Ankommen und Stürzen – die Secret Night und die GEP

Ich drücke mich jetzt schon einige Zeit um diesen Beitrag, dabei ist der erste Teil dieser Geschichte sehr schön.

Nach einem Gespräch mit meinem ehemaligen Herrn beschlossen Twin und ich, der Secret Night mal einen Besuch abzustatten. Am Tag danach, auch in Dortmund, sollte die Sommer-GEP stattfinden. Wie praktisch. Der Plan war also zwei Partys an einem Wochenende in Dortmund zu besuchen.

Ankommen auf der Secret Night

Ich war seit meinem Schritt aus dem Zirkel nicht mehr auf der Party meines ehemaligen Herrn Falbalus gewesen, Twin kannte diesen ganzen Bereich meines BDSM-Lebens nur aus meinen Erzählungen. Wir waren beide nervös. Ich hatte einfach Sorge, dort in emotionale Gefälle zu rutschen zwischen Spielpartner von Twin und Ex-Sub des Falbalus, Twin kannte bisher eher die Dance-and-Playpartys der Gothic-Szene.

Die Anreise gestaltete sich leider etwas kompliziert. Wir konnten nicht wie geplant mit dem Auto fahren. Seit meinem Unfall vor einigen Wochen bin ich einfach sehr nervös und unsicher. Mein Auto war und ist wieder in der Werkstatt (zieht sich alles etwas hin…) und damit eine längere Fahrt zu machen, auch noch mit einem nicht vollständigen Auto (man ziehe einen rechten Außenspiegel ab, der ist noch nicht wieder dran) war einfach zu viel. Tränen, Angst, nein, Bus, Bahn, sorry. Die Wege sollten lang werden an diesem Wochenende, aber es ging einfach nicht.

Aber wir kamen schließlich an und es war wie Zuhause. Die Location, das Team (leider ohne Löckchen *wein*), der ehemalige Herr und die BDSM-Familie drumherum. Meine Anspannung verzog sich im Laufe des Abends, wir aßen, wir suchten uns eine versteckte Ecke (mir war nicht nach Öffentlichkeit) und fesselten und spielten zu den Klängen einer FemDom, die ihren Partner züchtigte <3 Das ist ja derzeit Musik in meinen Ohren. Todesspiralen an den Beinen, Pieksroller und Hände auf Hintern und Rücken, dazu sein Stöhnen im Hintergrund. Ich hatte sehr viel Spaß <3 Danach saßen wir in der großen Runde und diskutierten über Gott, die Welt, Twitter und den ganzen Rest. Ich glaube, wir fielen gegen 3 ins Bett? Es wurde auf jeden Fall eher spät =D

Zum Frühstück saßen wir in großer Runde wieder zusammen, die Stimmung locker und gut gelaunt, bis wir gegen Mittag aus der Location flogen. Der Alltag hatte die Jumbo-Sauna wieder, wir verschwanden in die unterschiedlichen Himmelsrichtungen.

Twin und ich suchten uns den nächsten Park, beanspruchten in der Gaststätte dort einen Tisch für uns und warteten auf den Nachmittag. Dann sollte es losgehen Richtung Schickeria. Die GEP lud zum Sommer-Special im Swingerclub.

Stürzen auf der GEP

Wir waren natürlich überpünktlich (weil Tara einfach super gerne super pünktlich ist) und saßen noch eine ganze Zeit vor der Tür. Währendessen wuselten die uns schon bekannten Mitarbeiter um uns herum, man begrüßte sich, diskutierte mit dem Masseur, wartete, machte Bildern von den hummelnden Plüschpopos, die durch die Pflanzen summten. Und endlich konnten wir rein.

Die Location war super, zumindest für einen Swingerclub. Für eine BDSM-Party standen mir da zu wenig Spielmöbel, aber der Laden war groß, schick, hatte einen Pool und wird hoffentlich nochmal in seiner normalen Funktion besucht =D Wir sprangen unter die Duschen, zogen uns um, erkundeten, kamen an, begrüßten Freunde. Und ich merkte langsam, dass da etwas in mir kippte. Ich zog mich erstmal zurück. Musik, laut, einfach Bass, vielleicht hilft das.

Nein. Leider nicht.

Ich reagierte ausgerechnet auf Twin und ihren Freund, auf Amygdala mit ihrem Mann, auf meine Freunde. Konnte das Pärchen-Ding gerade nicht ertragen, konnte das aber nicht formulieren und spürte doch, wie es mir langsam die Luft nahm. Ich fiel ins Bodenlose. Die Sache mit dem Auto. Die Anspannung der Nacht davor. Ich wollte tanzen. Vermisste meine Freundin K, unsere Begleiterin bei den letzten Malen, die mit mir sonst auf der Tanzfläche rumwuselte. Closer. You bring me closer to god. Twin stand neben mir, lachend, locker, und in mir brach alles zusammen. Ich zog sie zur Seite, erklärte ihr, wütend, verletzt, laut gegen mein eigenes Rauschen im Ohr, dass ich nicht mehr könnte, dass ich einfach weg wollte, ich jetzt gehen würde. Ich drehte mich um, sah aus dem Augenwinkel ihren schockierten Blick, hörte ihr „Scheiße!“ und verschwand in der Umkleidekabine. Falls jemand da etwas Weinendes in schwarz gesehen hat, das war ich. Natürlich konnte ich nicht einfach verschwinden, ich saß da erstmal, zitternd, überfordert, alleine der Weg zur Bushaltestelle war über einen Kilometer, ich konnte nicht einfach gehen, nicht so aufgewühlt. Und das machte es noch schlimmer, weil ich nach dieser Attacke gegen meine Freunde, nicht bleiben konnte, nicht auf derselben Party. Twin kam wieder und wir redeten, ich war katzig und gemein. Verzweifelt. Überfordert. Eigentlich voller Scham- und Schuldgefühl. Danach stand ich in Strapsgürtel und Strümpfen unter einer kalten Dusche, um die Emotionen in den Griff zu kriegen. Und das half ein wenig. Ich konnte zumindest Worte finden und reden, hatte Glück, dass Amygdala und Mann mit der Location nichts anfangen konnten und nach Hause wollten. Twin und ihr Freund konnten bleiben und aus dem Abend noch irgendwas schönes machen.

Ich fiel gegen 00 Uhr ins Bett und versumpfte in den Tagen darauf immer tiefer in der Dunkelheit.

Vierzehn Tage später bin ich noch unterwegs nach oben, aber es wird heller.

Ich kann mich nur bedanken für all das Verständnis, die Rücksicht und die Liebe meiner Freunde.

Und es tut mir leid. Unendlich.

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