Lichtloses Kopfkino

Wir alle haben Phantasien und Wünsche und viele von uns bemühen sich darum, diese Ideen nicht nur als Kopfkino verstauben zu lassen. Besuche im Pornokino, im Swingerclub, von BDSM-Parties sind motiviert durch diese Bilder, gefüttert durch Filme, Texte, Gespräche. Aber es gibt auch Phantasien, die vielen zu weit gehen.

Für manche ist es schon die Idee von Natursekt, für andere Spiele mit Blut und Klingen, aber der schwierigste Phantasie-Dauerbrenner ist wohl die Sache mit der Vergewaltigung.

Es reicht eine kurze, sehr kurze Suche über Google und man versteht, dass es viele, sehr viele Frauen gibt, die sich genau so etwas erträumen. Und dass sich viele Fragen stellen dazu: warum finde ich den Gedanken erregend? Darf ich das? Bin ich nicht normal? Bin ich krank?

Ich finde diese Selbstzweifel sehr traurig, Würden wir über solche Kopfkinofilme offener reden, müsste man sich nicht in anonyme Foren begeben, um sich dort am Ende noch diese vermeintliche Krankheit einzugestehen. Natürlich ist das eine sehr heikle Sache. Warum sollte man sich so eine Erfahrung wünschen? Andere Frauen erleben so etwas und bleiben oft verletzt und vielleicht ein Stück weit zerbrochen zurück. Sowas darf man sich eigentlich garnicht wünschen. Eigentlich. Aber Wünsche und Erregung unterwerfen sich keiner Moral, die Gedanken sind frei, nicht zensiert.

Und dennoch… wenn ich versuche, so eine Phantasie zu formulieren, scheitere ich. Eine echte Szene, Gewalt, Blut, Schmerz, das Niederreißen der Grenzen eines anderen. Da blockiert etwas. Da mangelt es an Worten und es wird still, zumindest wenn ich tiefer in diese Phantasie einsteige und nicht nur an der Oberfläche schabe. Denn unter dieser Oberfläche liegt die Angst, eine Beklemmung, eine seelische Atemnot. Die eigene Angst vor so einer Erfahrung, vor echtem Stalking, echtem Verletzen meines persönlichen Raums, einer echten Vergewaltigung, ist so viel größer ist als die eigene Erregung bei diesem Gedanken. Und das ganze in abgeschwächter Form formulieren? Also eine… abgesprochene Vergewaltigung erzählen? SSC und RACK, mit Gummi und „Huuu, wenn ich jetzt um diese Ecke gehe, passiert es, da wartet er!“? Nein, irgendwie… ist es das nicht. Das wäre nur ein Spiel.

Ich habe diese Bilder. Ich finde aber nicht die Worte, um diese Bilder erotisch zu beschreiben. Ich zweifle aber nicht an meiner Gesundheit, nicht an meinem Geist, ich kann in meinem Kopf diese Phantasie genießen und auch leben, aber ich kann sie nicht realistisch nach außen tragen. Und Fantasy ist nicht mein Ding, daher: die Angst wäre da und sie wäre mächtig und überwältigend.

Also lasse ich es einfach. Zumindest für diesen Moment. Es gibt eben doch Grenzen und Tabus, nicht im eigenen Kopfkino, aber in der Art und Weise, dieses anderen zu vermitteln. Das einzig Gute: es sind meine Grenzen, ich setze sie. Nicht die anderen.

 

Etwas konfus, das Ganze. Sorry.

Ein Gedanke zu „Lichtloses Kopfkino“

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