Mit dem Seil in den Kampf – Fesseln mit Twin

Nachdem mich der Beitrag zum Thema Depressionsschub einiges an Kraft gekostet hatte, war ich sehr dankbar, dass wir am Abend fesselten. Ich ziehe daraus momentan sehr viel Kraft und Ruhe, es hat etwas therapeutisches. Und auch wenn es die Ursache für meine schlechten Gefühle nicht beheben kann, stabilisiert es mich einige Tage. Es tut mir gut, es hilft mir gegen diesen Mist anzugehen.

Twin probierte eine Beinfesselung aus, die sie beim letzten Treffen des Shibari-Clubs gelernt hatte. Dabei schnürte sie erst nur das rechte Bein ein und verteilte Schläge mit bloßer Hand auf meinen Oberschenkeln. Die Schläge auf das verschnürte Bein brannten eher oberflächlich, die auf dem ausgestreckt liegenden Bein drangen eher in die Tiefe ein. Es ist einfach faszinierend, wie sie im Gegensatz zu all den Kerlen mit den Schlagwerkzeugen mit bloßen Händen einfach blaue Flecken zaubert. Das Geheimnis dürfte die gnadenlose Wiederholung sein, dieselbe Stelle, mit immer mehr Kraft. Sehr schmerzhaft für mich, der Schmerz dringt mit jedem Schlag tiefer ins Gewebe. (Kleine, bösartige Faszienrolle in Menschengestalt!) Dann verschnürte sie auch das linke Bein. Die Seile lagen dabei auf den Stellen, die sie vorher getroffen hatte, das ganze Bein pochte im Rhythmus meines Herzens mit, viel intensiver als zuvor beim rechten Bein.

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Ich ließ mich einfach fallen. Die Seile taten weh, sehr angenehm weh, ihre Hände und die Gerte (das geschah auf meinen Wunsch <3) oben und seitlich an den Oberschenkeln taten ihren Teil dazu. Wir kamen bis zu dem Punkt, an dem ich zitterte vor Schmerz. Nur kurz, aber wir waren dort. Wir tasten uns momentan noch an die Grenzen heran, wollen nichts überstürzen. Dennoch war es sehr schön, diesen Bereich kurz zu berühren.

Ich denke, mit uns haben sich zwei sehr passende Charaktere gefunden. Wir haben wirklich Spaß aneinander, sind sehr vergnügt bei der Sache =) Wir lachen sehr viel, können auch rumblödeln, und kurz darauf doch sehr tief versinken und uns dabei vertrauensvoll in die Hände des anderen geben. Das ist eine vielleicht seltsame Art der Freundschaft, aber eine sehr tiefe und ich denke, wir werden da durch noch manches Extrem gehen in Sachen Freude und auch Schmerz.

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Die Ropemarks zogen tiefe Furchen über die Oberschenkel und meine Schienbeine. Das waren wohl die bisher deutlichsten Seilspuren, dennoch hatten wir keine Probleme mit tauben Körperteilen während und nach der Fesslung. Nur die Knie ziepten etwas, als ich die Beine langsam ausstreckte. Aber kurz darauf lag ich sehr glücklich lächelnd neben ihr im Bett.

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