Joker

CN: Depression, Selbstverletzendes Verhalten

Das Lächeln ist anstrengend. Fassade und Schutzschild.

Diese Maske, die ich trage. Sie hat Risse. Ich kommuniziere durchaus, dass es hinter dieser Maske gerade nicht gut aussieht. Aber nur zu einem Teil. Es gibt auch Gedanken, die ich nicht in Worte fasse. Denen ich keinen Raum einräumen will, keine Sekunde, keinen Zentimeter, vor allem: keine Worte.

Nur die Bilder. Wenn ich mir vorstelle, wie ich mich verletze, hilft das interessanterweise. Wenn ich mir bildlich vorstelle, was ich gerne tun würde, aber noch niemals getan habe, nimmt das ein wenig den Druck und das ist gut. Diesen Druck wegzulächeln wird langsam sehr, sehr anstrengend.

Tagsüber unterwegs, man merkt wenig. Abends mit Freunden zocken und reden, man merkt nichts. Ich beende das Spiel, verabschiede mich. Und stürze. Jeden Abend. Liege wach. Brenne aus, jeden Tag ein Stückchen mehr. Schlafe irgendwann, gegen drei, vier. Muss eigentlich aufräumen. Putzen. Lernen. Die Wohnung ein Chaos. Das Konto viel zu leer. Die Prüfung rückt näher, ebenso meine Abschlussarbeit. Und ich kann noch nicht mal tief einatmen, die Muskeln verkrampft, der Magen ein Schmerz, der Körper müde und mürbe.

Ich weiß, es dauert noch ein wenig. Ich brauche Zeit. Nehme meine Medikamente. Gucke, dass ich genug Ruhe bekomme, erstmal wieder regelmäßig esse, dann vielleicht noch gesund. Es wird werden. Und dann ist das Lächeln auch wieder ehrlich und kommt von Herzen.

Ich hatte letztens bei Twitter geschrieben, dass ich mich aus Lust verletzt habe. Ja, aus Lust tue ich das. Weil ich den Schmerz mag, den Geschmack von Blut. Jetzt, in dieser Verfassung, würde ich das niemals tun. Weil ich weiß, dass es hilft. Und weil ich weiß, ich höre dann nicht mehr damit auf. Und das ist für mich der eine wichtige Punkt: aus Lust, aus guten Gefühlen heraus, sind für mich kleine Verletzungen vollkommen in Ordnung. Das muss nicht jeder verstehen oder gut finden. Es reicht, wenn ich mir Grenzen setze und auch einhalte.

Ein Gedanke zu „Joker“

  1. Liebe Tara, wenn ich als Außenstehender Deine Zeilen lese dann gehen bei mir ein paar Alarmlampen an. Ich wünsche Dir das Du dieses auch wahrnimmst wenn diese relevant sein könnten. Du beschreibst Muster die auch ein toxisches Potential fuer Dich haben können…. sei ganz lieb gegrüßt Stefan

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