In den Seilen

Es fällt mir schwer, für den letzten Shibari-Treff Worte zu finden. Es war sehr schön, ich fühle mich da einfach unheimlich wohl. Ich mag die ruhige Atmosphäre, erzeugt durch den Raum und vor allem die Menschen dort. Fesseln hat mit Intensität zu tun, mit Fühlen, das ist nichts, was schnell passiert. Zumindest solange das Bunny nicht versucht wegzulaufen =)

Aber ich hatte diesmal sehr zu kämpfen, nicht in der konkreten Situation, sondern danach. Einen Tag später traf mich eine Art Subdrop, den ich sonst nur nach einer Session manchmal habe. Mein Kopf hing in einer konkreten Situation in den Seilen am Abend davor und ich kämpfte gegen Einsamkeit und Dunkelheit. Jetzt ist es so, dass ich momentan nicht stabil bin. Jeder, der mich auf Twitter verfolgt, bekommt meine Ups & Downs mit, ich bin die Mutter aller Stimmungsschwankungen. Ich war gesundheitlich angeschlagen, die Prüfungszeit steht bevor, es passiert gerade sehr viel an unterschiedlichen Fronten. Spielpartner, Herzmenschen, Freunde müssen momentan einiges puffern.

Ich fühlte mich Montag nicht schlecht, sonst wäre ich da garnicht hingegangen. Aber im Laufe des Abends kippte meine Stimmung, der Himmel zog sich zu, ich machte aber lächelnd weiter, konnte nicht wirklich sehen, was gerade passiert. Ich verstand erst am nächsten Tag diesen Farbumschlag der Stimmung. Mir fehlte die Intensität, die Körperlichkeit, die Nähe. Die Seile waren da, die Enge war da, aber ich war in dem Gefühl alleine. Jetzt ist mir klar, dass meine Fesselpartnerin das so nicht leisten kann, wir kennen uns kaum, haben uns jetzt erst das zweite mal gesehen. Da ist also keinerlei schlechtes Gefühl ihr gegenüber. Ich hadere da mit mir und habe keine Lösung. Vielleicht erwartete ich zu viel. Vielleicht erhoffte ich mir da Gefühle, die dort für mich so nicht zu finden sind. Der erste Gedanke war natürlich die Flucht, aber dafür fühle ich mich viel zu gut in dieser Gruppe und dieser Situation. Vielleicht muss ich auch einfach ein noch besseres Gespür entwickeln, mich, wenn ich merke, da kippt etwas in mir, aus der Situation ziehen und einfach den Abend als Zuschauer beenden.

Dennoch behalte ich diesen Abend in sehr guter Erinnerung. Ich habe Fotos von mir in einem Harness, die sogar mir gefallen =D

Ich habe Bilder von Ropemarks, sehr schönen Ropemarks <3

Und das ist es, was zählt, ich habe mich wohl gefühlt, habe die Seile und die Menschen dahinter genießen können, habe etwas gelernt über die seelischen Spuren so eines Abends. Also definitiv keine Flucht, das genaue Gegenteil. Auch wenn es mal wehtut.

PS: Ich klopf mir jetzt einfach mal selber auf die Schulter dafür, dass ich das obere Bild hier reingestellt habe. Es wird, Tara, es wird =)

2 Gedanken zu „In den Seilen“

  1. Im Grunde spielt es keine Rolle, was man erwarten kann/darf/sollte und was nicht. Dafür gibt es ja kein Handbuch. Wichtig ist, dass du das, was dir fehlt, äußerst. Deine Fesselpartnerin hat danach immer noch die Möglichkeit zu sagen, ob sie das erfüllen kann oder nicht.
    „Weißt du, was ich gerade brauche und was sich total gut anfühlen würde? Dieses und jenes.“ Wirkt oft Wunder. Und die meisten Menschen freuen sich, wenn sie jemanden mit einer Umarmung oder etwas anderem zufrieden machen können. Das gibt beiden ein gutes Gefühl.

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