Hinter der Tür – Die GEP im März

Schon einige Tage vor der GEP merkte ich, dass es diesmal anders laufen würde als bisher. Dachte ich an das Spielen, und ich wollte definitiv spielen, verspürte ich den Wunsch nach einer ruhigen Ecke und nach Schmerz durch Schlagwerkzeuge. Normalerweise ist es mir ziemlich egal, wie offen und sichtbar wir spielen oder fesseln und gerade in der letzten Zeit bevorzugte ich eher den Schmerz durch die Seile. Allerdings war ich im Vorlauf zu dieser Party über mehrere Wochen krank, da war keine Möglichkeit zum Spielen. Gefesselt hatten wir zuletzt auf dem Stammtisch Ende Februar, da war ich gefühlt sehr Mimimi und musste mich an Schmerzen erstmal wieder herantasten. Daher war ich etwas unsicher, was jetzt meinen Wunsch nach Schmerzen anging. Aber gleichzeitig spürte ich sehr deutlich, dass es mir nicht mehr um „Ich hätte Bock drauf“ ging, sondern viel eher um „Ich brauche das gerade sehr, SEHR dringend.“

Der Abend kam, Twin, ein Freund von uns und ich machten uns fertig, packten die Taschen und los ging es. Vor Ort trafen wir noch eine weitere Freundin. Ankommen, umziehen, erstmal etwas essen. Ich fühlte mich nicht ganz wohl, kam irgendwie nicht an. Das blieb auch erstmal so. War ich auf der letzten GEP ziemlich gechillt, war ich diesmal angespannt. Bis Twin und ich uns in das Separee zurückzogen und die Tür hinter uns schlossen.

Ruhe. Aus dem Korsett schälen. Die Möbel zurechtrücken für die eigenen Bedürfnisse. Ankommen. Spielen.

Sie wärmte mich mit der Hand auf (und ich finde es immer noch faszinierend, wie viel Kraft da drin steckt) und arbeitete sich über meinen Hintern zum Rücken und schließlich mit einer der Peitschen zu den Schultern hoch. Das Ding läuft unter Flogger, aber Fakt ist, wenn man damit richtig ausholt ist das kein Flogger mehr. Der tatsächliche Prozess dauerte natürlich wesentlich länger, als diese Sätze hier vermuten lassen, wir waren wohl für beinahe zwei Stunden in diesem Raum. Aber das, woran ich mich wirklich erinnere, waren die letzten Minuten der eigentlichen Session. Als wir von „Ich schlage zweimal sehr fest auf jede Seite“ übergegangen sind zu „Schlag bitte so lange zu, bis ich Stop sage.“

Es ging nicht um Lust. Es ging um einen Schuss. Um ein Bedürfnis, ein Brauchen. Eine Seite, die ich im BDSM ungern zeige, da ich den Menschen am Werkzeug nicht als Werkzeugbenutzer missbrauchen möchte. Twin und ich kennen uns aber gut genug, dass wir wissen, dass wir auf beiden Seiten dieses Spiel genießen, auch ohne die lockere spielerische Atmosphäre, die wir da meistens bei pflegen. Sie kennt diese Seite an mir schon und weiß, dass mir das Spielen in solchen Momenten tatsächlich sehr hilft. Sie kann sich darauf verlassen, dass ich sofort abbreche, wenn ich das Gefühl habe, dass ich mir Schaden zufüge durch ihre Hand, also wenn das Spiel eher in eine Selbstverletzung abrutschen würde. Und ich kann mich darauf verlassen, dass sie wirklich aufhört, wenn ich Stop sage und wir beide meine Grenzen absolut respektieren. Dieser Grenze haben wir uns genähert, bis ich gemerkt habe, dass sich da endlich etwas in mir löst, ich Schluchzen konnte und ein paar Tränen fließen durften. Und das reichte. Ich wollte nicht bis zum Zusammenbruch, ich wollte die Grenze nur sehen und befreit atmen auf dieser Höhe. Twin fing mich auf, wir räumten auf und fanden die anderen beiden oben an der Bar.

Dort saßen wir einige Zeit, bis Twin und die Freundin sich ein Separee zum Fesseln suchten. Der Freund und ich saßen daneben auf der Couch und beobachteten, wie Twin und die gemeinsame Freundin vollkommen in der Fesselung abtauchten und danach noch ein wenig gemeinsam übten. Die beiden verstehen und vertrauen sich, und können so sehr innig miteinander umgehen, auch in der Lautstärke so einer Party. Es war sehr schön, ihnen dabei zuzusehen =)

Danach ging es nochmal an die Bar, zu Gesprächen mit anderen Gästen und dem sehr netten Barpersonal, und wir machten uns bald darauf auf den Heimweg.

 

Ich bin auch jetzt, eine Woche später, meinen Freunden noch sehr dankbar für diese Party. Ohne diese Gruppe würde ich da nicht hingehen. Auch wenn ich diesmal nicht so fröhlich durch die Nacht gehoppst bin, war es ein sehr schöner Abend und ich freue mich schon auf das nächste mal <3 Danke euch!

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