subs, die an diesem Abend mit mir zusammen unserem Herrn dienten, waren schon da und richteten die Tische ein. Mein niedriger, roter Hocker stand bereits vor dem schwarzen Balken.

Ich begrüßte kurz die anderen Mädels, bevor ich mich auf in die Küche machte, wo ich unseren Herrn vermutete. Tatsächlich probierte er sich gerade durch die Speisen. “Guten Abend, mein Herr, verzeihen Sie mir bitte die Verspätung!“. Nach meinem Kuss auf den Ring an seiner linken Hand sah er auf die Uhr. “Naja, die paar Minuten. Wir haben ja genug Vorlaufzeit eingeplant.“ Er strich mir über die Lippen. “Du bist bereit für deine heutige Aufgabe?“ – “Natürlich, Herr!“ – “Gut. Dann nimm dir etwas zu essen und mach dich fertig. In 45 Minuten geht es los.“ Ich schnappte mir einen Teller und sammelte eine Runde des Fingerfoods ein.

Nach dem Essen verschwand ich in einen der Waschräume. Zähne putzen, Make up auflegen, Strümpfe anziehen, Halsband und Manschetten umlegen. Ich nahm mir eines des großen schwarzen Handtücher, die bereit lagen und begab mich zu meinem Arbeitsplatz für diesen Abend. Das Handtuch ordentlich über den Hocker gelegt, setzte ich mich darauf und wartete. Es war kurz vor neun und es dauerte nur wenige Sekunden, bis mein Herr auf seinem letzten Kontrollgang vorbei kam. “Dann will ich dich mal festmachen. Hände nach hinten.“ Mit einem Karabiner verband er die Handfesseln hinter dem Pfosten, die am Knöchel wurden an den Beinen des Hockers befestigt. Zuletzt kam die Augenbinde. “Ich wünsche Dir einen schönen Abend, mach mir keine Schande, Mädchen!“ Ein letzter Kuss, ein letztes gerade Hinsetzen, dann ging es los.

Nach und nach trudelten die Gäste ein. Einige Stimmen kamen mir bekannt vor, andere waren mir vollkommen neu. Ich kannte den Zeitplan und wusste daher, dass es ungefähr 21:25 Uhr sein musste, als mein Herr das kleine Glöckchen ertönen ließ und um Ruhe bat. Er begrüßte die Gesellschaft, und verkündete die Spezialität des Abends. Zum einen der Sternekoch, der das exquisite Fingerfood zubereitet hatte, und ich hörte, wie die anderen Subs den Raum betraten um die Platten mit dem Essen auf dern Tisch zu arrangieren. Und zum anderen mich. Ich spürte seine Hand auf meinem Kopf, in meinem Nacken. “Viktoria dürfte den meisten von euch bekannt sein, sie ist schon lange in meinem Kreis. Heute Abend wird sie euch dienen, ihr Mund steht den Herren zur freien Verfügung. Vergnügt euch mit ihr, es ist alles gestattet, was keine Spuren hinterlässt. Und nun: lasst uns beginnen!“

Das erste, was ich verlor, war mein Zeitgefühl. Das zweite war auch der letzte Hauch von Überblick. Ich habe keine Ahnung, wer was mit mir gemacht hat. Und was alles passiert ist verschwamm irgendwann in einem Nebel aus Erregung.

Ich hatte Schwänze im Mund, viele. Ich hatte Hände an meinen Brüsten, an meiner Kehle, ich habe um Luft gerungen, während mein Mund gefickt wurde. Ich erinnere mich an die Stimme meines Herrn an meinem Ohr, der mich zwischendurch immer wieder besuchte und fragte, ob es mir gut ginge. Erinnere mich an eine kurze Unterhaltung in meiner Nähe, dann an seine Frage “Würdest du für diesen Herrn hier gerne kommen? Er wäre Dir dabei sehr gerne behilflich.“ Ich sagte natürlich ja und genoss danach mehr als einen Höhepunkt, vermutlich nicht nur durch diese eine Hand. Ich wurde geschlagen, geohrfeigt, gezwickt und doch habe ich jede Berührung genossen.

Und dann war da diese leise Frage an meinem Ohr. Die Stimme kannte ich nicht, aber er klang nicht unsympathisch. “Dein Herr sagte, ich sollte Dich direkt fragen. Ich würde Dir sehr gerne in den Mund pinkeln. Wäre das für Dich ok? Ich möchte sehen, wie es aus Deinem Mund herausläuft und an Dir herunter. Und dann würde ich gerne in Deinen Mund kommen. Würdest Du das für mich tun?“ Ich musste lächeln. “Ich bin hier um Ihnen zu dienen, mein Herr, und das tue ich liebend gerne.“ Dann öffnete ich den Mund und wartete.

Es dauerte ein Moment. Ich hörte das Nesteln am Gürtel, dann das kurze Surren des Reißverschlusses. Und dann ergoss er sich erst vorsichtig, dann kraftvoller in meinen Mund. Ich hatte das noch nicht oft getan, aber dieser Dienst gefiel mir. Ich mochte die Wärme, die langsam meinen Körper hinabfloss, ich drückte einen Schwall Flüssigkeit aus meinem Mund und spürte ihm auf meinen Körper nach. Der Gast stöhnte leise, was meine eigene Erregung befeuerte, ich wollte ihn zufrieden stellen. Das Handtuch, auf dem ich saß, war längst durchnässt, vermutlich hatte sich auf dem Boden eine Pfütze gebildet, als der Gast sich erleichtert hatte. Er legte mit seinen erigierten Schwanz an die Lippen und ich saugte die letzten Tropfen aus, die ich an ihm vorbei abfließen ließ. Dann folgte der zweite Teil. Ich war erregt, ich wollte ihn Stöhnen hören, wollte, dass er kam. Er war erst zurückhaltend, nahm sich dann aber meinen Mund, kraftvoll, tief, er hielt mich an den Haaren und zog mich zu sich, so weit die Fesseln dies zuließen. Es dauerte nicht lange, bis er kam, tief in meinem Hals, laut, stöhnend. Ich trank ihn leer, ließ ihn nicht gehen, bis ich nicht auch den letzten Tropfen bekommen hatte. Dann lehnte ich mich zurück und atmete erstmal durch. Nach einigen Augenblicken hörte ich wieder seine Stimme. “Ich danke Dir dafür, Viktoria!“ Darauf folgte ein sehr langer, zärtlicher Kuss. Diesen Kuss konnte an diesem Abend nur noch eines übertreffen: Das Lächeln meines Herrn, als er mir kurz darauf die Augenbinde abnahm, und mich ins Licht zurückholte.

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