„Ich will, dass Du mir wehtust.“: Ein Date, ein Spiel, eine Nacht mit NHD

Ich merke, ich bin noch immer sprachlos, wenn ich versuche, diese Nacht in Worte zu kleiden. Also fange ich vorne an. Vielleicht wird es im Flow einfacher.

Wir haben uns auf Twitter kennengelernt, mehr oder weniger erfolgreich zu Beginn. Sagen wir, es war ein wenig holprig und Du landetest relativ fix auf meiner „Irgendwie seltsam“-Liste. Dennoch blieben wir im Gespräch, und aus seltsam wurde interessant. Wir verabredeten uns für den Sommer im Süden der Republik, einfach mal kennenlernen und gucken.

Doch dann wurde aus dem Schreiben Telefonieren, sehr langes Telefonieren. Obwohl wir eigentlich nicht viel über uns, unsere Ideen vom Spielen, geredet haben, sondern viel eher über unsere Wunden, unsere momentanen Probleme, schlich sich die Neugier ein. Eine Sehnsucht, meinerseits. Und so freute ich mich sehr über Deine Idee, spontan vorbeizukommen. (Vielleicht war ich mir hier schon sicher, dass ich diesen Satz bald sagen würde. Ich habe versucht, den Ursprung zu verorten, den tatsächlichen Auslöser zu finden, aber es gelingt mir nicht.)

Und so trafen wir uns in meiner Stadt, für meine Verhältnisse erschreckend romantisch, am Schloss. Wir aßen, sprachen, verstanden uns sehr gut. Spazierten ein Stück durch den Schlossgarten, redeten weiter und irgendwann waren da erste Berührungen. Der Kuss zur Begrüßung war schon kribbelig, aber der ging in der Nervosität unter. Jetzt, bei der ersten Umarmung, einem Streicheln, war da dieses angenehme Rauschen. Das Gefühl, dass es bitte so bleiben sollte. Dass Du mich bitte einfach packen und küssen solltest. Und nein, ich wollte nicht, dass es bei dem Essen und Spazieren blieb, ich wollte Dich erleben, Dich wirklich kennenlernen, erkennen. Wollte, dass Du mir wehtust.

Wir suchten ein Hotel, ich informierte eine Freundin (Covern ist so wichtig, Kinder! Hust. Ich hätte es vollkommen vergessen, hättest Du mir nicht deinen Ausweis in die Hand gedrückt. Danke dafür.) und dann verschwanden wir in diesen Raum. Zimmer 20.

Ich war unsicher, doch du hast mir alle Zeit der Welt gelassen, anzukommen. Danke dafür! Natürlich spuckte ich erstmal große Töne und dann war da Angst, Zweifel, das Wissen, dass Du anders spielst, das Unwissen, ob ich dem noch gewachsen bin oder ob ich es verlernt habe.

Aber nein, ich hatte es nicht verlernt, sie war noch da. Die Fähigkeit, dem Bedürfnis nach Schmerz nachzugeben, auszuhalten, zu genießen in einer Intensität, die so lange nicht mehr erreicht wurde. Ich weiß, dass Du über meine Grenzen sinnierst, dass da mehr gegangen wäre in manchen Momenten. Und dass mein dämlicher Arsch jede Spur verweigert und auch da mehr gehen muss, weil ich einfach so verdammt versessen bin auf Spuren. Aber es gab Momente, in denen Du an Grenzen gegangen bist und auch darüber, in genau dem richtigen Maß. Es gab Momente, in denen ich einfach nur Angst hatte, wirklich Angst vor Dir, und auch das in genau dem richtigen Maß. Schmerz in diesem Ausmaß habe ich vermutlich zuletzt bei meiner allerersten Session erlebt, beim Mann mit der Peitsche. Diese Mischung aus Schmerz, kaum, manchmal nicht zu ertragen und der Glückseligkeit danach, wenn der Körper glüht und der Kopf schweigt.

Ich war high, nein, ich bin es noch immer. Ich bin einfach verdammt glücklich. Seele und Körper sind absolut im Einklang und ich schwebe vor mich hin. Und bin eigentlich noch immer vollkommen sprachlos. Die Worte hier werden all dem nicht gerecht, mir fehlt das Vokabular für solch ein Gefühl. Ich sitze hier und lächle die ganze Zeit, während ich diesen Eintrag schreibe. Bin sehr, sehr froh über unsere Unvernunft und diese Erfahrung, die daraus resultierte. Möchte mehr davon, mehr aus Deiner Hand erleben und ertragen, möchte weinen, mich winden, ins Kissen schreien und Dich zur Hölle verfluchen. Ich möchte diesen Teil von mir kennenlernen, der nach jedem Deiner Schläge einfach nur nach mehr verlangt hat. Und ich möchte wieder Dein Lächeln sehen, wenn ich zitternd neben Dir liege und unter Deinen Händen Ruhe finde.

Danke dafür.

Vielen, vielen Dank.

7 Gedanken zu „„Ich will, dass Du mir wehtust.“: Ein Date, ein Spiel, eine Nacht mit NHD“

    1. Das freut mich sehr 🙂

      Dieses „Es hat dich erwischt“ klingt für mich immer nach verknallt sein und sich verlieben, daher nahm ich an, es ging in diese Richtung.

  1. ..wenn es auch unvernünftig war, so hat es dich mitgerissen. Das Verlangen ist manchmal größer und …und es scheint noch nicht gestillt zu sein. Geh deinem Verlangen nach und versuche zu fliegen

  2. Das klingt wie das erste Date mit meinem Herren. Der Rausch war so intensiv, dass ich mir sicher war, es müsse ein einmaliges Erlebnis gewesen sein. War es glücklicherweise nicht. Ich wünsche dir, dass es so weiter geht, wissen wir doch, wie schwer es ist ein passendes Gegenüber zu finden, selbst wenn es nur für BDSM ist.

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