Ich liege vor dir auf den Matratzen, mein Slip liegt neben mir, mein Rock ist bis zur Taille hochgezogen. Meine geöffneten Beine zeigen zum Eingang dieser Nische, jeder, der einen Blick hinter den sehr dünnen Vorhang dieser Ecke im Swingerclub wirft, hat freien Blick auf mich. Auf mein intimstes Körperteil. Und weil ich natürlich ein braves Mädchen bin, tue ich was du mir befohlen hast, und spreize mit der linken Hand meine Schamlippen und halte sie geöffnet.
Ich fühle mich nicht nackt, aber entblößt.
In meinem Kopf eine Diskussion.
Das hier ist… heiß, wirklich heiß. Deine klare Ansage. Dein ¨Good girl¨. Überhaupt schon dein Wunsch, das hier so zu gestalten, macht mich an. Ich mag dieses Spiel, sehr sogar, und bin bereit, mich darauf einzulassen. Zumindest ein Stück weit. Ich hatte das so für heute nicht auf dem Schirm, aber: Hi, na? Das denkt sich wohl auch unser Zuschauer, der an der Tür steht. Er bleibt nur kurz auf Abstand, sitzt dann recht zügig neben uns auf der Matratze, deutlich interessiert an dem, was hier gerade passiert.
Ich… versuche nicht darüber nachzudenken, wie ich hier liege. Wo ich hier liege. Was dieser Mensch gerade sehen kann und sich ansieht. Dass hinter diesem Vorhang noch andere Menschen stehen könnten, Personen die mich kennen. Die Freunde, mit denen ich hier bin. Die dann eine Seite sehen, die ich ihnen so eigentlich nicht zeigen möchte. Unbekannte sind mir egal, aber meine Freunde, meine Partnerin…
“Nur gucken, nicht anfassen”. Du verhinderst, dass er noch näher kommt. Ich spüre seine Hände an meinen Füßen, den ersten Kontakt. In Swingerkreisen gilt eher erstmal vorsichtiges Annähern, dann Grenzen und Spielräume genauer abstecken. “Darf ich lecken?” Du guckst mich an, überlässt mir diese Entscheidung.
Ich denke dann doch nach. Wäge einen Moment lang ab.
Wären wir hier alleine, würde ich keine Sekunde zögern, ich würde meine Beine weiter spreizen, meine von meiner eigenen Erregung nassen Finger ablecken und genießen, wie mich ein Fremder leckt, würde darauf hoffen, dass du dich zu mir beugst, eine Hand an meinem Hals, und mich küsst mit meinem eigenen Geschmack auf all meinen Lippen… hab ich erwähnt, dass ich das hier wirklich heiß finde?
Fuck.
Gegenargument.
Ein kleines, blinkendes Signal in meinem Kopf. Verflucht.
Ich kann diese anderen Menschen, meine Menschen, die gerade irgendwo auf dieser Party herumschwirren, nicht ausblenden. Das ist zu viel, zu schnell und gleichzeitig nicht genug, es ist kompliziert.
Also sage ich nein und schüttle den Kopf.
Für den Fremden ist hier nichts zu holen und er verschwindet. Ich bereue mein Nein ein wenig. Nachdem du mir sagst, wie du weiter vorgegangen wärst, wie du diese neue Ressource in deinem, in unserem Spiel benutzt hättest, bereue ich noch mehr. Und habe gleichzeitig das Gefühl, dass du mir gerade einen Teaser in den Kopf gesetzt hast. Schon wieder.
Seit Wochen tauchen da immer wieder Bilder auf, die ich länger nicht gesehen hatte. Und ein bestimmter Teil in mir hat bereits die Popcornmaschine angeworfen und wartet auf das große Kopfkino. Die Sub. Die O. Der Teil, der dienen und benutzt werden möchte. Der Teil, der über Demütigung und Erniedrigung nachdenkt, der so neugierig ist auf diesen Schmerz und inneren Kampf.
In meiner Wahrnehmung, aus der Sicht einer Person mit schwierigen Glaubenssätzen, mit einer Vergangenheit und auch noch einer gelegentlichen Gegenwart voller wirklich dunkler Gefühle, kann das ein Spiel mit dem Feuer sein. Ich brauche ein Gegenüber, das auf mich aufpassen kann und dazu bereit ist, das weiß, wo in diesem Spiel die Gefahren lauern. Und ich brauche eigene Stärke und Selbstsicherheit. Ich kann nur Gefallen am Kriechen finden, wenn ich genau weiß, dass ich auch aufrecht laufen kann.
Ich sehe Chancen. Teaser. Möglichkeiten. Ich denke, wir sollten reden, uns unsere Bilder beschreiben, die Ideen, die Phantasien. Die Gefühle, auf die wir neugierig sind skizzieren. Und auch die Risiken abschätzen, die wir eingehen könnten. Ich fürchte mich vor dieser Seite in mir und werde das vermutlich immer tun. Aber ich sehe Chancen.
