Maybe too late

“Ich will garnicht nackt gefesselt werden.“

Ach Kind, du hast so wenig Ahnung. Du hast Angst und lässt dich davon leiten. Du schämst dich. Du fürchtest, sie könnte dich sehen, wie du wirklich bist und dabei hat sie das doch schon längst. Ja, du bist dick.

Ja, du schwabbelst und quillst, wenn man dich haut und drückt. Du bist weich und deine Haut hat Risse. Und jetzt nimmst du auch noch ab und alles wird schlimmer. Aber darum geht es nicht. Es geht um deinen Blick. Es geht um dein Lächeln. Es geht um die Magie, die dich umgibt, wenn du dich öffnest, wenn du fällst, wenn Du fliegst. Und sei doch ehrlich, du möchtest das, dieses Leuchten in dir. Du liebst die Reaktion darauf, dieses Lächeln, diese Freude, diesen Spaß. Und da war so viel in diesem Moment. Du kannst das mit ihr, diese Sache. Und dabei spielt deine Hülle keine Rolle, das weißt du ganz genau. Also bitte. Stell es dir einfach mal vor. Stell dir Seile vor auf deiner Haut, wie sie dich kratzen und streicheln. Dich umgeben, dich einengen, dich langsam zu Boden ziehen. Und du atmest gegen die Seile, atmest vergeblich in den kleinen Raum bis du verstehst und alles fließt, du dich öffnest, dich anschmiegst und mit diesem einen tiefen Atemzug hineingleitest in die Tiefe. Und jetzt sag mir nochmal, dass du das nicht möchtest, so direkt, so ehrlich, so intensiv.

Du wirst lernen, Kind. Du wirst akzeptieren. Und du wirst frei sein.

2 Gedanken zu „Maybe too late“

  1. Oh Tara, was soll ich sagen? Bondage, Seile, Fesselung ist bisher nicht mein Ding. Bis auf paar Knoten, die dem allgemeinen Wissen und deren Anwendung jeder beherrscht, oder beherrschen sollte, ist nichts, rein gar nichts vorhanden. ….und doch bin ich von deinem Text und der daraussprechenden Sehnsucht angezogen, faziniert. Wau deine Körperbeschreibung, wie immer in den Hintergrund gestellt, ist da eine Sehnsucht und zugleich eine Zielerreichung beschrieben, die alles vergessen läßt. Seile , deren Anwendung und den sich daraus erzeugten Erbebnissen so liebevoll, ja hingebungsvoll zu Papier gebracht, lassen sogar mich ergriffen staunen. Danke, das du mich und auch manch anderen an deinen Gefühlen teilhaben läßt.

  2. Liebe Tara, das ist so wahr. Ich bin inzwischen zweimal öffentlich gefesselt worden. Beide Male nicht nackt, aber oben ohne mit durchsichtigem Slip. In Suspension. Mit gespreizten Beinen. Ich habe nicht gerade die Figur eines Supermodelles.
    Dabei war es mir egal, es ist mir nicht mal durch den Kopf geschossen.
    Danach haben Leute mich darauf angesprochen. Weder auf meinem Arsch, noch auf meine Titten.
    Sondern darauf, das mein Rigger und ich wahnsinnig innig wirken. Dass ich voller Hingabe wäre und es ein Traum gewesen sei, diesen Tanz zwischen uns zu sehen.
    Wer dabei nur auf meinen Körper achten möchte, der kann dies gerne tun. Ich tue es nicht und es beflügelt mich genau deshalb.

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