“Ausziehen, Augenbinde dran, hinsetzen, ich bin gleich wieder da!” „Ein Abend im großen Kreis“ weiterlesen
Aus dem Off – #notjustsad
Momentan kämpfe ich. Das ist auf Twitter leicht an der Stille zu merken, zumindest der Pr0n-Account liegt gerade etwas auf Eis.
Mir geht es gerade… schlecht. Ich bin versucht, es als #mimimi zu bezeichnen, weil ich mir denke, dass andere es so bezeichnen würden. Es gibt keinen konkreten Grund. Klar, Stress, Schlafmangel, sich selbst nicht wichtig sein. Daraus resultierend ergeben sich dann Ungleichmäßigkeiten im Medikamentenspiegel, man wird leicht schludrig, wenn man sich nicht pflegt. Ebenso wie vermehrte Wunden, die auch nur langsam abheilen. Aber Fakt ist, ich sitze hier und habe einen Kloß im Hals und rechne im Laufe dieses Beitrags auch mit Tränen, es ist einfach so. Es ist gerade schwierig. Und nachdem ich heute in einem Gottesdienst saß, in dem es um das Thema Depression und Selbstmord ging, wollte ich mich ganz persönlich dazu äußern. Wie zeigt sich das bei mir? Was kann man tun? Und vielleicht findet sich da jemand anderes da wieder. Zu wissen, dass man nicht alleine ist, ist auch schon viel Wert, vor allem, wenn man sich krud und falsch und niemals angekommen fühlt.
Als allererstes:
Dies ist kein Mimimi und das weiß ich. Ich spiele es gerne runter und das ist dumm, so dumm. Wenn ich mich damit befasse, dass es mir schlecht geht, geht es mir erstmal schlechter, daher tue ich das nicht so gerne. Aber dies hier ist ernst. Dieser emotionale Dreck frisst sich durch das Leben und raubt einem Kraft, Schlaf, Lachen, Liebe, Gefühle. Man wird innerlich dunkel und taub und wenn man den Weg daraus nicht findet, stirbt man im schlimmsten Fall daran. Man stirbt an seinen eigenen Gefühlen, an dem Mangel an Gefühlen. Also nehmt das ernst. Wenn jemand betroffen ist, behandelt ihn nicht von vornerein wie ein rohes Ei, aber lasst euch nicht für dumm verkaufen. Hinter einem Lachen und einem “Mir gehts gut” kann der beschissenste Abgrund lauern. Vergesst das bitte nicht. Glaubt nicht der Fassade. Guckt dahinter.
Wie es sich äußert. Springen wir zur Secret Night zurück. Ich war aufgedreht, hatte mich total darauf gefreut, gerade weil wir ja BDSM-technisch in einer spannenden Phase sind. Und dann ging das schief. Das traf mich aber erst am Tag danach und so richtig in der Woche danach. Dazu kam der alltägliche Stress (der momentan einfach sehr heftig ist), Müdigkeit, ein bisschen Erkältung und irgendwie… plötzlich stand ich weinend in einer Ecke auf dem Campus und konnte nicht annähernd formulieren, was gerade Sache ist. Ich wollte einfach nur weinen. Das ist für mich dann immer dieser dezente Wink mit dem Zaunpfahl, dass gerade etwas schief läuft, ich bin grundlos, sehr plötzlich sehr traurig. In diesen Momenten suche ich bewusst keine Schulter zum Ausweinen, weil es dadurch erstmal nur noch schlimmer wird. Und wenn man den Rest des Tages noch halbwegs professionell aussehen muss, ist das einfach nicht drin. Also, zusammenreißen, weiterrudern.
Als nächstes merkte ich, dass ich vielleicht ein winziges bisschen reizbar war… also… so von Null auf Haltdocheinfachdeinenmundundgehsterben in wenigen Sekunden. Das tut mir im Umgang mit Freunden immer sehr, sehr leid, weil mir zwar kurz darauf bewusst wird, wie dumm ich da gerade reagiert habe, der Schaden dann aber erstmal da ist. Und ich mich dann schuldig fühle, schlecht, ich mich entschuldige und in so einer Spirale aus “Ich kann irgendwie garnichts dafür” und “Du bist trotzdem für den Mist, den du verzapft verantwortlich” immer enger verschlinge.
Generell flipper ich einfach sehr schnell zwischen meinen Gefühlen hin und her und das ist ungemein anstrengend.
Jetzt habe ich noch den Vorteil, dass sich in solchen Phasen ein kleiner Teil von mir abspaltet und rational bleibt, zumindest halbwegs. Dieser Teil kann nichts verhindern, aber er ist in der Lage, Dinge richtig einzuordnen. Warum habe ich das gerade getan? Ich fühle mich doch gerade garnicht so, also woher kommt das? Diese Fragen kann man sich nur beantworten, wenn man das System “Gefühl” verlassen kann und das ganze von außen einsortieren kann. Ich habe keine Ahnung, woher ich das habe, vielleicht hatte ich einfach einen verdammt guten Therapeuten (Ewige Liebe an Mr C, auch wenn er das nie lesen wird.), aber ich weiß noch, wie es ohne diesen Teil war, nur Emotion, nur Dunkel, nur Einsamkeit. Und vielleicht reagiere ich deswegen so verdammt empfindlich auf diese ganzen Themen, weil ich das Gefühl noch kenne.
In Sachen Beziehung zu meinem Herrn ist ich diese Verunsicherung in den Gefühlen nochmal etwas anders und es tut mir in solchen Phasen immer wieder aufs Neue weh, dass ich meinen Herrn damit belästigen muss. Ich denke immer wieder daran, auch diesmal, dieses Verhältnis einfach zu beenden, dann kann er sich jemanden suchen, der einfacher gestrickt ist und ich… ich weiß nicht. Irgendein Vorteil würde ich finden bzw. mir weißmachen können.
Wir haben zum Beispiel demnächst ein Date. Und wenn ich mir jetzt überlege, was ich mir erhoffe, schwanke ich zwischen Benutzung durch einen Haufen anonymer Männer und Sofa+Star Trek. Ganz einfach also, mit einer zufriedenen Sub aus dem Wochenende zu kommen, aka “Wie man`s macht, kann es phänomenal falsch sein”.
Anderes Beispiel. Wir haben eine ganze Liste an Kopfkinofilmen, die wir gerne noch erleben würden und in meinen normalen Zeiten habe ich kein Problem mit unserem Tempo und meiner Geduld. Aber in diesen Zeiten, wenn ich sowieso mit allem unglücklich und unzufrieden bin, rutsche ich erst in ungeduldig und fließend weiter in frustriert. Und dann kommen die Fragen, die Zweifel, die Ängste, der Fluchtinstinkt. Auch des schlechten Gewissens wegen, diese doch eigentlich so einfache, glückliche Beziehung vollkommen zu verkomplizieren. Geh, dann ist alles einfacher. Wenn nicht für dich, dann doch für ihn.
Aber wie nun damit umgehen?
Für mich ist das relativ einfach, zumindest in der Theorie. Ich muss aushalten. Mir immer wieder klarmachen, dass das Gefühl oder auch Nicht-Gefühl vorüber geht. Dazu genug schlafen, genug essen, Dinge tun, die mir gut tun. In meinem Tempo. Und vor allem: Keine wichtigen Entscheidungen treffen in diesen Tiefs, denn der Blick für Prioritäten und gute Gefühle ist einfach vollkommen verstellt. Nichts tun, was man hinterher nicht nur bereuen, sondern auch betrauern müsste.
Für Freunde und Partner ist das schwieriger und auch anstrengend. Empathisch sein und reagieren, wenn es sein muss. Wenn es geht, nachsichtig sein mit den Emotionsspitzen. Die Hand halten, wenn neben dir jemand in einer Kirche einen ganzen Gottesdienst durchweint. Mit in den Swingerclub gehen und gemeinsam gucken, lachen, reden, die fröhlichen Momente absolut auskosten. Zwischendurch kurz Meldung machen und sagen “Hey, ich bin da. Du bist nicht allein.” Sich bewusst sein, dass es spontan anders verlaufen kann als gedacht, dass die Belastbarkeit vielleicht da ist, vielleicht nicht. Und das wichtigste: Taschentücher dabei haben. Ist nie falsch.
Ich habe das Glück, mit Freunden, Partnern, geliebten Menschen umgeben zu sein, die mich mit einem Gefühl von Geborgenheit umschließen. Das ist einfach nur wundervoll <3 Ich danke euch =*
So.
Verzeiht, dass es nicht vor Erotik kribbelt, ich hoffe, das ändert sich bald wieder.
Bis dahin:
Penis.
Einmal im Jahr – #CircleOfFalbalus – #SecretNight
Endlich, eine neue Secret Night! Nach der Secret Night im Juli, die einfach perfekt war <3 hatte ich mich sehr auf diese gefreut, trotz der Nervosität, durch Hirnventrikels Abwesenheit als Sub Nummer Eins den Abend zu verbringen. Ich mag mein Dasein als Nummer zwei, mag das Anreichen und Helfen, das Zuschauen, das Abwarten und dann das Belohnt werden. Ich gebe zu, ich habe das an diesem Abend ein wenig vermisst.
Aber es war dennoch ein schöner Abend, wenn auch leider für mich eher kurz. Ich hatte tagsüber schon mit körperlichen Problemen zu kämpfen, und bekam die zwar mit Medikamenten in den Griff, aber abends am Kreuz holten sie mich wieder ein. Ich musste unser Spiel unterbrechen. Hitze, Übelkeit, Unsicher auf den Beinen, mein Kreislauf gab ein Stück weit nach und ich musste mich einige Minuten lang fangen. Wir spielten zwar danach noch ein wenig, aber viel ging einfach nicht. Die Schmerzen waren viel heftiger als sonst, dass innere Vibrato war zwar durchaus erregend, aber gleichzeitig mit der Angst verbunden, gleich den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Also habe ich mich auf die Couch gesetzt und ihm bei Bespielen unseren Gasts zugesehen, habe mich sehr angenehm mit anderen Gästen unterhalten, wurde wunderbar massiert <3 und bin relativ früh ins Bett verschwunden, weil ich einfach so erschöpft war.
Ich bin nicht enttäuscht von mir, sowas passiert. Einmal im Jahr, so scheint es. Wir hatten bei unserem ersten Abend zu dritt auch so ein Erlebnis. Und diese Momente sind ehrlichgesagt auch wichtig, zeigen sie mir doch, wie tief unser Vertrauen geht. Ich, als Emotionsdetektor 9000, hatte keinen Moment das Gefühl, dass ich mich jetzt schlecht fühlen müsste, oder mich entschuldigen müsste. Bei jedem anderen hätte ich das vermutlich gehabt, schließlich hat ja auch er sich auf diesen Abend gefreut. Was das angeht war ich total entspannt und habe mir keinerlei Sorgen gemacht. Das finde ich bemerkenswert =)
Aber ich vermisse dieses Hoch, den Rausch des Spiels. Da konnte kein Adrenalin fließen, keine Lust. Und so bleibe ich irgendwie… ein wenig blass zurück. Und traurig.
Ein Augenblick
Hey du! Ja, du! Ich meine dich, mit den Augen aus Feuer und den Lippen aus Rosenblättern. Ich würde dich so gerne berühren, möchte spüren, ob diese Lippen so samtig sind wie sie aussehen. Und ich wette, du schmeckst nach Honig. Süß und dunkel. Wenn du deine Augen so aufschlägst, den Kopf gesenkt, den Blick nach oben, die Augen so groß und rund… Ein Blick, eine Bewegung, wie Honig, der sinnlich von einem Löffel tropft. Ich würde ihn dir so gerne von der Haut lecken. Von deinen Lippen, deinem Hals, deinen oh so weichen Brüsten. Ich wäre zärtlich zu ihnen, würde ganz sanft knabbern und deine Brustwarzen mit meiner Zunge aufwecken. Ich möchte deinem Atem lauschen, wenn ich an ihnen sauge, dabei mit meinen Händen zugreife in diese Rundungen! Dieses leichte Zittern, das möchte ich herauskitzeln. Und dann wandere ich tiefer, am Nabel vorbei, tiefer hinab in dein Delta. Lass mich dort versinken, bitte. Ich möchte dich schmecken, dich spüren, möchte dich erobern mit meinen Fingern in dir, meinen Lippen auf dir, möchte flüsternd beten, bis du dich windest, dich aufbäumst, bis du stöhnst und deine Hände sich in meinen Haaren vergraben vor Lust und Gier. Ich möchte dich fliegen sehen. Ich möchte wissen, wie du dabei schmeckst. Vielleicht noch immer süß und dunkel.
#CircleOfFalbalus – So viel tiefer
Oh, ich war nervös. In meinem Terminkalender stand diesmal “O-Date”, nicht einfach nur “Date”. Bedeutet das was oder nicht? Ich meine, wir haben uns ja auch länger nicht gesehen, ist das nun einfach eine Änderung im Wording wie das nunmal manchmal vorkommt, oder doch mehr? Aber sowas fragt man ja nicht. Also ist man eben einfach nervös. Die Hinweise “festes Schuhwerk” und “wir bleiben heute unter uns” waren auch nur bedingt hilfreich. Aber ich muss zugeben, ich mag diese Nervosität ein wenig. Da ist noch immer Spannung, vielleicht sogar ein wenig Angst, definitiv keine Routine. Und so ein Date ist eben kein “Ich fahr da eben einfach hin”-Termin.
Ich kam an, Begrüßung, Hallo, kurz was trinken, nochmal ins Bad und dann: “Jacke wieder an, wir gehen woandershin.“ Ok, das feste Schuhwerk war ja durchaus ein Hinweis darauf. Also runter zum Auto, hibbelig sitzen und aus dem Fenster gucken.
Es ging in den Wald. Wir hielten auf einem fast leeren Parkplatz. Das Wetter war etwas verregnet, daher waren nur wenige Menschen unterwegs. Wir liefen ein paar hundert Meter in den Wald hinein bis zu einer Hütte. Hütte ist fast zu viel gesagt: eine Wand offen, die anderen drei teilweise offen, aber es gab ein Dach. Und unter diesem öffnete er meine Jacke und entblößte meine Brüste, setzte die Klammern an. Zusätzlich legte er mir einen Knebel an, das kam bisher selten vor.

Ich hatte mir Gedanken gemacht, was solch eine Situation angeht. Kann ich loslassen? Abschalten, wenn die Gefahr besteht, gestört zu werden? Und ja, ich kann. Es dauerte einen Moment, aber dann konzentrierte ich mich nur noch auf ihn, seine Worte, seine Hände auf mir. Ich registrierte, dass einmal Menschen an uns vorübergingen, aber er hielt sich in diesem Moment einfach zurück und ich blieb in meiner Spur. Er hatte ein wenig Spielzeug dabei, ich meine mich an eine Peitsche zu erinnern, und ich glaube auch das Nadelrad. Aber das gemeinste waren die Klammern. Als er diese abnahm, war ich für den Knebel doch sehr dankbar.
Nach der Rückkehr in seine Wohnung gab es Anweisungen für mich: Ich sollte mich mit Lederfesseln an Hand- und Fußgelenken ausstatten, und nur damit plus Halterlose, Halsband und Augenbinde vor der Wohnzimmertüre Laut geben, wenn ich so weit sei. Ich brauchte für die Fesseln ein wenig Zeit, sie saßen zu fest, zu locker, zu fest, Herrgott, egal. Augenbinde, los. Ich klopfte an die Tür, er führte mich ins Wohnzimmer hinein und ich nahm vorsichtig auf dem Klavierhocker Platz. Er verband die Fesseln an den Füßen mit einer Kette, was meinen breitbeinigen Sitz etwas einschränkte. Diese Kleinigkeit blieb besonders hängen, das die Ketten mich tatsächlich spürbar einengten. Was folgte waren Schmerzen und ein Zeugnis wahrer Hingabe eines Herrn an seine Sub.
Meine Erfahrungen in meinem ersten BDSM-Leben drehten sich eher um die Buchstaben S&M, weniger um das D/s. Ich habe ein wenig Zeit gebraucht, um mich in dieses D/s einzufinden, möchte es jetzt nicht mehr missen. Aber es gibt Zeiten, in denen ich sehr große Bedürfnisse verspüre, den Anteil von Schmerz etwas zu erhöhen.
Und nun saß ich da und er erklärte mir, dass er meinetwegen an diesen Spielarten wieder mehr Geschmack fand, er für mich diesen Bereich wieder betreten wird.
Ich erinnere mich prinzipiell kaum an genaue Worte, ich erinnere mich an Gefühle. Und ich war einfach baff. Ich hatte das durchaus geahnt, aber trotzdem… Ich habe nicht so explizit damit gerechnet, dass mein Herr mir so entgegen kommt. Ich freue mich wahnsinnig darüber! Ich freue mich darauf, uns in diesem Bereich zu entdecken und Grenzen auszuloten, ich freue mich auf Lust und Tränen und dieses Gefühl von reinem Glück nach dem Schmerz. Ich bin ungern sprachlich so abgehoben, aber dieses Brechen, Heilen und Wieder Aufstehen ist ein wirklich wunderbares, intimes, verbindendes Gefühl.
Dieses Erklären fand übrigens zwischen wohl dosierten Schmerzphasen statt. Das Nadelrad, Flogger, seine Hände, heißes Wachs, Wäscheklammern, ich erinnere mich nicht mehr an alle Details. Aber ich erinnere mich an das Ergebnis, noch nie haben mir meine Brüste bei bloßer Berührung so weh getan wie nach dieser Behandlung. Jede Berührung war Feuer auf der Haut. Und ich fand es grandios <3
Vielen Dank für diese Erfahrung und vielen Dank, für diesen gemeinsamen Weg, mein Herr! <3
