Ein Date im Alltag – Die WG erobert sich Raum zurück

Wir hatten schon lange nicht mehr so wirklich gefesselt. Zuletzt Anfang Februar. Twin war dann noch einen Monat in Hamburg, ich im Süden der Republik, und die Partys danach wurden alle abgesagt.

Und in unserer WG ist es, wie es wohl in den meisten Beziehungen ist, der Alltag gewinnt die Oberhand, man könnte ständig Fesseln, Spielen, irgendwas tun. Aber Netflix, Hörbuch, Videospiel. Einfach so passiert nichts. Und so nahmen wir uns letzte Woche bewusst Zeit und nunja, stellten fest, es fluppt nach der langen Pause nicht mehr so einfach. Es war schön und emotional, ich vergoss Tränen hinter meiner Augenbinde, spürte aber vor allem, wie weit weg wir voneinander waren. Lag in unseren Seilen und wunderte mich, wie anders sie sich anfühlen.

Also was tun? Wir verabredeten ein neues Date, eine Woche später. Spielen oder Fesseln, egal, Hauptsache Zeit wirklich genau dafür. Das Fesseln gestern war so viel besser. Wir lachten erst sehr viel, waren albern, kamen aber mit den ersten Seilen dann zur Ruhe. Ich hatte schon den ganzen Tag Bauchschmerzen, noch mehr Schmerz war kein Thema. Daher waren die ersten Seile locker, nicht nach festem Muster.

20200417_132052.jpgTwin sponn meinem Oberkörper ein, verknüpfte Seile, wenn sie sich begegneten, umarmte mich so mit immer mehr Lagen. Dann legte ich mich auf die Seite und sie verknotete mein rechtes Bein und verband es mit meinem Zopf, mit dem Lagen dazwischen. Das ziepte, ich hielt den Atem an.

20200417_132029.jpgMonatelanges Haare wachsen lassen für genau diesen Moment <3 Ich fühlte mich ausgeliefert wie selten, der Hals gestreckt und frei zugänglich, Konzentration darauf, den Kopf im Nacken zu behalten ohne dabei zu verkrampfen. Dann das zweite Bein über das erste gebunden, Seillagen um beide Beine herum. 20200417_132130.jpgIch atmete tief und gleichmäßig, von den einzelnen Spannungsmomenten abgesehen versank ich vollkommen in mir und driftete weg. Als würde sich meine Matratze öffnen und mich verschlucken in warmer Dunkelheit. Ich entspannte mich, genoss, flog, lächelte selig und tief in mir hinter dieser Maske aus Konzentration und Ruhe. Es fällt mir sehr schwer, euch dieses Gefühl in Worte zu fassen, es war einfach perfekt für diesen Moment. Die Glücksgefühle fluteten durch mich durch, Liebe, Dankbarkeit, Wärme. Es war einfach so richtig <3


Ich hoffe, wir finden in dieser Zeit ohne Veranstaltungen und Kink außer Haus mehr Zeit für uns und noch weiter zurück in unseren Alltag.

 

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