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JWD 2026

Schwierig war er, dieser kinky Urlaub. Ich meine, ich kenne es ja schon, dass solche Urlaube emotional sehr, sehr heftig sind, weil man mit so vielen Erlebnissen, Eindrücken und Erkenntnissen klarkommen muss. Oder, so erging es mir letztes Jahr, einfach in der einen Woche im Zyklus dort ist, in der man sich sehr klein und inkompetent fühlt. Dieses Jahr lag ich mehrere Tage flach und habe viel verpasst. Sagen wir einfach: es war alles ein bisschen schwierig. Umso mehr freue ich mich über die Dinge, die ich vor oder trotz meines Flachliegens erleben durfte.

Setting: ein Ort jwd*, ein großes Rudel Menschen (wenige gute Bekannte, viele bekannte Gesichter von unserem ersten Besuch im letzten Sommer, dazu ein paar spannende neue Menschen), Vollverpflegung und zehn Tage Zeit.

Ich hatte drei sehr schöne Sessions:

Ich konnte zwei kinky Workshops besuchen: einen zum Thema “Wie plane ich eine kinky Veranstaltung” und einen Tret-Workshop.
Der erste Workshop hat mir sehr deutlich gezeigt, wie anders unser Vorgehen bei unserer Veranstaltung war, die ja tatsächlich (und ich hasse diese Floskel im Berufsleben) natürlich gewachsen ist. Da gab es anfangs wenig Überlegungen, daraus hat sich aber etwas wunderschönes entwickelt.
Und der Tret-Workshop war so toll! Wir saßen da in größerer Runde und haben nach einem Technik-Teil vor allem über unsere Motivation zu diesem Thema geredet, das waren sehr schöne Einblicke und Denkanstöße. Und wie bezaubernd unsere Hosts waren 🥰 Diesen Moment, in dem er sie auf den Boden zwang und zutrat, und sie einfach nur vor Vergnügen laut loslachte, würde ich gerne nochmal erleben. Treten sieht so grob und brutal aus, muss aber gleichzeitig mit Vorsicht und Bedacht geschehen, da ist im selben Moment soviel Respekt und Respektlosigkeit im Spiel, es fasziniert mich. Achja, und es fühlt sich gut an =D
Ich hielt mich beim Praxisteil zurück und saß am Rand, als sich in dieser Gruppe passende Konstellationen zum gemeinsamen Ausprobieren suchten und fanden. Vermutlich könnt ihr euch nicht vorstellen, wie verrückt das aussieht, wenn wie auf Knopfdruck so ein Haufen Menschen spontan anfängt sich gegenseitig liebevoll zu mobben und zu rangeln um sein Gegenüber auf den Boden zu kriegen, andere sich freiwillig ihrem Partner zu Füßen werfen/rollen, um sich dann einvernehmlich treten zu lassen, sich dann in diesem koordinierten Gewimmel neue Konstellationen bilden und man einem gemeinsamen Vibe folgend Spaß hat. Crazy. Ziemlich lustig und wunderschön, ich hab so Lachen müssen =D

Generell gab es immer wieder Momente, in denen ich mich so fern von der realen Welt gefühlt habe und stattdessen so aufgefangen in dieser nicht nur kinky, sondern vor allem toleranten Umgebung. Ich fühlte mich angenommen und angekommen, was mir letztes Jahr noch schwer fiel. Das ging uns allen in diesem Polykül so, dieses Jahr gehörten wir dazu, waren auch selber bereit uns dafür zu öffnen. Und ich weiß, nicht nur ich hatte schöne Momente mit Menschen aus diesem Rudel ❤️

Dieses wirklich Abschalten, das Ablegen der Masken für eine Woche, ist für mich so wertvoll, das wird auch nicht durch krank sein getrübt. Ich mag Dinge verpasst haben, aber ich habe auch so viel Schönes erlebt. Und ich freue mich auf die kommenden Urlaube in dieser Umgebung, das nächste mal hoffentlich haubarer 😊

 

* janz weit draußen

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