Die Hand am Hals

Breath play war schon immer ein Teil meiner Phantasien. Ich weiß noch, wie ich die Hand meiner ersten Freundin nahm und an meinen Hals setzte, damals, mit 16 Jahren. In der kindlichen/jugendlichen „Erotik“, eher dem Spiel, gab es die eine oder andere Schlinge, die man mal für ein paar Momente zu zog, um das Gefühl zu genießen. Aber da war die Angst zum Glück groß genug, dass niemals irgendwas passiert ist.

Natürlich geht es dabei um Macht. Mir nimmt jemand die Möglichkeit zu atmen, ich kann nur warten, bis er mir diese wieder zugesteht. Jedes Flehen, jede Bewegung macht es schwieriger, also harre ich aus und warte, kämpfe gegen das Zucken und warte. Und darf dann endlich nach Luft schnappen.

Ich mag generell das Gefühl, nur eingeschränkt atmen zu können. Wenn ich mit Batman geschlafen habe, hat er sich auf meinem Oberkörper abgestützt. Das nahm meiner Lunge Raum und mir ein Stück weit die Luft, ich mochte dieses Gefühl sehr. Beim Fesseln sind es die Seile um den Oberkörper, die Druck ausüben. Ich atme immer erst dagegen, versuche, mir wieder mehr Raum zu erkämpfen. Es dauert einen Moment, bis ich mich fange und dieser Situation hingeben kann. Dann setzt die Entspannung ein.

Was mich daran aber auch interessiert, ist, dass es mich beruhigt. Dieser Griff schaltet das Denken aus, ich schalte auf Notstrom, die Verbraucher werden runtergefahren. Ich muss im Zweifelsfall diesen Zustand länger aushalten, also werde ich ruhig und spare Energie. Das gibt mir die Möglichkeit, noch tiefer abzutauchen, ich kann aufhören zu denken, zu handeln, ich darf einfach in fremden Händen sein. Ich darf einfach sein. Ein wundervoller Zustand =)

Natürlich ist es gefährlich. Ich weiß, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, dass man aufpassen muss, wo und wie man zudrückt. Ich werde mir dafür auch einen Workshop suchen, um vielleicht als passiv Beteiligte zu erkennen, wenn der Mensch an meinem Hals da etwas falsch macht. Der Schaden wäre meiner, wenn mal etwas schief geht.

3 Gedanken zu „Die Hand am Hals“

  1. Atemkontrolle ist das absolute Machtgefälle. Du begibst dich in die Hände das anderen und bist ihm augenblicklich von ihm abhängig. Nur das uneinschränkte gegenseitige Vertrauen ist deine Lebensversicherung. Nirgends liegen Erfüllung und Absturz so nah nebeneinander.

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