Romance and D/s

Die Angst vor meinen Gefühlen war groß. Ich habe einen Mann, und wir leben zwar getrennt, aber dennoch liebe ich ihn. Es gab aber Momente, in denen diese Liebe ins Hintertreffen geriet, immer dann, wenn es einen anderen, dominanten Mann gab. Das ist auch der Grund, warum ich mich lange zurückgehalten habe, selbst nach der Trennung: die Angst davor, die Gefühle für ihn zu verdrängen, zu verlieren. Mir ist klar, dass das unsinnig ist, aber auch mein Therapeut hat diese Gedanken nicht tilgen können.

Und jetzt ist Er da. Er. Mein Herr. Ich schwärme. Bin verknallt. Verliebe mich, durchaus. Aber dieses Gefühl ist anders als das für meinen Mann. Der Respekt, der dahinter steht, ist ein anderer. Und das fühlt sich gut an. Diese Gefühle verdrängen sich nicht, sie existieren nebeneinander. Es ist einfach nur mehr geworden.

Ich fühle mich sicher. Beschützt. Glücklich. Wirklich glücklich ❤

Und in mir herrscht endlich Ruhe. Das Bild vor meinem Augen: ein See, eine ruhige Wasseroberfläche, ohne Wellen, ohne Wind. Einfach Ruhe.

Himmlisch 🙂

Tiefe, wahrlich.

Seit Tagen versuche ich, Worte für das letzte Wochenende zu finden. Als mein Mann und auch Freunde mich gefragt haben, konnte ich nur “Wir haben geredet.“ antworten. Aber es war so viel mehr als das Austauschen von Worten.

Wir haben geredet, über Gott und die Welt, alles mögliche. Es ging um das Kennenlernen der Sie bei dieser Verabredung. Entscheidungen oder Zusagen wurden nicht erwartet, es ging erstmal nicht um den Vertrag oder Regeln, und so konnten wir uns ungezwungen unterhalten (nachdem meine Nervosität irgendwann verschwand).

Sonntag, nach einem gemeinsamen Frühstück, kamen wir dann zu den Themen. Es war mir sehr wichtig, ihre Meinung zu hören. Gerade als Dritte im Bunde muss ich mir sicher sein, dass sie das wirklich möchte, dass nicht nur ihm zuliebe Dinge zugelassen werden. Nur so konnte ich diese Sorge wirklich hinter mir lassen. Und diese Sorge war die letzte Hürde. Damit war es dann beschlossen.

Es fühlte sich an, als würden sich seit längerer Zeit… Bausteine meiner Seele verschieben und jetzt endlich einrasten. Kennt jemand den Türmechanismus in „13 Geister“? Das, nur ohne Geister. Und es ging um das Öffnen von Türen, nicht ums Verschließen.

Die letzte, tiefste, versteckteste Türe öffnete sich um 17:14 Uhr auf dem Heimweg, mit der Antwort auf diese Nachricht meinerseits:

„Es wird Momente geben, in denen du Gott für mich sein wirst. Superman. Tu mir nicht weh. Mach mich nicht kaputt. :*“

Und seit dem? Reden. In all diese Räume blicken, die jetzt offen stehen. Dinge dabei entdecken, die ich selbst noch nie mit Namen versehen hatte. Und da ist viel Raum, mal sehen, was wir alles finden =)

 

 

Spielen im Grenzgebiet

Borderline. Hässliches Thema, wirklich hässlich. Aber für eventuelle und tatsächliche Spielpartner ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen, es ist in manchen Momenten der Schlüssel, um die Situation zu entspannen.

Diese Diagnose bekam ich vor einigen Jahren, nach mehreren Jahren Therapie wurde sie wieder zurückgezogen. Ich bin nicht Borderline genug, aber ich habe gewisse Tendenzen in diese Richtung.

Erstmal die beiden Fragen, denen ich oft begegnet bin:

Ich ritze mich nicht. Meine Arme und Beine sind frei von Narben. Wenn ich mich verletze, dann meist aus Langeweile oder aus Lust, und dafür wähle ich andere Methoden als Klingen. Wenn ich Anspannung loswerden muss, weine ich, zocke, tue irgendwas, aber ich verletze mich nicht.

Ich trinke nicht, rauche nicht, konsumiere keine Drogen. In diesem Punkt bin ich die Langweilerin vor dem Herrn =) Meine persönliche Schwäche ist Shopping, Amazon liebt mich tief und innig. Geht es mir schlecht, bestelle ich gerne.

Was mich aber voll trifft ist dieses hier:

„Menschen, die von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung betroffen sind, leiden unter großer Unsicherheit bezüglich der eigenen Identität und Integrität. Es ist ihnen nur schwer möglich, zu erfassen und wiederzugeben, wer sie wirklich sind. Gleichzeitig wird das eigene Selbstbild und der eigene Körper sehr negativ eingeschätzt“ – Prof. Dr. Martin Bohus, Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

Ich bin zutiefst verunsichert was meinen Geist, meinen Körper, mein Ich angeht.

Den Körper hatte ich unter „Eine Anleitung“ schon kurz erläutert, daher spare ich mir das jetzt. Worum es mir eigentlich geht sind die Emotionen.

Ich fühle viel, schnell, heftig. Ich interpretiere Worte, Gesten, Blicke und bilde daraus Gefühle, die leider erst nach dem Fühlen auf „Richtigkeit“ kontrolliert werden. Hat er das so gemeint? Hab ich das falsch verstanden? Warum hat er das jetzt gesagt? Ich werde nachfragen, teilweise bei den für andere deutlichsten Hinweisen. Kommunikation ist mein Weg, mich über diese emotionale Ebene zu erheben, und diese ein Stück weit zu sortieren. Ich analysiere, frage, rede und kläre die strittigen Punkte. Aber dazu muss das Gegenüber bereit sein.

Ähnliche Gefühle verschwimmen bei mir gerne mal. Beispiel: In meine besten Freunde war ich zwischendurch fast immer mal tierisch verknallt. Diese Gefühle tauchen auf und vergehen wieder (Selten ist jemand damit so souverän umgegangen wie Du, Mitlesender :*) Was bleibt ist Zuneigung, Vertrauen, Sicherheit, Loyalität, eine tiefe Freundschaft.

Die Auswirkung auf eventuelles Spielen: ich finde dich vermutlich nicht nur sympathisch, ich bete dich an. Aber ich will dich nicht besitzen, nicht für mich alleine, will mich nicht für den Rest meines Lebens an dein Bein ketten um bei dir zu sein. Das ist ein zeitlich begrenzter Effekt, und das ist mir vollkommen bewusst. Am nächsten Tag vermisse ich dich etwas, am übernächsten bist du bei mir emotional wieder auf dem jeweiligen normalen Niveau angekommen.

Das vermutlich größte Problem ist nicht, was ich wie fühle, sondern dass ich mich selber als ungemein kompliziert und schwierig einschätze. Ich möchte Erfahrungen machen, möchte Menschen kennenlernen, renne aber mit einem „Vorsicht, ich bin SCHWIERIG“ Schild herum. Ich habe schon als Kind verinnerlicht, dass ich nicht einfach bin, ich übertrieben reagiere, mir Dinge einfach nur einrede. In der Folge hat sich dieses „Nippel durch die Lasche“-Gefühl manifestiert. Und wenn sich heute jemand für mich interessiert, denke ich nicht „Yay!“, sondern „Warum das denn? Weiß der nicht, wie anstrengend ich bin?“.  Das ist natürlich nur bedingt hilfreich. Gegen dieses Gefühl von Unzulänglichkeit kann ich wenig tun. Du kannst mir deine Zuneigung zeigen, aber ich werde sie wohl früher oder später wieder in Frage stellen. „Bin ich dir wirklich genug?“ Und dagegen habe ich noch kein Mittel gefunden.

Ich finde es wichtig, all das hier zu erklären. Auch wenn es in mir die Angst hervorruft, jemanden zu verschrecken. Aber wenn es dich verschreckt, könntest du auch nicht damit umgehen.

 

 

 

Zeit und Lust [pieces]

Ich weiß selten, was wir vorhaben. Auch heute habe ich keine Ahnung, was mich erwartet, als Du mich an der S-Bahn-Station abholst. Es geht in ein Hotel, Du hast ein Zimmer gebucht für diese Nacht. Auf Deinen Wunsch hin gehe ich duschen, trockne mich ab, knie mich auf das Bett. Ein Kuss, dann verschwindet mein Mund hinter einem Knebel, ein Streicheln über die Wange, ich verschwinde hinter einer Augenbinde. Meine Hände fixierst Du mit Ledermanschetten aneinander. Du streichst über meinen Rücken, meinen Hintern, ziehst meine Beine etwas weiter auseinander. Mit einem “Bleib so!“ höre ich, wie sich die Tür öffnet und schließt. Dann ist es still.

Einige Zeit vergeht. Die Tür öffnet sich wieder und ich höre Deine Stimme. “… kein Analsex, kein Küssen. Aber das hatte ich ja schon erklärt.“ Ich höre Dich und… Mehr. Räuspern, Rascheln, Schritte. Der Knebel wird gelöst, ich vermute Deine Hand dahinter. Du streichst mir noch einmal über die Lippen.

[…] Der Überblick fehlt. Zu viele Berührungen, Hände, Lippen, Schwänze. Ich hatte sie in mir, in meinem Mund, in meiner Fotze, ich spüre ihre und meine Säfte auf meinem Körper, auf meinem Gesicht, in meinem Mund. Rinnsale laufen über mein Kinn, meine Brüste, meine Beine. Ich weiß, ich habe mich irgenwann auf den Rücken gedreht. Ich weiß, ich hatte Deine Stimme am Ohr, die sich versichert hat, dass es mir gut geht, hatte Deine Hände an meinen, die mich gehalten haben, während andere zustießen. Der Überblick fehlt. Ich war im Rausch, bin es noch immer. […]

Ich blinzel, als Du mir die Augenbinde abnimmst. Ein paar Tränen sind geflossen, ob der Heftigkeit mancher Stöße. Jetzt fließen noch mehr. Die Anspannung fällt, ich bin erschöpft, ich falle in Deine Arme und Du hälst mich, bis ich mich wieder fange. Mein Körper schmerzt. Wir gehen gemeinsam duschen, mich von diesen Schichten befreien. Du bist zärtlich, wäscht mir die Haare, seifst mich ein. Eine Zeit lang stehen wir einfach nur da, das Wasser fließt an uns herab, Du hälst mich in den Armen. Danach wickeln wir uns in Handtücher und verschwinden ins Bett.