Grenzen setzen im Poly-Land

Ich habe das Gefühl, es gibt zwei grundsätzliche Betrachtungsweise dieser Poly-Geschichte:

Nummer eins: „Du darfst vögeln wen du willst, trotz Beziehung? Ist ja voll geil!!“ und Nummer zwei „Oh, das klingt nach viel Herzschmerz und Klärungsbedarf“.

Die Wahrheit liegt, wie so oft, dazwischen. Freiheit ja, aber mit Grenzen.

Was mich in letzter Zeit häufiger beschäftigte, war die Frage, was ich von den Aktivitäten meiner Partner wissen muss. Und ich stelle fest: es geht mir besser, wenn ich vieles nicht weiß. Mir reicht die Info, dass es ein Treffen mit jemand anderem gibt, ich möchte keine Details, die über den Namen und vielleicht noch den Ort hinausgehen. Wenn mich Details interessieren, frage ich nach. Wenn nicht, dann nicht.

Warum? Weil es auch mich verletzt, wenn man sich zum Beispiel lange Zeit nicht sieht, da möchte ich nicht lesen, was er/sie mit jemand anderem macht. Weil ich gemerkt habe, dass ich mit dem „Ich liebe dich“ kämpfe, wenn ich das Gefühl habe, das andere wichtiger sind. Und weil ich weiß, dass es nicht so ist. Das meine Wichtigkeit nicht von anderen abhängt, meine Gefühle nicht davon abhängen, was andere Figuren in diesem Spiel fühlen. Ich möchte mich auf meinen Partner/meine Partnerin und mich konzentrieren, auf unsere gemeinsame Zeit, da liegt mein Fokus. Nicht bei den weiter entfernten Mitspielern.

Ich hatte erst ein schlechtes Gewissen. Ich meine, ich muss mich doch für das Leben und Erleben meines Gegenüber interessieren?! Als Partnerin ist das doch meine Pflicht, in gewisser Weise. Es dauerte einige Zeit und einige sehr schmerzhafte Momente, bis mir klar wurde, dass es das nicht ist. Nicht in dieser Form von Beziehung, nicht in meiner Form, in der ich zum Beispiel sehr genau überlegte, was ich erzählte, was ich in den Blog schrieb. Es gab einige Beiträge, die mich sehr viele Gedanken gekostet haben. „Kann ich das so schreiben? Ich weiß, XY vermisst mich, wird es ihn/sie verletzen? Aber ich habe es so erlebt, wenn ich das weglasse, fehlt da etwas und wäre Person AB gegenüber irgendwie unfair. “ Das wollte ich nicht, das ist auch eine Art der Heimlichtuerei und fühlt sich fast wie ein Betrug an. Und diese Verantwortung liegt auch nicht bei nur: Jeder, der hier liest, muss für sich selbst entscheiden, ob er das kann oder nicht.

Und so wie ich niemanden zwinge, meinem Blog oder meine Beiträge auf Twitter zu verfolgen, so zwingt mich niemand, alle Texte meiner Partner und ihrer Spielgefährten zu lesen. Es liegt in meiner Verantwortung, was ich mir zumute und was nicht.

Passt auf euch auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.