Schlaf wird überbewertet

Ich liege nachts wach und finde keine Ruhe. Es gibt viele Gründe, vor allem die Uni, aber auch welche, die ich hier mal loswerden wollte. Vielleicht klappt das dann heute abend besser =)

  • Mein Herr =) Auch wenn ich so viele Freiheiten habe, dreht es sich gedanklich viel um ihn. Und was noch kommen mag. Wir sehen uns nächste Woche zu einem Abendessen, ich denke mal, das letzte mal dieses Jahr. Aber in wenig mehr als einem Monat steht schon die nächste Secret Night an. Es geht gerade alles so schnell.
  • Ich habe heute ein Date. Und momentan könnte ich noch zwei andere haben. Erst geht wochenlang nichts, dann stapeln die sich. Ernsthaft, sprechen die sich ab? Alles, was ich von dem heute abend weiß, ist Name und Beruf. Ich habe noch nicht mal nach einem Bild gefragt, ist mir hinterher aufgefallen. Aber warum auch? Er war freundlich, ich mag das Profil und frei nach Seitenspringen, “Ein Kaffee geht immer”. Ich werde berichten =)
  • Am Samstag fahre ich nach Köln, TO.mTO aus Berlin ist zu Gast und ich vermute ganz stark, dass der Termin im Showroom mit einer Korsett-Bestellung endet. Das ist ok, ich habe einige Monate Zeit, das Geld anzusparen, aber eine mittlere, dreistellige Summe ist nicht wenig. Auch wenn mir vollkommen klar ist, dass ein maßgeschneidertes Korsett diesen Preis durchaus wert ist. Gut, dass ich mit den Tattoos soweit durch bin, die hab ich bald abbezahlt ^^”
  • Am Sonntag kommt A vorbei <3 Ich freue mich da schon sehr drauf. Das ist irgendwie… Urlaub. Wir verstehen uns gut, ich bin gespannt, was wir so ausprobieren, und wir werden einfach Spaß haben. Vielleicht berichte ich auch da =P
  • Und dann ist da noch der Mann mit den Seilen, kennengelernt auf der GEP. Ich hatte ihn gefragt, ob ich das mit dem Bondage mit ihm mal ausprobieren könnte und bin jetzt demnächst zu einer Bondage Lounge eingeladen. Aber mich macht das nervös, eben weil diese Erfahrung noch fehlt, ich kann mich da nicht einschätzen. Momentan kämpfe ich mit einigen Gelenken, habe Schmerzen, bin unbeweglicher. Mal sehen. Und da fehlt einfach noch eine Basis. Entspannen geht bei mir einfach nur, wenn man sich ein wenig kennt. Das ist noch nicht gegeben. Mal sehen, wie wir das angehen.
  • Achso, fast vergessen. Dann ist da noch die Frau, mit der ich gerade flirte und irgendwie. Nyu. :3 Ich guck mal ^^ Der Wunsch ist durchaus da und ich mag sie 🙂

Und nun… frühstücken und Vorlesung. Man liest sich =)

Lust in Schwarz – die Gothic Erotik Party

Gestern war es endlich so weit. Zum ersten Mal hatte ich von der GEP vor mehr als einem Jahr gehört und es hörte sich gut an. Musik der Szene, das ganze im Bedo-Studio in Dortmund, das einen sehr guten Ruf genießt. Und so packte mich gestern der beste Freund ins Auto und wir fuhren dahin.

Es gab ein kleines Buffet, Getränke zu angenehmen Preisen, vor allem: sehr viel zu gucken. Die Ausstattung ist einfach genial, man hat dort alle Möglichkeiten, was das Spielen angeht. Und dann sind da noch die anderen Besucher… Auf dieser Party galt absolutes Handy- und Kameraverbot, aber glaubt mir, es hätte so viel zu fotografieren gegeben. So vieles, was man sich gerne später nochmal in Ruhe angesehen hätte.

Es gab da zwei längere Szenen, die diesen Abend bestimmt haben. Ich habe keine Chance, die Schönheit und Erotik dieser Momente auch nur annähernd zu erfassen, ganz ehrlich, das war grandios! Es tut mir sehr leid, aber manches muss man einfach erleben.

Akt I: Bondage zu dritt

Da verteilte und enttüddelte ein gutgekleideter Herr seine Seile im Raum. Mein bester Freund, Textiler durch und durch, stellte ihm Fragen dazu und schwupps waren wir im Gespräch. Und dann saßen wir einfach da und sahen zu, wie er eine wunderschön tätowierte Frau fesselte, während eine weitere Dame diese bespielte. Das war so wunderbar harmonisch <3 Sie genoss es sichtlich, gefesselt zu werden, die Augen geschlossen, den Mund leicht geöffnet, die Atmung schneller. Er Fesselte konzentriert und knüpfte Knoten. Die Domme berührte die Freundin immer wieder, mal zärtlich, mal härter, man sah, dass diese beiden schon gut aufeinander eingespielt waren. Ich weiß nicht, wie lang das ganze dauerte, aber wir saßen da ganz verzaubert und sahen uns das an. Bondage kann nicht nur für den ausführenden meditativ sein, auch für den Zuschauer. Diese drei strahlten eine ergreifende Ruhe aus, dazu Vergnügen aneinander und Lust. Irgendwann zogen sie sich in ein Separee zurück und wir an die Bar.

Akt II: Zwei Männer, zwei Frauen

Wir saßen in einer weniger belebten Ecke im unteren Spielbereich, wir zogen ein wenig Zwischenbilanz, als sich eine Vierergruppe in unserem Sichtfeld einfand. Nach einem oralen Tête-à-Tête zwischen den Mädels, schnappte sich einer der Jungs seine Partnerin und befestigte sie an einer an der Decke pendelnden Stange. Er bespielte sie und nahm sie schließlich von hinten. Aber irgendwas passte nicht, die Körpersprache stimmte nicht, sie wirkte nicht abweisend, sie war einverstanden mit dem was da passierte, aber es fehlte etwas. Und dann kam die Freundin ins Spiel. Während er hinter ihr zu stieß, küssten sich die beiden Mädels wieder. Und es war alles anders. Da war plötzlich Lust, die beiden flossen in- und aneinander. Er zog sich recht schnell zurück, sie übernahm die Gerte und die angekettete Freundin. Das was vorher nicht passte, irgendwie kantig wirkte, schmiegte sich aneinander, die beiden mochten sich offensichtlich sehr gerne, Nummer zwei kannte den Körper ihrer Freundin sehr gut und wusste genau, wo sie sie berühren musste. Und die beiden Jungs standen daneben und beobachteten, wie die beiden Frauen eine Aura der Lust umgab. Dieser Kontrast war wirklich faszinierend. Ich sah sie später auf der Tanzfläche wieder, er stand hinter ihr, drückte sie an sich, ihre Hände hinter ihrem Rücken in seinem Schritt, aber es waren die Küsse ihrer Freundin, die sie erst wirklich berührten.

Ich kann mit normalen Parties nichts anfangen. Laute Musik ist geil, aber ich tanze ungern und weiß dann nie, was ich bei einer Party eigentlich machen soll. Aber das jetzt war einfach perfekt. Eine Mischung aus Gothic und BDSM, aus Lust und Spaß, alle Altersklassen vertreten, alles zu sehen von Petplay bis Uniform, von Lack und Latex zu schlicht nackt, dazu Musik, interessante Gespräche, neue Bekanntschaften. Ich war einfach glücklich. Und möchte da wieder hin <3

Ein Augenblick

Hey du! Ja, du! Ich meine dich, mit den Augen aus Feuer und den Lippen aus Rosenblättern. Ich würde dich so gerne berühren, möchte spüren, ob diese Lippen so samtig sind wie sie aussehen. Und ich wette, du schmeckst nach Honig. Süß und dunkel. Wenn du deine Augen so aufschlägst, den Kopf gesenkt, den Blick nach oben, die Augen so groß und rund… Ein Blick, eine Bewegung, wie Honig, der sinnlich von einem Löffel tropft. Ich würde ihn dir so gerne von der Haut lecken. Von deinen Lippen, deinem Hals, deinen oh so weichen Brüsten. Ich wäre zärtlich zu ihnen, würde ganz sanft knabbern und deine Brustwarzen mit meiner Zunge aufwecken. Ich möchte deinem Atem lauschen, wenn ich an ihnen sauge, dabei mit meinen Händen zugreife in diese Rundungen! Dieses leichte Zittern, das möchte ich herauskitzeln. Und dann wandere ich tiefer, am Nabel vorbei, tiefer hinab in dein Delta. Lass mich dort versinken, bitte. Ich möchte dich schmecken, dich spüren, möchte dich erobern mit meinen Fingern in dir, meinen Lippen auf dir, möchte flüsternd beten, bis du dich windest, dich aufbäumst, bis du stöhnst und deine Hände sich in meinen Haaren vergraben vor Lust und Gier. Ich möchte dich fliegen sehen. Ich möchte wissen, wie du dabei schmeckst. Vielleicht noch immer süß und dunkel.

Nicht nur Sub

Da predige ich so viel Kommunikation und dann sowas:

Mein Herr bat mich, bis zu unserem nächsten Treffen sexuell enthaltsam zu bleiben, also kein Swingerclubbesuch, kein Treffen mit anderen Männern, keine Selbstbefriedigung. Im ersten Moment war das ok, mehr als ok. Ich wollte am Freitag darauf alleine in den Swingerclub und hatte Muffensausen… hey, cool, so blieb mir das erspart. Und auch Treffen mit anderen Männern… über den Sommer gab es im Joyclub mehrere Gespräche und Interessenten, aber auch das macht mich nervös und war eine Herausforderung, also… ok. Auch das hatte sich erstmal erledigt, ich musste mir nicht den Kopf zerbrechen.

Aber dann kam der Frust. Ich hatte mir solche Unternehmungen vorgenommen nach dem Sommer, das war mir wichtig. Ich hatte mich schon längst online angemeldet, damit es mir schwieriger fallen sollte, einen Rückzieher zu machen. Und ich hätte das ehrlichgesagt gut gebrauchen können, ich habe mich einfach elend einsam gefühlt. Und so ärgerte ich mich. Aber ich schwieg. Eine Sub muss sowas abkönnen und das möchte ich ja schließlich sein. Ich muss verzichten können für meinen Herrn. Und das ist doch alles nicht so schlimm, ich bin jetzt nur so drauf, weil ich meinen Willen nicht bekomme. Bedürfnis hin oder her, so schwierig ist dir Enthaltsamkeit sonst auch nicht gefallen, wenn er es dir befohlen hat.

Aber so war es nicht, und der Frust nahm zu. Ich fühlte mich unglücklich und es wurde schlimmer und schlimmer und irgendwann kamen dann die Gedanken Richtung “Es macht dich nicht glücklich. Absolut nicht. Ist das wirklich das richtige für dich, dieses Konstrukt, diese Art von Beziehung?”

Gespräche mit Freunden (“Aber er hat dich doch nur gebeten, nicht befohlen, warum ist das für dich so krass?”) und Batman (“Also ich versuche seit Jahren, dass du aus dir rauskommst und dann bist du endlich soweit und er bittet dich, dich zurückzuhalten?”) folgten und ich verstand langsam sehr genau, was mich da so wurmte:

  1. Die “Bitte”, die für mich als Sub einfach keine Bitte ist. Fakt ist: für mich ist das ein Befehl. Als Bitte getarnt fühlt sich das aber sehr seltsam an. (“Weiß er nicht, dass das für dich so ernst ist? Das muss er doch wissen. Kann ich ihn bitten, dass ich trotzdem in den Club darf, ich meine, es war nur eine Bitte. Aber es war SEINE Bitte, also lieber nicht.”)
  2. Die widerstreitenden Gefühle: Ich möchte eine gute Sub sein vs. Ich möchte meine Vorsätze befolgen.
  3. Mein Schweigen. Die Tatsache, dass mir dieses eigene Ungleichgewicht nicht wichtig genug war, mit ihm darüber zu reden. Dass ich zugelassen habe, dass ich deswegen an unserer Beziehung und auch sehr an mir gezweifelt habe.

Bis es dann vorgestern aus mir herausbrach und ich mit meinem Herrn telefonierte. Ich überraschte ihn damit, wie hätte er das auch ahnen sollen? Wir haben dieses emotionale Chaos in mir geordnet und seit dem herrscht wieder Frieden in meinem Kopf und Bauch.

Aber ich ziehe daraus für mich gewisse Lehren.

Ich bin nicht nur Sub. Meine sexuelle Freiheit und die Entwicklung meiner Sexualität standen von Anfang an auf der Agenda. Die Besuche im Kino und auch die Secret Nights waren für mich die großen Eisbrecher, die mir da den Weg zu genug Selbstbewusstsein und -vertrauen geebnet haben. Also ohne meinen Herrn könnte ich diesen Weg nicht gehen, gleichzeitig muss und möchte ich Teile dieses Wegs alleine gehen.

Ich bin nicht nur Sub, ich bin auch Frau. Aus Batmans Ecke kommt ein klares “Tob dich endlich aus” und auch mein Herr möchte, dass ich mich entwickle. Das heißt aber für mich, dass ich mich da ein Stück weit von diesen beiden Herren lösen muss. Nicht mehr fragen “Ist das ok?”, was ich momentan bei beiden noch tue. Auch kein “Mir würde es gefallen, wenn du Dich zurückhälst” ohne klaren D/s-Hintergrund*. Und leider auch kein “Ich erwarte von Dir, dass Du Dich heute abend hingibst” vor einem Treffen mit einem anderen Mann (auch wenn mir das immer sehr geholfen hat. Aber Entweder, oder. Ich kann nicht einen Befehl verlangen wenn er mir hilft, aber eine Bitte meines Herrn verwehren.) Das heißt nicht, dass ich jetzt schreiend losstürme und alles ficke, was ich finde. Das heißt nur, ich möchte selbst Entscheidungen treffen, ich muss diese selbst treffen.

*Ich habe lange überlegt, wie es mir gegangen wäre, wäre diese Enthaltsamkeit nicht als Bitte, sondern als klarer Befehl formuliert gewesen. Vermutlich wäre es mir leichter gefallen, weil es eine klare Linie gewesen wäre. Schwarz auf weiß. So war es eine Bitte in seiner Welt, ein Befehl in meiner Welt, und an dieser Diskrepanz bin ich ein Stück weit gescheitert.