Von Endgegnern und Spuren

Eigentlich sollte es in diesem Beitrag um etwas anderes gehen. Schon vor Monaten wurden Pläne geschmiedet für ein Shibari-Wochenende in einem privaten Kreis, dafür reisten Twin und ich zu Beginn der Woche nach Süden. Leider wurde dieses Wochenende abgesagt und wir standen erstmal planlos in Franken. Was nun? Dann machten wir das Beste aus der Situation: wir wandten uns an meinen Freundeskreis in der Ecke. Und so landeten wir am Donnerstag im Swingerclub, am Samstag auf einer BDSM – Party.

Der Besuch im Swingerclub

Ich sehe A nicht oft und wenn sich dann schon mal eine Möglichkeit ergibt, nehme ich sie gerne wahr =) und so verabredeten wir uns für einen Besuch in dem uns bereits gut bekannten Swingerclub. Wir wollten erstmal zu dritt gucken, worauf wir Lust haben (Seile und Spielzeug waren dabei), und für Twin war es in Ordnung, wenn ich mich irgendwann mit A für eine Zeit zurückziehe.

Wir trudelten ein, guckten uns ein wenig um, aßen, Twin und A lernten sich erstmal kennen. Irgendwann gingen wir die Räume durch und landeten im kleinen BDSM-Raum. Klein, aber fein, und abschließbar. Die Traube, die sich immer wieder versammelte, konnte zwar durch das Gitter gucken, aber die Tür war deutlich geschlossen. Wir gingen erstmal die Spielzeuge und Seile durch, die sich in unseren Taschen befanden, überlegten, worauf wir Lust hatten.

A war neugierig auf die Seile. Wir verteilten ein paar Handtücher auf dem Boden, um zumindest ein bisschen Komfortzone herzustellen, und legten die Seile zurecht. Ich guckte den beiden zu und hatte die Tür im Blick. Sie fesselten nicht lange, es ging um einen ersten Eindruck mit dem Hochzeitsshibari, einem Futomomo und einer Todesspirale.

Twin wandte sich dann mir zu. Wir blödelten erst ein wenig herum, sie griff zu einem bruchsicheren Lineal, ich zu Walther von der Vogelweide, tandaradei. Mit dem Flogger wurde sie dann fieser, die atemreduzierende Fesselung holte mich schließlich auf den Boden zurück.

Die Spuren den Floggers ein paar Tage später

Danach ging es kurz unter die Dusche, dann etwas trinken und schließlich mit A auf die Matte. Dort trafen wir auf einen Mitspieler, der wohl unter dem Namen „Taras Endgegner“ in die Geschichte eingehen wird. Jedenfalls nahm er mir jedes bisschen Multitakingfähigkeit, als er sich von hinten in mich schob. Fuck. Groß. Schon ein Hauch zu groß. Schmerzhaft. (Wie sagte eine Arzthelferin bei meinem Frauenarzt mal: „Das erdet einen schon, wenn da einer ordentlich gegen den Muttermund stößt.“) Ich war geerdet, ich war meine fucking innere Mitte in diesem Moment. Nur blasen ging nicht gleichzeitig, I’m sorry. Und, genau wie ich, kommt er nicht einfach so beim Sex. Wie lustig. Aua. A lachte nur und verschwand kurz, sammelte mich dann ein wenig später ein, als ich für diesen Abend einfach genug Lust und Schmerz angesammelt hatte. Wir gingen nochmal duschen, pflückten Twin von der Bar („Soso, es gab einen Endgegner?“ *fettgrins*) und verschwanden in die Nacht.

(Twin gab während unserer Matteneskapaden übrigens ein kleines Coaching in Sachen Spanking.)

Die Party im Cult

Meine letzte Party im Cult war schon viele, viele Jahre her. Damals war ich noch wesentlich zurückhaltender als heute, weniger mutig, ganz am Anfang meines Weges. Heute marschiere ich mit meiner Begleitung in den Spielbereich, werfe ohne zögern meine Kleidung in die Ecke und stelle mich nackt und erwartend ans Kreuz =D

Aber lasst mich vorne anfangen.

Erinnert ihr euch noch an M?

Wir sind nach unserem Date damals in Kontakt geblieben, waren abundzu Kaffee trinken und wollten auch mal wieder miteinander spielen. Dazu kam es jetzt endlich =) Wir verabredeten uns für die „Macht der Nacht“ im Cult.

Twin und M lernten sich kennen und verstanden sich, wir guckten uns erstmal um (Bar, Tanzfläche, zwei kleinere Spielräume, einer ruhiger, in den anderen schwallte und knallte jedesmal die laute Musik von der Tanzfläche, wenn jemand den Spielbereich betrat), wir quatschen an der Bar gegen die laute Musik an und verzogen uns dann kurze Zeit später erstmal nach draußen. Dort war es wesentlich ruhiger und wir konnten in Ruhe reden. M erzählte mir, dass er sich einige meiner Ideen für Spielzeuge von seiner persönlichen Peitschenbauerin hatte umsetzen lassen und ich war neugierig. Wir holten sein Spielzeug aus dem Auto und verschwanden in das lautere Spielzimmer. Das Kreuz dort gefiel mir besser und solang mir die Musikauswahl nicht vollkommen zuwider läuft, kann ich auch so laute Musik einfach durch mich fließen lassen beim Spiel.

Kurz darauf kam Twin hinterher (zu ihr hatte sich in der kurzen Zeit, die wir am Auto waren, ein Neuling gesellt und ich hatte die beiden gebeten, M und mir einen Moment Zeit zu geben). Wir testeten uns durch das Spielzeug. Ich habe keine Ahnung, wer wann was getan hat. Erst war ich aufmerksam und habe genau nachgespürt, wie sich was anfühlt, aber irgendwann habe ich mich treiben lassen und einfach genossen. Wir waren bestimmt eine Stunde beschäftigt, mein Hintern brannte, am Butterbrettchen klebte ein bisschen Blut (die spitzen Instrumente immer ganz zum Schluss, irgendwann lernen wir das bestimmt), und ich hatte Durst. Also anziehen, ab an die Bar (wo mich jemand ansprach und für das Gesehene und Gehörte bedankte, dazu gleich mehr), dann nach draußen, atmen.

Die Spuren am Morgen danach

Twins Neuling hatte sie um eine Fesselung gebeten und wir zogen uns in den stilleren der beiden Räume zurück. Ich hatte mich gerade dazu gesetzt, da sprach mich besagter Mann von der Bar nochmal an und wir verzogen uns für das Gespräch vor den Club, Twin ließ ich unter M’s wachsamen Augen mit dem Neuling alleine.

Wir redeten über vieles, querbeet, er war mir sympathisch. Dass ich sein Angebot, sich für einen… privateren… Moment nochmal in eines der Spielzimmer zurückzuziehen, ausschlug, lag tatsächlich vor allem an der fortgeschrittenen Uhrzeit.

Ich gebe zu, ich wäre schwach geworden =) Es imponierte mir, dass er hartnäckig blieb. Seine Finger auf meinem Körper gefielen mir, forsch, mutig, neugierig. Und so wunderten Twin und M sich wohl ein wenig, als sie sich zu uns vor den Club gesellten, wir die Heimfahrt angehen wollten, und ich mich von einem Fremden mit einem Kuss verabschiedete.

Bonuslevel: Das Stundenhotel

Nachdem ich erstens am Montag etwas Zeit hatte, zweitens das Gefühl loswerden wollte, dass A am Donnerstag zu kurz gekommen war, und drittens Twin kein Problem damit hatte, für ein, zwei, ok, zwei komma fünf Stunden im Thalia zwei Straßen weiter zu verschwinden, begleitete ich A erst zum kostenlosen Feriencheck der Aidshilfe (sehr coole Sache, kostenlos aber nur für homo/bisexuelle Männer) und danach in ein Stundenhotel. Sagen wir es so: Der schon vorhandene Muskelkater in den Beinen wurde nochmal ordentlich verstärkt, eventuelle Zuhörer dürften sich gut unterhalten gefühlt haben und emotionale Schieflagen wurden erfolgreich beseitigt. Den Rest überlasse ich eurer Fantasie =)

Anmerkung von Twin:

„Ich musste Tara förmlich treten, dass sie das Date im Stundenhotel noch annimmt. Sie hat erst zugestimmt, nachdem ich damit gedroht habe, ihr meine Zustimmung im Notfall eurythmisch vorzutanzen. Ich hätte es auch getan:

GEH HIN MIT STARKEM ICH-HAB-KEINE-AHNUNG-VOM-TANZEN-AKZENT!

Twin over.“

PS: Die nicht so schönen Momente gab es, als Twin in Cult von einem etwas aufdringlichen Sklaven belästigt wurde. Sich wiederholt nackt vor fremde Füße werfen ist in meinen Augen genau das: Belästigung. Auch schon beim ersten Mal.

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