Offenheit und Vertrauen

Als Antwort oder auch Ergänzung von der anderen Seite zu diesem Beitrag meines Herrn.

Ich bin neugierig und ängstlich, ich bin verunsichert. Ich bin Mensch. Wähle ich aber die Rolle der Sub oder auch die der O, muss ich mich in diesen Gefühlen zügeln lernen.

Ich bin neugierig, ich werde aber nicht fragen.

Ich bin ängstlich, werde es aber nicht zeigen.

Ich bin verunsichert, werde aber einfach vertrauen.

Auf der einen Seite ist das schön, weil „Yay, ich muss nicht nachdenken, keine Entscheidungen treffen!“ und ja, das ist für mich ein angenehmer Teil dieser Geschichte. Dieser Teil erlaubt mir, mich in einem Kino vor fremden Männern nackt auszuziehen. Erlaubt mir, mich meiner Lust hinzugeben. Erlaubt mir, frei zu sein.

Aber die andere Seite ist die, dass man manchmal alleine ist und nachdenkt. Grübelt. Fragen stellen möchte, sich das aber verbietet. Mir geht es so mit der Secret Night im Januar. Ich habe Fragen, habe Bilder, Gedanken, möchte mich auf der einen Seite gerne frei bewegen und alles sehen, möchte auf der anderen Seite aber endlich O sein. Möchte meinen Herrn nicht enttäuschen, aber auch nicht mich, möchte nicht überfordert aber auch nicht unterfordert werden. Möchte dies, möchte jenes… Stop. Und da kommt meine Bremse im Kopf. Ich vertraue darauf, dass er mir eine Rolle zuweist, die ich erfüllen kann und in der ich mich richtig aufgehoben fühle. Denn wir kennen uns. Ich kenne Teile seines Kopfkinos, er kennt meines. Und er möchte, dass ich mich entfalten kann, dass ich ihm so geben kann, was ich ihm geben möchte.

(Und ich hoffe, dass ich bis Januar nicht schwach werde und nachfrage.)

Woher dieses Vertrauen kommt, ist schwer zu beschreiben. Ich erinnere mich noch an das Kaffee-Date vor einem Jahr, das erste persönliche Treffen. Er hat Dinge erwähnt, die bei mir Bilder geweckt haben und Wünsche, die absolut weggeschlossen waren. Und er hat einfach mal eben diesen Raum, dieses Schrank, diesen Kasten geöffnet und dieses Bild hervorgekramt, das ich selbst längst vergessen hatte. Ich glaube, ich war mir damals schon sicher und habe beschlossen, mein Vertrauen in unsere Geschichte zu setzen. Dafür muss man ein paar Hürden nehmen, über Schatten und vor allem Scham springen. Aber ohne eine Investition wird das eben nichts. Wer nicht springt, wird nicht fliegen.

Und hier komme ich auf sein Thema, die Offenheit. Es ist Teil unseres Systems, dass Sub nicht alles weiß. Das mag in anderen Konstellationen anders sein, aber für mich ist das absolut in Ordnung durch mein Vertrauen, dass ich in ihn setze. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um die Spannung, was jetzt passiert. Die ist für mich nicht immer so angenehm zu ertragen. Aber ich habe Respekt vor seinen Regeln. Und wenn er mir nicht alles sagen möchte, respektiere ich das. Dadurch liegt ja nicht nur die Vorfreude bei ihm, sondern auch das Risiko. Was, wenn er sich mal vergreift in der Wahl der Waffen oder der Räumlichkeiten, der Mitspieler, meiner Stimmung? Das, was wir erleben, ist Dom (hoffentlich =D) im Kopf schon durchgegangen, er hat Dinge bedacht und abgewogen, vielleicht recherchiert und vorbereitet. Er hat sich etwas ausgedacht und überlegt und dabei geht es um mich, um meine Möglichkeiten, ihm voller Lust und Hingabe zu dienen. Das sollte an Wissen eigentlich reichen.

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