Ich will mehr! – die erste Femdom-Party

Mein Hase sollte über ein Wochenende zu mir kommen. Ich durchsuchte den Joyclub schon Wochen vorher und fand eine Femdom-Party von einer Veranstalterin, die ich bereits kannte und zu schätzen wusste. Also habe ich uns angemeldet, und so fuhren wir tatsächlich zu unserer und auch meiner ersten FemDom-Party. Ich war erst sehr gechillt, aber als ich da schließlich vor der Tür stand wurde ich doch nervös =D Mittlerweile bin ich bei den meisten Partys sehr abgeklärt und ruhig. Als Sub/devote Spielgefährtin habe ich meine Rolle und fertig. Aber als FemDom, das war wirklich neu.

Wir trudelten ein, zogen uns um. Mein Hase in hohen Schuhen, sonst eher schlicht, mit langer Hose und Oberteil, dazu das Halsband und die Leine in meiner Hand. Ich in BH und Netzoberteil, eine lange schwarze Hose und Schuhe mit leichten Absätzen. Nach der persönlichen Begrüßung durch die Veranstalterin setzten wir uns in die Menge, tranken eine Cola, guckten uns um. Im ersten Moment fühlte ich mich underdressed, im zweiten war es mir total egal. Ich fühlte mich wohl =) Um uns herum ganz unterschiedliche Paare, jung, alt, dick, dünn, angezogen, beinahe nackt, alles war dabei. Viele Halsbänder, Käfige und Gürtel, Leinen, die meisten Subs und Sklaven saßen oder knieten vor ihren Damen auf dem Boden oder auf kleinen Kissen. Mein Hase saß neben mir auf der Bank. Der Boden war schon ziemlich voll, und seine langen Beine mit den Absätzen dazu… also lieber auf die Bank.

Es gab an diesem Abend zwei Programmpunkte, die ich definitiv mitnehmen wollte: Punkt eins war die Vorstellung der Sklaven. Dazu saßen wir in einem der Spielräume in großer Runde, die Damen auf Hockern, die Herren auf dem Boden davor oder daneben. Nacheinander traten die freien Sklaven oder auch jene, die von ihrer Herrin für diesen Abend zur Verfügung gestellt wurden, in die Mitte und stellten sich vor. Das war eine extrem lustige Runde, wir hatten sehr viel Spaß =D Mal wurde von den Männern selber sehr viel geredet, mal wenig, mal wurde von der Veranstalterin auf die bereits bekannte Leidenfähigkeit des Mannes hingewiesen und mal um Rücksicht gebeten, wenn es sich um einen neuling handelte. Und es wurde auch direkt aufgeklärt, dass der Rohrstock kein gutes Instrument ist, um damit in den ganzen BDSM-Betrieb einzusteigen („Da steht du bist unerfahren und unter möglich steht „Rohrstock“?“ – „…ja…?“ – „…“ Großes Lachen in der Damenrunde.)

Ich habe leider überhaupt nicht auf den weiteren Verlauf geachtet, was diese freien und benutzbaren Männer anging, ich war selber beschäftigt. Aber zumindest bei dieser Vorstellung hatte ich das Gefühl, dass da eine schützende Hand über den Singleherren und Neulingen ruhte.

Während wir da so saßen, ich auf dem Hocker, mein Hase vor mir, wanderte meine Hände immer wieder von seinen Schultern zu seinem Nacken, seinem Hals. Das waren wunderschöne Momente, ich kam in dieser ganzen Szenerie an, spürte dieses Kribbeln in den Fingern. Die Nervosität verschwand und ich war da, ich war genau da und richtig an dieser Stelle und fühlte mich sehr, sehr wohl mit meinem Sub in dieser Runde.

Nach der Vorstellung halfen wir kurz beim Wegräumen der Hocker, ich begrüßte noch eine andere Besucherin der Runde (die Weihnachtsscarlett <3) und dann sahen wir zu, wie sich die Spielräume füllten. Ich zögerte. Ich kannte die Location schon, es gibt schöne Möbel, die natürlich sofort besetzt waren. Aber das war in Ordnung, so ein Bock ist praktisch, aber ganz ehrlich… mir war nicht nach Schlagwerkzeug, auch wenn ich eine schöne Auswahl dabei hatte. Dennoch, ich war unsicher. Mein Hase stuppste mich an, gab mir Mut, mich für einen Sklavenstuhl zu entscheiden.

Er entkleidete sich (wir sind da sehr unterschiedlich. Er faltet und stapelt ordentlich, wenn ich das mache fliegt mein Zeug immer in eine Ecke hinter das Spielgerät 😬), ich holte das Spielzeug. Er kniete wartend neben mir, während ich ein wenig sortierte, dann setzte er sich auf mein Geheiß auf den Stuhl. Ich fixierte die Lederriemen und Metallschellen am Armen und Beinen, am Hals und am Kopf. Dann bat ich ihn die Augen zu schließen.

Als Passive, oder eher: Reaktive, schließe ich die Augen selber immer sehr schnell oder bitte um eine Augenbinde. Ich brauche diese Schwärze um Ruhe zu finden. Als Aktive schenken mir die geschlossenen Augen meines Subs auch Ruhe, ich kann mich frei bewegen ohne darüber nachdenken zu müssen, wie es für ihn gerade aussehen würde, wenn er mich beobachten könnte. Ich war unsicher. Ich schwitze. Ich entledigte mich des Netzoberteils und band mir ein Tuch um die Stirn. Ich zögerte bei der Auswahl der Werkzeuge. Und all das war mir total egal, weil er es nicht sehen konnte. Wichtig war mein für ihn spürbares Handeln.

Die Handschuhe mit rauer Handfläche, die über seinen Körper fuhren. Die leichten Schläge mit einer Gerte an den Oberschenkel. Der Griff an seinen Schwanz. Das Kratzen meiner Fingernägel über seine Haut. Das Stechen und leichte Hauen mit den Pieksrollern. Die Kratzer der Nadel, die ich wieder und wieder über seine Oberschenkel zog. Das leichte Brennen des Desinfektionsmittels.

Ich ging wieder nicht sehr tief, wie bei unserem ersten Spielen sind wir noch am Anfang. Wir erkunden uns noch, unseren gemeinsamen Raum und unsere Grenzen. Nur an diesem Abend war ich eben minimal blutiger unterwegs.

Der große Unterschied zu unserem ersten Spiel war aber, dass ich seine Reaktion sah. Ich hörte sein Atmen, sein Stöhnen viel direkter, da ich nicht hinter ihm stand, sondern vor ihm. Ich sah ganz genau, was das mit ihm machte. Und ich berauschte mich daran. Der Rest des Raums war voller Menschen. Ich habe erst Tage später begriffen, wie krass ich das alles ausgeblendet habe, dass da ja andere waren. Dass mich das hätte nervös machen können. Ich war vollkommen gefangen in unserem Spiel ♥️

Ich ließ ihn wieder in diesem Raum ankommen, löste vorsichtig die Fesseln, fing ihn auf. Strich über die Spuren der Nadel, die Spuren der Bänder und Schellen. Dann packten wir das Spielzeug, desinfizierten den Stuhl und kleideten uns wieder an, zumindest teilweise. Mit einer Cola in der Hand kamen wir erstmal wieder runter. Hui. Ich finde dieses ganze Grübeln, was ich wie mache und wie ich möglichst nichts falsch mache, noch immer sehr anstrengend, aber es wird besser. Ich werde entspannter dabei. Und apropos Entspannung… Ich bin was meine Füße angeht sehr kitzelig und mag es eigentlich garnicht, wenn man mich da anfasst, aber ich wollte das mit der Fußmassage mal ausprobieren… Und so knetete mein Hase meinen Fuß, während ich mich weiter im Raum umguckte. Man besprach sich, lachte, ging die Spiele durch, man kannte sich oder lernte sich kennen, da war ein reger Austausch zwischen den Gästen.

Leider wurden wir bei der Massage unterbrochen, der zweite Programmpunkt stand an: das gemeinsame Verhauen der Sklaven. Ein Raum, ein Bock, viele Frauen, viele Spielgeräte. Die jeweiligen Damen zu den Herren entschieden über eine Anzahl der Schläge, es gab Hinweise bei Anfängern oder besonders leidenswilligen Kandidaten, aber alles in allem hatten die Damen recht freie Hand und tobten sich aus. Ich habe nicht zugeschlagen, ich war einfach zu unsicher. Da wurde schon recht ordentlich durchgezogen und irgendwie… Schwierig, wenn ich den Hintern nicht kenne. Die anwesenden Damen hatten eine bunte Mischung aus Werkzeugen, die auf den Hintern der Herren landeten: lederne Fliegenklatschen, Bürsten, Kochlöffel, Metallpfannenwender (Erbstück von der Oma), Flogger, Gummistriemer, Peitschen, Gerten, ein großer entgrateter Fleischspieß, Kabel, Hölzer, es war ein Fest an Möglichkeiten. Die Spielzeuge wurden dabei nach jedem Einsatz desinfiziert, oder ausgetauscht.

Mein Hase durfte selbst entscheiden, ob er auf den Bock wollte oder nicht. Er konnte sich das erstmal ansehen und entschied sich dann dafür, was mich sehr stolz machte 😁 Und ich konnte mir angucken, wie man ihm den Hintern versohlt, es war wunderbar! <3

Bald darauf machten wir uns auf den Heimweg und fielen müde, aber sehr glücklich ins Bett ♥️ Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Wochenenden dieser Art.