Frühlingserwachen

Der erste Besuch im Pornokino seit… ach, seit ewig. Wir waren laut, verschwitzt und mal wieder die letzten.

Aber fangen wir vorne an. A war mal wieder (zum Glück) beruflich in NRW unterwegs. Ich hatte 4 Wochen mit Blutungen und Schmerzen hinter mir, ich wollte mich austoben, diese Zeit abschütteln und endlich mal wieder einfach Spaß haben mit Fremden. Uns stand also beiden der Sinn nach Sex mit mindestens einem Mann mehr, daher entschieden wir uns für einen Besuch im Pornokino. Ich meldete uns als Paar im JOYclub sichtbar an und erstellte ein Date mit der Suche nach einem bisexuellen Mitspieler. Es regnete Zuschriften, wie erwartet. Und wie erwartet kamen die meisten Zuschriften von laut Profil heterosexuellen Männern. Ja. Nein. Schwierig. Da helfen dann auch Versicherungen in den DMs nicht, dass man wirklich wirklich WIRKLICH bisexuell sei, es ruiniert einfach den ersten Eindruck. Aber gut. Damit hatten wir gerechnet. Wir gaben unsere ungefähre Ankunftszeit an und hofften das Beste.

Ich war ein paar Minuten vor ihm da und suchte im Kino erstmal nach dem Damen-WC. Die wie immer netten Besucher konnten mir weiterhelfen, und so ging ich erstmal aufs Klo, suchte mir danach eine vom Eingang gut sichtbare Ecke und zog mich schon mal um. Beguckte mir dabei die Männer, die mich bei diesem intimen Moment des Umziehens mitten im Barbereich bewusst nicht beguckten. Eine Netz-Strapsstrumpfhose, ein schwarzer Slip, darüber ein Mesh-Kleid. Ich wollte ein wenig overdressed unterwegs sein und ich wollte mich zeigen. Das Bedürfnis habe ich selten, aber diesmal war mir danach =) A trudelte ein, wir stopften unser Gepäck in einen Spind und gingen erstmal zum Luftschnappen und Maske lüften in den kleinen Innenhof. Dann zogen wir eine Runde durch das Kino, um uns die Möglichkeiten anzusehen. Gefühlt ist das Kino jedesmal ein wenig anders, wenn wir da sind… war da schon vorher die Treppe, ah, da ist dieser Raum, ich dachte, der wäre da hinten?! Und alles ist schwarz-rot und wie in einem Labyrinth.

Wir zogen uns in den Raum zurück, den wir schon mal gewählt hatten, ein Raum mit einer größeren Liegefläche und einem Sofa gegenüber. Wir entkleideten uns und dachten, wir versuchen es bei den Neugierigen draußen vor der Tür erstmal mit einer Einladung. Ich legte mich über die Kante der Liegefläche und A schob mir seinen Schwanz in den Hals. Ich hörte die üblichen Geräusche, die Reißverschlüsse und das Rascheln von Kleidung. Wir ließen ihnen einen Moment, dann fragten wir mal nach, ob jemand mitmachen möchte. Nein, nein, lieber nur Zuschauen. Und dann schlossen wir die Tür, weil nur Zuschauen eben zu wenig ist.

Meh. Sowas hatten wir erwartet. Dennoch war es für den Moment ärgerlich. Wir gaben uns ein paar Minuten, und auch den Kerlen vor der Tür. Dann öffneten wir sie nochmal. Und dort stand jemand, dezent überrascht von der plötzlich offenen Tür, aber ja, er würde gerne mitmachen. Bi war er nicht, aber für A war es dennoch ok. Und so waren wir dann doch wieder zu dritt in diesem Raum.

Ich hatte endlich wieder zwei Männer in mir. Mir fehlte diese Art von Spaß haben, nicht denken, nicht fragen, einfach vögeln. In Corona-Zeiten war das schlicht nicht möglich, aber mittlerweile traue ich mich langsam wieder aus dem Schneckenhaus. Im Kino wurde jeder am Einlass kontrolliert, Impfnachweis, Ausweis dazu, das vermittelt einfach ein Gefühl von Sicherheit. Und das konnte ich in diesem Moment genießen.

Wir hatten sehr viel Spaß, flutschten verschwitzt über die Kunstleder-Oberfläche der Liegefläche. Die beiden Männer wechselten sich ab, bis schließlich der Unbekannte mich sehr ausführlich fickte und fingerte, während A auf dem Sofa saß und uns zusah, ein sehr zufriedenes Lächeln im Gesicht. Ich hatte leider den Vibrator zu Hause liegenlassen, was ich an diesem Abend nochmal bereuen sollte. Aber der Unbekannte konnte das gut, ich wand mich unter seinen Fingern und genoss dieses Gefühl, vor Lust auszulaufen.

Ich wollte das einer der beiden Männer kommt. Das klingt seltsam, wenn ich es einfach so formuliere, aber genau das wollte ich, ich mag es einfach und es macht mich so zufrieden =) Also blies ich den Unbekannten bis er kam, laut und leidenschaftlich. Perfekt <3 Wir lösten uns langsam aus der sexgeladenen Stimmung, zogen uns an und begannen eine Unterhaltung. Wie wir es immer schaffen, von Sex zu Politik zu kommen, es dauerte keine drei Minuten, dann waren wir bei der aktuellen Wahl =D

Wir gönnten uns eine Cola, setzten uns im Barbereich hin und redeten ein wenig, bis der Unbekannte sich verabschiedete und in die Nacht verschwand. A wollte noch eine Runde in den Raum mit dem Gyn-Stuhl =D Ich sammelte den kleinen Baumwollbeutel aus dem Spind, in dem ich ein paar Latex-Handschuhe und Gleitgel mitgebracht hatte und wir zogen los.

Diesmal saß ich erst einmal in dem Stuhl. Er hatte die perfekte Höhe, A konnte tief und fest zustoßen. Ich krallte mich in die Polsterung, stöhnte laut, drückte mich ihm entgegen. Hätte er den Vibrator noch zur Verfügung gehabt, ich hätte vermutlich das Kino zusammen geschrien. Er triggerte unser Kopfkino mit der Idee, mich das nächste Mal an den Stuhl zu fixieren, mit Plug, Knebel und Augenbinde, und sich erst selbst an mir zu bedienen, um dann zuzusehen, wie sich noch andere an mir bedienten. Eine für mich extrem reizvolle Phantasie =)

Dann tauschten wir die Plätze. Ich zog die Handschuhe über, verteilte Gleitgel auf seinem Anus und drang mit einem Zeigefinger in ihn ein. Suchte den richtigen Punkt, stimulierte ihn. Die ersten Seufzer, ich wollte tiefer, zack, der Porno auf dem Bildschirm in dem kleinen Raum ging aus. Dann wurde der Bildschirm blau. Das schummrige Licht im Raum ging aus. Und plopp, das leider sehr helle Licht über uns ging an. Man scheuchte uns aus der Kabine, das Putzteam war schon unterwegs. Laut der Homepage hatte das Kino noch über eine Stunde geöffnet, aber was sollten wir machen… Wir zogen uns an, verabschiedeten uns und verschwanden Richtung Haltestelle. Dort verabschiedeten wir uns voneinander, A wollte noch ein wenig durch die Nacht spazieren, während ich mich mit der Straßenbahn auf den Heimweg machte.

Es war ein sehr schöner Abend, voller Lust und Spaß. Aber ich habe gelernt: wenn wir uns irgendwann mal mit jemandem fest verabreden, machen wir das vor dem Kino. Im Kino hat man sofort die übliche Traube Verfolger um sich und verliert jeden Überblick. Ich habe im Nachhinein, beim Blick gestern morgen in den JOYclub, einige Gesichter wiedererkannt, die ich gestern Abend im Kino live gesehen habe. Aber im Kino sind es für mich einfach immer zu viele Eindrücke, zu schummriges Licht, zu viele Personen. Und wenn das hier zufällig ein wirklich bisexueller und auch interessierter Mann liest: Hi, na? Öfter hier? Schreib mir doch mal!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.