In Brand

Meine Wangen brennen, sie dürften dich lebhaft rot anleuchten, als du mir den Ballknebel in den Mund schiebst. Der Verschluss am Hinterkopf ziept heftig in den Haaren. Ich darf jetzt keine Rücksicht erwarten, das ist mir klar. Du ziehst meinen Kopf am Kinn nach oben, blickst mir in die Augen. Ich sehe deine Erregung, das Feuer.

“Bleib!“ herrscht du mich an. “Bleib und sieh zu!“

Ich knie’ auf allen Vieren auf dem Boden. Die Manschetten an meinen Händen sind verbunden, die an meinen Füßen durch eine Spreizstange auf Abstand gehalten. Die Kälte versucht zu mir herauf zu kriechen, aber mein ganzer Körper glüht vor Schmerz und Erregung. Ich spüre schon die Tropfen zwischen meinen Beinen.

Ein, zwei kräftige Schläge auf den Hintern lassen mich nach vorne zucken, aber ich halte dagegen. Jetzt keine Fehler mehr.

Du gehst zu ihr. Sie kniet ungefähr zwei Meter entfernt in perfekter Haltung auf einer Decke, die Hände auf den Oberschenkeln, den Blick gesenkt. Du hebst ihren Kopf, langsam, zärtlich, leckst ihr sanft über die Lippen, bevor du sie küsst. Wäre ich nicht selbst so erregt, könnte ich euren Anblick genießen.

Dein Blick wendet sich mir zu, während du deinen Gürtel öffnest, dann den Knopf, den Reißverschluss. Du ziehst ihren Kopf an deinen Schoß und sie verschlingt dich. Hätte ich nicht den Knebel im Mund, ich würde meine Unterlippe blutig beißen. Ich tropfe, aus dem Mund, aus der Fotze, ich triefe vor Lust und Gier. Aber ich darf nur zusehen. Ich höre ihr Saugen und Lecken, dein Atmen, dein Stöhnen, ich verfluche meine große Klappe so sehr! Du musstest ihn reizen, da bitte, da hast du deine Quittung! Er fickt sie, vor deinen Augen! Und du kannst deinen Blick nicht von ihnen abwenden!

In der Tat will ich nichts verpassen, will nicht blinzeln, will mich ergötzen an eurer Lust. Ich wimmere leise, als du dich ihr entziehst und ihr heißt, sich nach vorne zu lehnen, die Arme und den Kopf auf den Boden. Ich weiß, was nun kommt. Du greifst zwischen ihre Beine. Ich sehe nicht was du tust, aber ich sehe genau ihre Reaktion. Sie erzittert bei der Berührung leicht, sie drückt den Rücken durch, seufzt, genießt deine Finger. Ihre Augen sind geschlossen, auf ihren Lippen ein seliges Lächeln, unterbrochen durch ihr leises Stöhnen. Du fickst sie mit den Fingern, ich höre zwischen ihrem Atmen, dem Stöhnen, dieses feuchte Geräusch. Ich würde mich so gerne berühren, möchte mich auch vor erfüllter Lust winden.

Mit der freien Hand greifst du in das Regal, nimmst den bereitliegenden Wand. Ich beiße fest in den Knebel, als du sie mit dem surrenden Gerät berührst, sie beinahe aufschreit vor Erregung. Sie windet sich heftig, bewegt das Becken gegen den Vibrator, ihr Gesicht verzerrt sich immer wieder. Sie stöhnt laut, die Finger krallen sich in die Decke, sie atmet immer lauter, heftiger schneller. Du streichelst über ihren Rücken, ihren Hintern, genießt das Zucken unter deiner Hand. Und mit einem “Komm!” öffnest du die Türen und erlöst sie. Sie explodiert, stöhnt, zuckt, sie krümmt sich auf der Decke, oh Gott, ich sehe ihr so gerne dabei zu! In diesem Moment, verschwitzt, nach Luft schnappend, vor Lust bebend, in diesem Moment ist sie am schönsten. Meine eigene Erregung verblasst für einen Augenblick und ich genieße ihren Anblick, ihr Hochgefühl.

Du sitzt neben ihr auf dem Boden und hälst sie im Arm, sie zittert noch immer ein wenig. Der Wand, längst ausgeschaltet, liegt neben euch. Du streichelst sie liebevoll, bis sie sich endgültig beruhigt hat. Erst dann erhebst du dich. Während der zwei Schritte zu mir schließt du deinen Knopf und den Reißverschluss. Du löst den Knebel, diesmal bist du etwas vorsichtiger. Er fällt zu Boden, rollt durch die kleine Lache, die ich dort produziert habe. Deine Hand unter meinem Kinn hebst du meinen Kopf. Du schlägst mir ins Gesicht, erst rechts, dann links. Es tut weh, aber lange nicht so wie die ersten Schläge vorher.

“Ich denke, wir verstehen uns, oder?”

Ich schniefe ein wenig, bin froh, dass es vorbei ist. Wir wieder eins sind.

Ich nicke. “Ja, Herr.”

Du lächelst mich an, ziehst meinen Kopf noch etwas höher und küsst mich innig.

Über dem Strudel

Wir nähern uns dem eigentlichen Beginn. Neben der sehr großen Vorfreude und der flirrenden Erregung und Neugier gibt es auch die andere Seite, die Ängste.

Es gibt die kleinen Ängste, Gedanken wie “Wenn ich ihn nicht zufrieden stelle oder mich im falschen Moment falsch verhalte?“, “Was, wenn ich etwas nicht verstehe und mich richtig dumm anstelle?“. Ich sag ja, klein. Vorhanden, wie schmerzhafte Spuren, zwischendurch brennen sie sich ins Bewusstsein und verschwinden dann wieder bis zum nächsten Trigger. Aber das ist in Ordnung. Ich werde lernen, richtig zu handeln, zu reagieren, ihn zufriedenzustellen. Darum geht es ja.

Und es gibt die großen Ängste.

“Was, wenn er einfach geht? Wenn er es sich anders überlegt? Wenn du doch nur ein netter Zeitvertreib warst?“.

Meine Intention hinter Tara und Joyclub war es, eine feste Beziehung zu vermeiden, Emotionen möglichst zu umschiffen. Und nun serviere ich ihm mein Herz auf einem Silbertablett, meinen liebsten Dolch danebenliegend. Ich kenne mich, mir war durchaus klar, dass das nicht ohne Emotion über die Bühne geht, aber ich hatte zumindest die Hoffnung, diese Illusion ein wenig länger haben zu dürfen. Mimimi. Jammern auf hohem Niveau, ist schon klar. Aber zu einer emotionalen Verbindung gehört bei mir zum einen immer eine sehr große Verlustangst und zum anderen ein Vertrauensproblem, so bin ich nun mal gestrickt. Und dieser Emotion muss sich auch das Gegenüber stellen, was einen ganzen Haufen an Folgeängsten nach sich zieht. Werde ich zu kompliziert? Nerve ich, wenn ich mich melde? Soll ich ihn das einfach fragen, oder nerve ich dann erst recht? Die verunsicherten Geister unter den Lesern werden diese Problematik kennen. Macht Spaß! Man kann nachts so viel sinnvollere Dinge tun als Schlafen, Grübeln zum Beispiel 😉

“Was, wenn er zu weit geht? Ich zu weit gehe? Wird es mich verändern?“

Klingt komisch, aber diese Frage beschäftigt mich. Ich möchte mir bewusst Verhaltensweisen anerziehen lassen, die bisher definitiv nicht zu mein Alltags-Repertoire gehören. In wie weit wird das mein Verhalten ändern? Was, wenn mich jemand im Alltag versucht zu dominieren, also zum Beispiel meine Meinung kleinredet oder mich im Studium/Beruf machomäßig angeht? Werde ich reflexartig reagieren, wie ich es bis dahin wohl gelernt haben werde? Oder wie jetzt, nämlich kratzbürstig und Gnade dir Gott, wenn du mir eine Angriffsfläche bietest? Ich habe tatsächlich Angst, mich in dieser BDSM-, oder eher O-Welt zu verlieren. Aber unsere Basis ist Kommunikation, nicht Gehirnwäsche. Es geht um einen mir sehr bewussten Prozess, den ich auch mitgestalten kann. Und im Zweifelsfall weiß ich, wo die Tür ist, auch wenn es mir unsagbar schwer fallen würde.

Das wäre auch die letzte große Angst.

“Was, wenn ich das selber nicht will, es mir nicht gefällt, ich aber nicht gehen kann, nicht gehen will, nicht scheitern will?“

Das eigene Ego. Er mag derjenige sein, der zuschlägt. Ich aber bin diejenige, die mir wirklich schaden kann.

Ich werde schreiben, analysieren, reden. Nicht immer öffentlich, ich kann mir gut vorstellen, dass ich viele Erlebnisse erstmal nur für mich in Worte fasse. Aber ich denke, damit sollte ich diese Ängst in den Griff kriegen.

Kleiner Hinweis zur Kommunikation

Ich mag es übrigens nicht, von der Seite an-dominiert zu werden.

Es gibt genau zwei Menschen, denen ich meine devote Seite öffne. Für alle anderen gilt: Augenhöhe.

Ich bin hier nicht als Sub to go für jeden. Ich entscheide, wem ich diesen Einblick gestatte.

 

Denken im Kreis

Seit Tagen drehen sich die Gedanken um das O. Ich hatte das für mich immer ausgeschlossen, finde die Originalidee noch immer menschenverachtend und #bescheuert. Sub in einer D/s-Beziehung sein, ja, ok. Gerne, so hab ich mich gesehen, das ist auch machbar. Aber eine O, das geht tiefer, das fühlt sich eher nach einem Eingriff in meine Persönlichkeit an.

Die klassische O. Willenlos, tabulos, benutzbar, ein Objekt, in Form gebracht, dadurch austauschbar. Verlockend, weil so allumfassend, so behütet. Gefährlich, weil in den falschen Hände Freiwild und Opfer. Nein. Niemals.

Allerdings, übertragen in die Realität, mit dem richtigen Herrn…

Es hat etwas gedauert, bis diese Idee sichtbar wurde, bis ich diese schwarz-weiß Vorlage der O an meine bunte Realität anpassen konnte. Mittlerweile hat es sehr deutlich “Klick” gemacht, und ich weiß, dass ich das möchte, ich bin mir sicher. Angst ist dennoch da und wird auch erstmal bleiben, aber ich habe Zeit und Gelegenheit, mich damit auseinanderzusetzen.

Es stellt sich mir DIE Frage: warum möchte ich das, was ist meine Motivation?

Bei der klassischen Antwort “Aus Liebe, ich möchte meinem Herrn gefallen!” krieg ich spontan Augenzucken. Aus Liebe würde ich das einige Zeit durchhalten, aber irgendwann wäre dieser Rausch aufgebraucht und ich fänd’ mein eigenes Verhalten schlichtweg lächerlich. Und damit wäre es vorbei.

Das wäre nichts anderes als ein Rollenspiel. Aber ich spiele nicht. Ich bin. Und ich möchte so sein.

Ich möchte das für mich, um einen Teil von mir freier zu entfalten, der bisher kaum Raum findet. Ich möchte das, weil sich der Gedanke sehr richtig anfühlt. Ich möchte das, weil ich mir jahrelang sicher war, dass ich das niemals könnte und ich diese Hürde nehmen möchte. Ich möchte das für mich, weil es mich stärker machen wird.

Ich möchte das, weil es mich so verdammt stolz machen wird.

Und ja. Ihn vermutlich auch 😉

Hausaufgabe: Phantasie

Deine Augen fesseln meinen Blick. Ich konzentriere mich auf Deinen Ausdruck, versuche zu erahnen, was in Deinem Kopf vorgeht.


Ich stehe vor der ersten Sitzreihe, breitbeinig, die Hände auf die Rückenlehnen zweier Sitze gestützt. Den Rücken durchgedrückt präsentiere ich meinen nackten Arsch, meine feuchte Spalte, meine Erregung. Keine Chance, die eigene Geilheiz zu verbergen. Hinter mir stehen Deine Helfer: willige Männer, die bereit sind, mit mir, an mir, auf mir Dein Kopfkino zu inszenieren.
Die Regeln sind einfach: nur anfassen, nur mit den Fingern eindringen, nur hinter mir bleiben.

Ich stehe vor Dir, mein eh schon kurzer Babydoll nach oben geschoben. Hände gleiten über meinen Körper, greifen nach meinen Brüsten hinter dem transparenten Stoff. Du beugst Dich vor, schiebst den Stoff nach unten, kneifst mich fest in eine der nun freiliegenden Brustwarzen.
Deine Helfer tun es dir gleich, strecken sich, damit ich sie ja nicht sehe, greifen fest zu. Ich stöhne leise, aber es ist eher die Situation, die mich erregt als das Kneifen.
Hände tasten sich an meinen Hintern hinab, gleiten zaghaft in meine Feuchtigkeit. Deine Augen blitzen, als ich kurz reagiere, das Eindringen genieße. Es ist seltsam, von einem Unbekannten verwöhnt zu werden, während man den Blick auf das Gesicht des Voyeurs gerichtet hält. Ich würde so gerne eine Reaktion sehen!
Es sind mitterweile mehr Hände, mehr Berührungen. Sie sind leise, noch hört man nur die Geräusche der Finger und kurz ein, zwei Reißverschlüsse, die geöffnet werden.
Eine Hand dringt plötzlich kraftvoll in mich ein, stößt mich nach vorne. Ich stöhne auf, schließe kurz die Augen, als ich drei, viermal von diesen Fingern gefickt werde, bevor sie hinauf zu meinen Arsch gleiten. Langsam dringen sie ein, mit meiner eigenen Nässe geschmiert. Ich entspanne mich, drücke mich gegen diese Hand, will mehr. Tiefer. Fester. Ich wimmere leise. Du lächelst mich an, weißt genau, dass diese vielen Finger nett sind, ich aber etwas anderes begehre. Ganz leicht nur schüttelst Du den Kopf. Ich schließe einen Moment die Augen, konzentriere mich auf die Hände, die mich ficken, streicheln, reiben. Höre die leise Reibung von Fingern auf steifer werdenden Schwänzen. Es dauert nicht lange, bis sich einer der Helfer mit einem Seufzen auf meinen Hintern ergießt. Könnte ich noch feuchter werden, ich wäre es, aber es fließen bereits kleine Bäche an meinen Schenkeln hinab.
Auch Du bist erregt, Deine Hand liegt in Deinem Schritt, du massierst Dich im Takt der Finger, die mich von hinten ficken. Ich kaue auf meiner Unterlippe herum, hätte Dich so gerne in meinem Mund. Aber ich halte noch aus, sehe Dir zu. Nach und nach Spritzen mir zwei, drei, vier weitere Männer auf den Rücken und den Hintern. Ich spüre die Tropfen über die Backen kriechen, während mich weiterhin fremde Finger penetrieren.
Wieder ein Wimmern aus meinem Mund, dann tatsächlich leise Worte:
“Bitte, Herr…“
Du siehst mir direkt in die Augen.
“Was möchtest du?“
“Ihren Schwanz, Herr, bitte, oh bitte!“
Du zögerst kurz, beugst Dich zu mir. Mit einem schnellen Griff packst Du meine Haare, ziehst meinen Kopf nach oben, küsst mich, zwingst Dich tief in meinen Mund. Mein ganzer Unterleib zieht sich zusammen, mir entfährt ein Stöhnen, dieser Kuss tut so gut!
“Knie dich auf den Sitz!“
Während ich gehorche, zeigst Du auf einen der Helfer hinter mir.
“Wenn du möchtest, ihr Arsch gehört dir!“
Du trittst an die Rückenlehne heran, ziehst mit der einen Hand meinen Kopf nach oben, wobei Du mit der anderen Deinen Gürtel öffnest.
“Na los!“
Du lächelst mich an, während ich Deine Hose öffne, streichelst zärtlich über meinen Kopf, als ich vorsichtig über Deine Eichel lecke.
Und während hinter mir jemand stöhnend in mich eindringt, beginnst Du endlich meinen Mund zu ficken.