Eine Frage der Anwendung

Ich habe den Schmerz früh für mich entdeckt. Schon als Kind habe ich zum Beispiel Fingernägel gekaut bis sie sehr kurz waren, kürzer als sie hätten sein müssen, absichtlich. In Kombination mit einem nassen Taschentuch um die Fingerkuppen potenziert sich die Wirkung. Damals habe ich nicht verstanden, warum ich das tat, ich hatte einfach das Bedürfnis und ging dem nach. Es kamen auch demütigende Elemente dazu, aber ab einem gewissen Alter war die Scham zu groß und die Grenze im Kopf für diese Art von Gedanken zu gut ausgebaut. Tut man nicht. Darf man nicht. Ist nicht gut.

Schmerz hat immer eine Rolle gespielt und es war in Sachen BDSM das erste, worauf ich mich stürzte. Ich mochte Schmerzen. Tue ich auch noch, keine Frage, aber ich habe mich vom SM Richtung DS erweitert. Denn Schmerz ist schön und kann mir durchaus sehr großen Spaß bereiten, aber Schmerz in das D/s-Setting eingebunden ist wesentlich magischer, verführerischer, lustvoller als jeder reine SM-Moment es für mich jemals sein kann. Da öffnet sich einfach eine Türe mehr im Kopf, da ist mehr Raum und Platz für Ideen und Bilder und Phantasien, deren Wirkung wesentlich stärker sind als das, was da früher war.

Das mag so banal erscheinen, aber in meinem ersten Leben in BDSM-Kreisen mit 19 war ich einfach zu jung und zu unerfahren um diesen Meta-Stuff zu überblicken. Diese Dynamiken und Synergien begreife ich erst jetzt richtig und dieses bewusste Begreifen und Formulieren macht einfach Spaß =D

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.