Machen, einfach machen – Teil zwei – #PicknickimBEDO

Was tun, wenn erstmal keine Veranstaltungen stattfinden? Man sucht sich Mitstreiter und mietet seine Lieblingslocation.

Erzählt hatte uns von dieser Möglichkeit der Fotograf unserer Shibari-Session. Keine 24 Stunden später hing ich am Telefon und sprach mit dem Besitzer des Bedos in Dortmund. Eine kleine Gruppe, jeder wirft ein paar Euro in den Topf, das war machbar. Als Termin wählten wir einen Zeitpunkt, zu dem das Bedo günstig zu mieten war, Sonntag Nachmittag bis in den Abend hinein. Ich fragte auf Twitter in die Runde und wartete, es dauerte nicht sehr lang, und wir hatten unsere Truppe zusammen. Wir legten die Regeln fest: Getränke und Musik gibt es vor Ort, für Essen sorgen wir selber. Es geht nicht um Tanz oder um Party, es geht um die Möglichkeit zu spielen in einer kinky Atmosphäre, mit anderen kinky Menschen. Manche suchen in der Umgebung und der Gesellschaft ein wenig nach dem, was uns Corona lange genommen hatte. Andere lernen diese Umgebung erst neu kennen und können sich in einem großen Club in einer kleinen Runde bewegen, die so viel privater ist als jede offizielle Veranstaltung.

Mittlerweile gab es zwei dieser Treffen, die Location ist für den nächsten Termin reserviert, die Gästeliste beinahe voll. Aus einer spontanen Idee entwickelt sich gerade etwas, mal sehen, wie lange es hält. Die großen Partys finden wieder statt, das Leben kehrt in die Szene zurück. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich diese Truppe verläuft, schon wegen der teilweise sehr langen Anreise. Aber für jetzt und hier sind wir noch da, in diesem Safe Space noch am Rande der Pandemie.

Ich möchte meine Eindrücke dieser beiden Termine hier festhalten. Sie sind sehr persönlich und eher keine sexy Partyberichte. Na gut, ein bißchen sexy. Aber eben nicht nur. Ihr werdet es ja lesen.

Sex, Spiele und Lernen durch Schmerz

Apropos sexy. Also die erste Party hatte ziemlich schöne Momente in diese Richtung. Meine langjährige Freundschaft+ war zu diesem Termin extra nach NRW gereist und kennt ihr diese an Ketten aufgehängten Bretter, gerne in hübsch gepolstert? Das im Bedo hat eine sehr nette Höhe für uns. Und auch der Gyn-Stuhl ist sehr schön, ich spiele einfach gerne mit Latexhandschuhen und Gleitgel an Männern herum. Aber ich habe auch wieder gemerkt wie verunsichert ich da noch bin, wie ungeübt und zu schüchtern meine Handgriffe noch sind. Dennoch hatten wir viel Spaß. Die Schwierigkeit war, diesen Spaß mit meiner anderen Begleitung, meiner Partnerin Twin, unter einen Hut zu bringen. Wir wollten eigentlich spielen, der Druck den wir uns da gemacht hatten war groß. Uns fehlten über Monate die Lust, die Möglichkeiten, wir waren mit anderen Aspekten des Lebens beschäftigt und leider auch mit Depressionen. Und so gab es kaum Spiel, das Thema Sex war und ist noch immer in der Schwebe und im Ergebnis war da die große Hoffnung, an diesem Tag endlich endlich endlich wieder was zu machen. Und umso tiefer war der Fall, als wir das zwischen Gastgebern, mit anderen spielen und einer kurzen Shibari-Einleitung für die Runde einfach nicht geschafft haben. Dazu kam mein geknicktes Ego, als Twin meinem ehemaligen Spielpartner die schönsten Spuren schlug in einer Art und Weise, wie ich es einfach niemals könnte. Der Abend nach der Party war nicht schön, die Tage danach sehr lehrreich was unsere Beziehung anging und wir sind noch immer dabei, es in Zukunft besser zu machen. Wir hatten uns einfach zu viel vorgenommen und wollten alles richtig machen, auf der Strecke blieben dabei wir.

Neues Spiel, neues Glück

Runde zwei. Diesmal ohne die Freundschaft+ und ehemalige Spielpartner, dafür mit der klaren Idee zu gemeinsam zu spielen. Einige Gäste der ersten Runde waren wieder dabei, es gab ein paar Neuzugänge. Ein großer Tisch voller gutem Essen, darunter eine in der Location frisch gebackene Lasagne. Da war schon ein wenig Routine, das nahm Twin und mir den Druck etwas.

Wir hatten uns vorher überlegt, was wir tun wollten, hatten passend dazu nur das nötige an Spielzeug dabei und suchten uns an diesem Abend zwei Momente für uns. Das gemeinsame Fesseln war schön, machte uns aber auch deutlich, was wir an Routine und Sicherheit durch die lange Pause verloren hatten. Die Musik war zu laut, die Leute liefen an uns vorbei, wir fanden in uns nicht die nötige Ruhe. Früher wäre das einfacher gewesen, jetzt brauchte es ein wenig Kampf und die wirkliche Tiefe des Subspaces blieb unerreichbar. Dennoch war es schön und und das Gefühl der Seile lang vermisst ❤️ Wir werden uns die Routine wiederholen, ich denke, mit den Partys erwachen auch wir wieder und unser Kalender ist für diesen Herbst und Winter schon gut gefüllt.

Ich bin sehr gespannt, wie es mit diesen Treffen weitergeht. Unsere Gäste reisen teilweise sehr weit an, am Ende des Abends wird schon nach dem nächsten Termin gefragt, also ich denke, wir haben Spaß =) Ich bin dieser Runde einfach nur wahnsinnig dankbar, ich habe dort neue Freunde gefunden und bestehende Freundschaften vertieft. Danke für eure Zeit, eure Anwesenheit, eure gemeinsamen Momente mit uns ❤️

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