Silvester 2023 – Blessed with wings

Wenn du beim Versuch mal eben das Jahr zu rekapitulieren sechs Seiten zurückblättern musst, weißt du, dass in diesem Jahr viel passiert ist. Und es war wirklich ein spannendes Jahr, voller Entwicklung und Fortschritte.

2023 hinterlässt mich müde, ein Stück weit atemlos, aber so zufrieden und glücklich. So viele Partys, Sessions, Menschen, Eindrücke und Gefühle! Ich bin momentan in einer Phase des mich Sortierens, ich komme nach sehr viel Trubel wieder langsam zur Ruhe. Dieses ganze System an Menschen und Verbindungen braucht etwas Ordnung, für die ich mir nun die Zeit nehmen kann, muss und auch möchte.

Mit der Erweiterung unseres Polyküls und dem Kink-Urlaub taten sich im Jahr 2023 neue Welten auf, so übertrieben das jetzt klingen mag:

Neue Menschen bringen neue Emotionsräume mit sich, neue Gefühle in neuen Nuancen. Die Gefühle, die ich für Twin empfinde sind andere als die zu C3, so wie die für den Kater andere sind ist als für Shiny, aber das alles sind sich verändernde Nuancen von Liebe, Zuneigung und Intimität und sie bringen mich seit Wochen und Monaten zum Leuchten. Es ist nicht einfach, ich bin sehr viel mit Fühlen, Verarbeiten und Kommunizieren beschäftigt, ich stolpere und mache Fehler, aber solange ich daraus lerne, ist es den Weg wert. Und außerdem… dieses Leuchten. Das macht was mit mir, sehr viel sogar, und ich hoffe, nicht nur mit mir. Ich ziehe aus dem Gefühl geliebt zu werden, begehrt zu werden sehr viel Unterstützung, Sicherheit, Wärme, Geborgenheit, habe so ausreichend Kraft und Mut für mich und kann meine Herzensmenschen bei ihren Ideen und Unterfangen unterstützen, kann sie lieben und auffangen, wie sie es auch mit mir machen.

Der Kink-Urlaub war ein Schritt in eine neue Tiefe des Themas BDSM. Eine Woche lang in einem kinky Umfeld klingt erstmal nach “Ok, nice, Entspannung im Safe Space!”, aber es ist eher wie ein Festival, nach dem man auch gerne noch ein paar Tage Urlaub mehr hätte, um wieder runterzukommen, weil man tagelang neuen Input gesammelt hat und diese ganzen Eindrücke erstmal verarbeiten muss. Und über diesen Urlaub haben sich weitere Türen geöffnet, auf die ich so gespannt bin!

2023 war für mich das Jahr, in dem ich mich wirklich angekommen gefühlt habe. Angekommen in mir, mit dem Wissen, dass es da noch viel mehr Wege gibt, und der Vorfreude, einige davon noch zu erkunden. Angekommen in meinem Umfeld voller beeindruckender Menschen, und ja, sie wollen ihre Zeit tatsächlich mit mir verbringen, das ist kein Versehen und kein Irrtum. Ich habe da ein Umfeld voller Liebe, Vertrauen und Sicherheit (und Schmerz <3). Ich veranstalte selber ein gut besuchtes Event, ich bin mit Menschen, die ich lange bewundert habe mittlerweile befreundet und darf Teil ihrer Welt sein, und sie wollen Teil meiner Welt sein. Ich bin so dankbar dafür. Und ich durfte mit einem Teil dieses Umfeldes auch in das neue Jahr starten, was ich mir nicht besser hätte vorstellen können:

Zu Beginn des Abends war es wirklich schwierig für mich, Twin, C3 und Shiny + Spielpartner, dazu noch ein guter Freund von uns, unsere Over Emotional Support Hyena, und ein weiterer Gast der Veranstaltung in einer Runde, das war alles etwas viel Trubel. Auch, weil ich in meinem Polykül noch nicht ganz entspannen kann. Mit den einzelnen Personen ist das kein Problem, aber bei einer solchen Haufenbildung wird mein “Ich möchte, dass es allen gut geht, sich alle wohl fühlen und sich niemand zurückgesetzt fühlt -gleichzeitig”-Drang extrem gefordert. Ich arbeite aber daran, dass ich hier entspannter werde (reden, reden, reden).

Der Abend begann mit einer Session mit Twin, unserem Muzzle, dem Klimperflogger und einer ausreichenden Menge Sterillium. Der Muzzle ist ein spannendes Werkzeug. Ich hatte Twin gefragt, was sie daran mag, ich tue mich mit der Optik tatsächlich etwas schwer. Sie mag das restriktive, dass er uns dazu nötigt, mehr über Blicke zu kommunizieren (ich habe meist die Augen geschlossen, der Muzzle zwingt mich hier zu mehr Blickkontakt), aber auch die grobe, harte Optik im Vergleich zum weichen Körper. Ich finde das Gefühl darin sehr angenehm, ich darf meinen Kopf ausschalten (besonders das Sprachzentrum; tatsächlich kostet es mir richtig Überwindung, mit dem Muzzle zu sprechen), ich finde Ruhe, ähnlich wie in der abgeklebten Gasmaske. Und man kann hervorragend in den Muzzle schreien, wenn das Sterillium seine Wirkung entfaltet =D Wir hatten diese Session sehr, sehr dringend nötig, sie war ungeplant und spontan, während sich der Rest der Gruppe (und damit unseren eigentlichen Dates für diesen Abend) zum Essen verabschiedeten. Aber wir hätten den Abend nicht besser starten können, als in dieser Konstellation, nur wir beide, und sehr, sehr intensiv in der Ausführung.

Danach suchte ich etwas Ruhe und setzte mich nicht in die größere Runde, sondern zu Shiny, die mit ihrem Spielpartner beschäftigt war. Mir ging es garnicht so sehr ums Zuschauen, ich wollte durchatmen in ruhiger Atmosphäre, ohne zu viel Input durch Gespräche oder Fragen. Und so saß ich da und genoss die Akkustik, das Atmen, das Stöhnen und kam langsam aus meinem Space wieder auf dem Boden an. Bis mich C3 einsammelte.

Wir suchten uns eine ruhige Ecke (der Club war insgesamt ziemlich leer, das war schön), und tauchten in unseren gemeinsamen Painspace ab. Kratzen, Kneifen, Beißen, dazu ein Igelball zwischen den Oberschenkeln (später ein Pieksroller… aua), Gummibänder, ich durfte sehr tief tauchen und genießen. Also auch fluchen, lachen, vielleicht mal aufschreien, ich bot wohl im Nebenraum noch ganz gute Unterhaltung ^^” Ich habe diese Art zu spielen in den letzten Monaten sehr zu schätzen gelernt. Nachdem ich jahrelang auf der Jagd nach schönen neuen Spielzeugen war, verzichte ich mittlerweile auch gerne darauf und genieße den direkten Kontakt, Haut an Haut.

Das Landen nach dieser Session war nicht so einfach, ich fand es so süß, dass mir C3 danach wirklich Essen vor die Nase stellte. Auch eine sehr liebevolle Art von Aftercare. Mich selber am Buffet bedienen war für den Moment tatsächlich nicht drin, ich saß am Tisch, legte nur den Kopf auf die Tischplatte und wurde von der Hyena supportet und von C3 mit Essen versorgt. Wow, das Spiel vorher war sehr intensiv, es kostete mich etwas Mühe, wieder bei mir anzukommen. Da kam mir die Pause mit Feuerwerk und Gruppenplüsch ganz gelegen, es war Mitternacht =)

Danach verzog sich die Gruppe wieder in die Lounge, ich geriet aber leider in eine Diskussion mit anderen Personen und suchte mein Heil in der Ruhe mit Shiny. Sie fing mich auf, Liebe und Schmerz, ihr kennt das =)

Und danach fanden wir Zeit und Raum für unser Spiel. Mehr Bisse in die Oberschenkelinnenseite, festes Zugreifen, Streicheln, liebevoller Druck auf besonders schmerzhafte Stellen, mehr Küsse, mehr Hand am Hals und für kurze Momente weniger Sauerstoff im Blut, mehr Seufzen, Fiepen, Wimmern, Lachen, Ideen, Kopfkino und Vorfreude, mehr Erregung, mehr Lust, mehr Liebe, mehr Schmerz. Und irgendwie war es plötzlich halb drei. Hoppla. Again. Um drei fällt im Sadasia die Tür hinter einem zu.

Packen, umziehen, verabschieden, ins Auto fallen und nach Hause fahren. Wir fielen gegen halb fünf ins Bett, der 01.01.2024 zog sehr leise und sehr schnell an uns vorbei, aufwachen, essen, weiterschlafen. Wir sind aber so langsam wieder ansprechbar =D

Aber es war ein sehr schöner Abend, eine berauschende Nacht und ein toller Jahresbeginn. Es darf gerne so weitergehen 2024 ❤️

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