Reminder

Ein Reminder, nur für mich.

Ich vergesse manchmal, dass ich in erster Linie für mich schreibe. Dass es hier zwar auch darum geht, dass ich meinen schreiberischen Exhibitionismus bediene, indem ich meine Worte für alle sichtbar ins Netz stelle, aber dieser Ort hier vor allem mein Safespace ist.

Manchmal vergesse ich das. Und dann scheitere ich an der Idee, dass ich hier für andere schreibe. Dass ich Neues schreiben muss. Anderes als bisher. Das ich unterhalten muss und Wiederholungen langweilen. Und dann schweige ich, weil da nichts ist, was ich zu sagen habe. Weil der Druck zu groß ist, meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Meine heutigen Ansichten sind denen der Vergangenheit sehr ähnlich. Ich habe noch immer die gleichen Ängste. Und die Partyberichte werden auch irgendwann eintönig. Was nach diesem Gedankengang bleibt, ist das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen und, nun ja, dann gibt es wenig zu sagen.

Und, eben doch auch Stichwort Exhibitionismus: Mir fehlt meine Twitter-Crowd, so toxisch die auch zwischendurch war. Damals™ war ich im Bezug auf mein Schreiben deutlich selbstsicherer, ich habe geschrieben und den Link (meistens) ohne große Sorgen dann da reingeworfen. Dort gab es viele Leser, es gab Austausch, es gab vor allem sehr viel Bestätigung. Heute habe ich mein digitale Heimat auf Mastodon gefunden, wo ich auf meinem Kink-Account allerdings nahezu nichts schreibe. Ich bin da (noch?) nicht angekommen, nicht zuhause. Und es fühlt sich dann seltsam an, dort meine Texte zu positionieren, wenn ich sonst so wenig sage, als wäre ich nur da, um für mich zu werben. (Nein, ich möchte nicht zurück zu Twitter, auch nicht zu Bluesky.)

Dabei verliere ich mit meinem Schweigen so viel.
Mein Blog war schon immer auch mein Gedächtnis, ich kann hier nachlesen, wie berauschend manche Momente waren, was für tolle Dinge ich erlebt habe und auch mit wem ich sie erleben durfte, und er gibt mir so die Möglichkeit, Kraft aus diesem Erlebten zu ziehen. Auch Selbstsicherheit. Bestätigung. Gewissheit gegen meine Zweifel an mir selbst. Mein Blog ist für mich außerdem ein Mittel zur Selbsterkenntnis, mir hilft das Schreiben beim Analysieren und Verstehen meiner Gefühle, beim Begreifen meiner Ängste. Alte Beiträge lesen und neue verfassen ist ein gutes Mittel, wenn mein Kopf mal wieder in ein unschönes Rabbithole abgebogen ist. Ich kann nachlesen wer ich war, kann so besser verstehen, wer ich heute bin, wie ich dahin kam, warum ich manche Entscheidung getroffen, manches Gefühl gefühlt habe.

Jetzt gerade schreibe ich mal wieder, ich habe Worte, Bilder, Gefühle, die verschriftlicht werden wollen. Da ist ein innerer Drang, ein Bedürfnis nach Schreiben. Ich brauchte wohl neuen Input in Form einer neuen Person, mit der ich spiele. New Relationship energy is a thing. Mit dem Glücksrausch der Verknalltheit kam auch der Wunsch, wieder hier sein zu wollen. Ich habe ein paar Ideen, ein paar schreiberische Ansätze. Und vielleicht sollte ich mal wieder von Spielen und Partys berichten, schon für mein sonst so lückenhaftes Gedächtnis =) Ich werde es versuchen. Hoffentlich ohne Druck, ohne schlechtes Gewissen und ohne das Gefühl, keine Worte zu finden.

Und, gerade ein großes Learning bei mir: ich versuche mein Schreiben nicht davon abhängig zu machen, dass ich glaube, ihr würdet das evtl nicht lesen wollen. Ja, ich bin ein People Pleaser, aber dabei überschreite ich leider sehr regelmäßig die Grenze zu “ihr müsst selbst wissen, was ihr lest/hört/tut”. Ich werde übergriffig, aus Angst, aus Sorge, in meinen Beziehungen auch aus Fürsorge und Liebe, aber dennoch ist es nicht richtig und nicht gut. Ich arbeite gerade an diesem Punkt. Es würde mir sehr viele Sorgen ersparen. Und ihr hättet hier vermutlich mehr zu lesen, wenn ihr mitlesen möchtet.

Insofern: mir fehlte das hier und es tut gut, wieder hier zu sein. Und wenn ihr mit mir hier seid freue ich mich darüber und bin dankbar dafür <3
Aber das wichtigste ist: ich bin hier, bei mir. Ich darf hier sein, ich darf hier schreiben.

Siehe auch dies hier. Bissi komisch 4 Life ❤️