Die Dick/Tit-Ratio und das Rad – Ein Spieleabend in Barcelona

Dank einer Fachmesse in Barcelona kamen wir in den Genuss, übers Wochenende diese Stadt kennenzulernen. Schon Wochen vorher machte ich mich auf die Suche nach einer schönen Location oder Fetisch-Party für den Samstag abend.

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Das Rosas Cinco tauchte recht schnell in meinem Blickfeld auf. Im Endeffekt ist das ein kleiner privater SafeSpace, betrieben von einem Verein, in dem man sich austoben kann. Es gibt eine Bar mit günstigen Getränken, einen kleinen Bereich mit Umkleide und Spinden, einen Raum zum Spielen mit Fesselmöglichkeiten und Spielmöbeln, und einer Treppe hinauf in den Raum über der Bar. Dieser Raum ist eine Art Wohnzimmer mit Hintergedanken. Sessel, ein Tisch, eine Couch, Haken an der Decke, passende Deko und eine Arztliege. Was man eben so braucht.

Wir waren die ersten Gäste an diesem Abend und blieben auch die erste halbe Stunde allein mit der Barkeeperin. Wir wurden nervös. Ok, der Laden ist klein, auf Fetlife hatte sich noch ein anderen Pärchen angemeldet aber… es ist Samstag abend. In einer Großstadt. Da muss doch was gehen. Ihr Englisch und unser Spanisch waren leider nicht gut genug für längere Unterhaltungen, und so waren wir wirklich sehr dankbar, als es wieder und wieder an der Tür klingelte und nach und nach weitere Gäste eintrudelten. Der kleine Club sollte noch richtig voll werden.

Wir kamen ins Gespräch mit einem italienischen Pärchen, dass sich in Barcelona zum Fesseln und Spielen traf. Sie hatte wunderschöne Spuren auf den Brüsten, ein Andenken an den Abend davor: Sie waren auf der Suche nach einer Veranstaltung in einem in erster Linie in der Schwulenszene bekannten Swingerclub gelandet, der einmal in der Woche einen Hetero-Abend veranstaltet. Sie hatte ihm einen Swingerclub versprochen. Nur leider war der Hetero-Abend nicht an diesem Wochentag. „In 15 years of porn I had never seen so many dicks“. Sie landeten dann wohl schon am Tag davor im Rosas Cinco und kannten daher die Location und die dazugehörigen Personen schon ein wenig.

Wir hatten eine sehr interessante Unterhaltung, gingen auch irgendwann Richtung Sitzecke. Twin und er frotzelten aneinander rum, zwei Sadisten in ihrem Element. „Those (bezogen auf den Abend im Doch-Nicht-Hetero-Swingerclub) are the kinds of things you share with your friend while drunk.“ – „Imagine your friends looks!“ – „… I’m fucked…“ – „“ Didn’t sound like it!“. Und irgendwann landeten wir in dem Spielbereich und beobachteten erst ihn und seine Partnerin (er knüpfte sie in eine Suspension) und fesselten und spielten auch selber. Dafür nutzen wir als Fixpunkt für die Handfesseln ein großes, mit dunkelrotem Leder gepolstertes Rad. Wir waren beide nicht ganz fit, der Tag war lang und anstrengend, und wir spielten nicht sehr lange. Dennoch hatten wir unseren Spaß und die Atemreduktionsfesselung saß noch stramm unter dem Kleid, als wir uns für ein Getränk an die Bar zurückzogen.

Wit wollten erstmal durchatmen (was nicht so einfach war, in dem Club ist Rauchen leider erlaubt) und zur Ruhe kommen. Um uns herum brummten die Gespräche. Man kannte sich, wunderte sich ein wenig über die beiden neuen jungen Frauen, aber man sprach uns nicht an. Wir waren wirklich müde. Und wollten nicht einfach verschwinden mit den Seilen an meinem Körper und ohne uns von dem Paar zu verabschieden. Also erstmal das Kleid im Barbereich ein Stück nach unten schieben, Brust und Atmung befreien, wieder zurecht zuppeln und nochmal zurück in den Spielbereich.

Hier hing mittlerweile eine junge Asiatin an eben diesem Rad. Sie war am ganzen Körper mit Ledergurten fixiert, Arme und Beine gespreizt, Scham und Brust lagen frei, und der Italiener mühte sich mit einer Peitsche an ihr ab. Das war interessant zu beobachten, spannend wurde es allerdings, als seine Begleiterin die Bühne betrat. Zwischen ihr und der Asiatin funkte es kräftig und der Flow zwischen ihnen fesselte die Zuschauer, die mit uns auf der Treppe saßen. Sie schlug ihr mit der Flachen Hand auf die Scham, teaste sie abwechselnd mit diesen Schlägen. Die andere Hand schob sich unter das Leder, berührte ihren Körper, spielte an den Brüsten. Und wieder und wieder diese Schläge. Er stand daneben und beobachtete das ganze sehr wohlwollend, auch wenn er abundzu mit seiner Peitsche noch versuchte mitzuspielen. Aber ich denke, die beiden Frauen waren gut beschäftigt.

Wir verschwanden bald darauf, zogen uns um, verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg zurück zu unserem Hostel. Was mir aber im Gedächtnis blieb war der Gesichtsausdruck der Frau am Rad in den Momenten, in denen die andere ihre Finger zwischendurch von ihr zurückzog. Das war beinahe etwas wie Sehnsucht. Ich bin mir sicher, dass diese drei eine sehr schöne Nacht hatten, ebenso wie wir.

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