Orangenbaumblüten liegen auf dem Weg

Ich schreibe diesen Beitrag nur bedingt freiwillig. Die Frau besteht darauf, dass ich ihn heute schreibe, weil ich jetzt gerade sehr, sehr glücklich vor mich hin flattere, und sie es für eine gute Idee hält, eine heutige glücksgeborene Erkenntnis schriftlich festzuhalten, bevor ich wieder in meinen Ängsten verschwinde. Weil vielleicht. Vielleicht. Funktioniert dieses Poly-Ding für mich, wenn ich es mache und nicht nur kaputt denke.

Aber wie kam ich zu diesem klugen Gedanken?

Wir erholen uns gerade von einem Wochenende voller Freunde und Spaß. Wir hatten zum Picknick geladen, hatten im Zuge dessen drei Übernachtungsgäste und einen Fetischclub voller wunderbarer Menschen und viele tolle Momente.

Es wurde sich sehr herzlich begrüßt, dann gegessen, gefesselt und gehauen, Gerüchten zufolge steckten Körperteile in Körperöffnungen, man snackte nochmal eine Kleinigkeit und am Ende waren die Verabschiedungen nochmal so viel herzlicher als das Hallo. Ich schreibe das hier so kitschig, aber ganz ehrlich, es war so.

Ich hatte ein Date mit meinem Rigger Andy, der zum ersten Mal beim Picknick war. Ich wurde gut verschnürt, dann wurden unter die Seile Kronkorken geschoben, diese ordentlich mit Tattoo-Stiften von eins bis vierzig durchnummeriert und beim Abfesseln nochmal zwei addiert. Meine Oberschenkel, meine Brüste und mein Bauch sehen noch immer recht bunt aus, auch weil noch ein paar kräftige Schläge verteilt wurden. Das Nachzeichnen solcher Kronkorken-Druckstellen mit einem einfachen Filzstift tut übrigens richtig fies weh. Falls euch mal danach ist.

Heute betreiben wir Nachlese. Sortieren das Erlebte. Und ich stelle fest, dass ich es schade finde, einer Person nicht näher gekommen zu sein und das nachholen möchte. Dass ich bei einer anderen Person eigentlich meine emotionalen Segel streichen wollte, weil ich dachte, der Abstand zwischen uns wäre mittlerweile zu groß, ebenso wie die “Konkurrenz” und überhaupt war ich da immer schon ängstlich, und dann steht er da und begrüßt mich mit einem unschuldigen Küsschen und ich will einfach nur von ihm an die nächste Wand gedrückt und zu Dingen genötigt werden. Wow. hust Geht wieder. Und dann schreibe ich mit einem furchtbar lieben Menschen darüber, dass er hoffentlich den Weg zu einem der nächsten Picknicke finden wird, weil ich mich gerne mal wieder mit ihm zum Plüschen und Küssen zurückziehen würde, weil wir uns selten sehen und uns in diesen seltenen Momenten der Raum dazu fehlt. Und ich bin meinem Rigger furchtbar dankbar, dass er da war und wir mal wieder intensiv und nicht ganz jugendfrei Fesseln konnten, trotz langer Anreise und sicherlich einer Gewissen Unsicherheit ob der Situation. Und natürlich für einen Teil der Kronkorken. Ebenso wie meiner Partnerin, für den anderen Teil der Kronkorken, die Blutergüsse auf den Brüsten und vor allem für ihre Freude darüber, wie happy ich heute durch die Gegend schwirre, obwohl sie an diesem Wochenende definitiv zu kurz gekommen ist.

Die guten Gefühle fluten gerade sehr extrem und ich hoffe, ein bisschen hier rein gießen zu können für die anderen Tage. Ich bin gerade scheißglücklich. Ich darf mich genau so fühlen. Die hier erwähnten Menschen wollen, dass ich mich so fühle. Ich muss mich nicht alle drei Sekunden versichern, dass ich niemanden verletze, weil ich etwas verbotenes fühle. Und jetzt und hier ist alles gut. Einfach alles gut.

 

PS: Und ja, Blüten. Blätter wären nicht genug.

Ein Gedanke zu „Orangenbaumblüten liegen auf dem Weg“

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