Zurück im Bordell – Eine Party mit Twin und Freunden

„Eigentlich will ich ja garnicht…“

Ich gebe zu, dass wir abends auf dieser Party landen, hätte ich mittags noch nicht gedacht. Am Tag zuvor hatte ich eine extrem schwierige Prüfung geschrieben und war heulend vor Wut auf Gott, die Welt und den Prof von der Uni nach Hause gekrochen. Am nächsten Morgen, dem Tag der Party, hatte ich eine richtig miese Fahrstunde und fand mich danach schon wieder vor Wut heulend auf der Couch. Alles war blöd. Und ich hatte abends für diese Party zugesagt und fühlte mich schlicht überfordert. Fesseln wäre nach meinem Geschmack gewesen, aber eine Swinger-Party mit BDSM-Keller? Aber da ist keiner der Fesseln kann… also, außer… Moment… Twin wollte am nächsten Tag zu ihrem Freund, für diesen Abend hatte sie noch keine Pläne. Ok. Swinger-Party mit BDSM-Keller, und ich bringe Riggerin und Sadistin mit. Ha! Also packten wir Klamotten und Spielzeug und los ging es. Ankommen, die Crew kennenlernen, umgucken. Wir fühlten uns erstmal in diesen Abend ein und gingen irgendwann in den Keller, fesseln und spielen.

Dummheiten und Schmerz

Ich wollte da etwas ausprobieren. Ein Futomomo im Stehen, das Körpergewicht auf einem Bein plus ein unterstützendes Seil am Hängepunkt. Und weil wir Spielkinder sind, kombinierten wir das mit der Atemreduktion und der üblichen Augenbinde. Eventuell haben wir beide die Anstrengung ein bisschen unterschätzt. Gott, das war dämlich. Ich war unheimlich angestrengt und instabil, fand zwar die Balance, aber ich hätte früher und deutlicher abbrechen sollen. Dabei fühlte ich mich total unsicher und hatte wahnsinnige Angst, dass mein Standbein nachgibt, ich in den Futomomo falle und mir dabei irgendwas im Oberschenkel reiße. Kein schönes Gefühl. Ich wurde erst deutlich, als ich die ersten Anzeichen der üblichen Kreislaufproblematik spürte, und ließ mich mit dem eingeschnürten Bein und den Seilen um den Oberkörper vorsichtig zu Boden. Dort lag ich dann, und nach einer Verschnaufpause arbeitete Twin sich durch unser Spielzeugsortiment. Dabei machte sie auch Bekanntschaft mit einer sehr speziellen Sorte Mann, dem Creep. Zaghaft streift er durch den Swingerclub, guckt hier und da und kommt einem dabei gerne zu Nähe, meist mit einer Hand in der Short.

Erste Male

Neu waren an diesem Abend aber nicht nur aufdringliche Zuschauer. Zum einen begrüßte Twin mich in diesem Keller schon zu Beginn mit Handschuhen. Ich stehe auf Handschuhe! Das brachte mich dezent aus dem Konzept. Dann spielten wir definitiv textilfreier als sonst. Ich stand nur mit Slip, Strapsgürtel und Strümpfen vor ihr, als wir unser Spiel begannen. Und schließlich griff sie zu meiner Klammersammlumg. Am Ende lag ich bebend vor Schmerzen mit der Kette der Clover-Clamps zwischen meinen Zähnen, den Klammern natürlich an den Nippeln, auf diesem kalten Boden. Und es war wunderbar <3 Das waren ganz neue Bereiche für uns und davon gleich so viele auf einmal!

Intermezzo

Wir kehrten langsam in die Realität zurück, räumten uns und das Spielzeug auf, verschwanden ans Buffet. Erstmal eine Pause, eine Stärkung war dringend nötig. Danach guckten wir uns ein bisschen um, beobachteten die anderen Gäste auf der Tanzfläche beim Fesseln und in den Zimmern. Und trafen schließlich wieder auf den Freundeskreis. Ich hatte das letzte mal sehr viel Spaß mit den dreien und hoffte auf eine Wiederholung. Nur sollte es diesmal noch viel besser werden.

Runde zwei

Twin und die Crew planten irgendwas. Da wurde ich sehr skeptisch, unangenehm skeptisch. Dieses verschwörerische, gemeinsam gefühlt gegen mich, triggerte irgendwas ganz unangenehmes. Die Idee war, mich unten im Dungeon auf den Bock zu schnallen, während auf der Schaukel daneben eine Frau fixiert war, die schon Spaß beim Zugucken und danach auch beim Ertragen haben sollte. Ok. Nein. Auf den Bock schnallen geht irgendwie nicht. NHD hat das einmal getan und ich mache das nicht nochmal. Ich fühle mich so viel sicherer, wenn ich mich bewegen kann. Außerdem kommuniziere ich über diese Bewegung. (Richte ich mich nach einem Schlag auf, brauche ich einen Moment. Wenn ich meinen Platz wieder eingenommen habe, kannst du weitermachen. Dabei kannst du davon ausgehen, dass ich meinen Platz wieder einnehme. Den räume ich erst, wenn es definitiv nicht mehr geht.) Reden ist im Schmerz manchmal schwierig, da ist die Körperhaltung als Signal viel, viel einfacher. Also spielten wir ohne Fixierung, nur manchmal hielt einer der Mitspieler meine Hände auf dem Bock fest. Was für ein Kampf! Zum einen wurde meine wunderbare Trance aus Schmerz und Lust immer wieder unterbrochen, weil die Truppe untereinander so viel Spaß hatte und mich damit voll aus meinem Gefühl riss. Es war aber auch einfach lustig! Spätestens als das Schlagwerkzeug im beengten Keller auf dem falschen Hintern landete =D Und zum anderen war ich durch das Fesseln und Spielen zuvor vermutlich abgefüllt mit Adrenalin. Wie bei meinem Date mit NHD damals, am Tag nach dem Fesseln, fanden wir keine Schmerzgrenze. Ich gab auf, als ich ganz deutlich spürte, dass ich diesmal blaue Flecken auf dem Hintern haben würde.

Ich habe keine Ahnung, was mit der Dame auf dem Schaukelbrett in dieser Zeit passiert, vielleicht kann Twin dazu etwas dazu erzählen. Ich war ganz bei mir und schwebte nach dieser Behandlung selig davon gen Bar.

Nicht lange danach beendeten wir den Abend und machten uns auf den Heimweg. Dort fielen wir totmüde, aber sehr glücklich ins Bett =) Die Schmerzen in den Tagen danach waren mir ein Fest =D

Ein Fazit

Ich denke, wir haben an diesem Abend viel gelernt. Wir werden nicht nochmal so eine im Endeffekt gefährliche Fesselung machen ohne ausreichende Sicherung und auffangende Hände um uns herum. Neugier ist nicht immer der beste Ratgeber. Für mich wichtiger war jedoch, dass ich mich auch nackt in Twins Gegenwart wohlfühle. Das mag jetzt komisch wirken, wir spielen schon länger und leben teilweise auch gemeinsam in einer Wohnung, aber ich habe da einfach so meine Hürden. Und das war eine große.

6 Gedanken zu „Zurück im Bordell – Eine Party mit Twin und Freunden“

          1. Ja, das macht shcon viel aus, wenn auch andere sich in ähnlicher Weise vergnügen. Zu kalt finde ich schwierig, manche behaupten ja, dass es den beteiligten von alleine warm wird, wenn sie es richtig machen, aber ich habe da durchaus gemischte erfahrungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.