Zeit und Lust [pieces]

Ich weiß selten, was wir vorhaben. Auch heute habe ich keine Ahnung, was mich erwartet, als Du mich an der S-Bahn-Station abholst. Es geht in ein Hotel, Du hast ein Zimmer gebucht für diese Nacht. Auf Deinen Wunsch hin gehe ich duschen, trockne mich ab, knie mich auf das Bett. Ein Kuss, dann verschwindet mein Mund hinter einem Knebel, ein Streicheln über die Wange, ich verschwinde hinter einer Augenbinde. Meine Hände fixierst Du mit Ledermanschetten aneinander. Du streichst über meinen Rücken, meinen Hintern, ziehst meine Beine etwas weiter auseinander. Mit einem “Bleib so!“ höre ich, wie sich die Tür öffnet und schließt. Dann ist es still.

Einige Zeit vergeht. Die Tür öffnet sich wieder und ich höre Deine Stimme. “… kein Analsex, kein Küssen. Aber das hatte ich ja schon erklärt.“ Ich höre Dich und… Mehr. Räuspern, Rascheln, Schritte. Der Knebel wird gelöst, ich vermute Deine Hand dahinter. Du streichst mir noch einmal über die Lippen.

[…] Der Überblick fehlt. Zu viele Berührungen, Hände, Lippen, Schwänze. Ich hatte sie in mir, in meinem Mund, in meiner Fotze, ich spüre ihre und meine Säfte auf meinem Körper, auf meinem Gesicht, in meinem Mund. Rinnsale laufen über mein Kinn, meine Brüste, meine Beine. Ich weiß, ich habe mich irgenwann auf den Rücken gedreht. Ich weiß, ich hatte Deine Stimme am Ohr, die sich versichert hat, dass es mir gut geht, hatte Deine Hände an meinen, die mich gehalten haben, während andere zustießen. Der Überblick fehlt. Ich war im Rausch, bin es noch immer. […]

Ich blinzel, als Du mir die Augenbinde abnimmst. Ein paar Tränen sind geflossen, ob der Heftigkeit mancher Stöße. Jetzt fließen noch mehr. Die Anspannung fällt, ich bin erschöpft, ich falle in Deine Arme und Du hälst mich, bis ich mich wieder fange. Mein Körper schmerzt. Wir gehen gemeinsam duschen, mich von diesen Schichten befreien. Du bist zärtlich, wäscht mir die Haare, seifst mich ein. Eine Zeit lang stehen wir einfach nur da, das Wasser fließt an uns herab, Du hälst mich in den Armen. Danach wickeln wir uns in Handtücher und verschwinden ins Bett.

Wenn ich zu Dir komme…

​… Möchte ich, sobald die Tür hinter mir ins Schloss fällt an die Wand gedrückt werden, die Arme über meinem Kopf fixiert. Dann küss mich, während sich Deine andere Hand unter mein Oberteil wühlt, meine Brüste drückt, mit den Piercings spielt. Du beißt mich in den Hals, ich stöhne auf, spüre die Hitze aufsteigen. Deine freie Hand gleitet unter meinen Rock, schiebt den Slip zur Seite, fährt durch meine schon nasse Spalte in mich hinein. Du reizt mich, ziehst Deine Finger zurück, schiebst sie mir in den Mund. “Schmeckst du deine Geilheit?“ Noch ein Kuss, dann ziehst Du mich zu Deiner Couch, öffnest Deine Hose, schiebst mir Deinen Schwanz in den Mund. Zwei, drei Stöße, wir halten Augenkontakt. Dann drehst Du mich um und stößt tief in mich hinein, bis Du Dich in mir ergießt.

Und dann, dann können wir uns begrüßen.

Gedankensammlung

Ich fand es schön, dass wir erstmal Mensch waren, auf der Couch rumhingen und über alles mögliche geredet haben.

Da war wirklich die so oft beschworene Augenhöhe. Die kannte ich so garnicht. Ich war immer Kind im Vergleich zu meinem Gegenüber.

Wir haben zwar ein Ziel vor Augen, aber es ist weit weg, für mich kaum fassbar. Aber es wurde deutlich, dass es um die Reise dorthin geht und ich jederzeit diesen Weg verlassen kann. Das gibt Sicherheit.

Ich hatte es noch nie mit einem so erfahrenen und feinfühligen Menschen zu tun. Und die Liebe zu seiner Königin ist atemberaubend. Dennoch hat man nicht das Gefühl, sich da hineinzudrängen (eines meiner Probleme, bei dem anderen Pärchen, man will einfach nicht stören). Ich freue mich einfach extrem darüber, zufriedene, glückliche Menschen zu kennen.

Ich bin sehr gespannt auf sie 🙂 Aber ich habe Angst, sie zu enttäuschen, abgelehnt zu werden. Die Nervosität vor diesem zweiten Treffen ist größer.

Ungeduld. Ich will loslegen! Mein inneres Kind fragt alle zehn Sekunden, ob wir schon da sind. Und ich drücke ihm ein Buch in die Hand und ermahne es.

Atari? Ist da wirklich irgendwo ein Atari?

Ich ziehe mich in eine Art Blase zurück. Bereite mich vor. Das ist immer der Moment, in dem ich mich um mich kümmere, wozu ich sonst nicht neige. Fingernägel werden nicht mehr abgenagt, Wunden dürfen heilen, ich achte auf genügend Schlaf, regelmäßiges, halbwegs gesundes Essen. Ich überlege, dafür ein Tagebuch abzulegen. Ich habe eben meinen ersten Termin überhaupt für eine professionelle Haarentfernung vereinbart. Wir haben über nichts in dieser Richtung gesprochen, es ist einfach meine Art, dieses Kapitel anzugehen, mir diese Ordnung zu verschreiben und zu gönnen. Das ist nicht für ihn, das ist für mich ❤ Aber er profitiert natürlich von einer selbstsicheren, sortieren Tara, die sich wohl fühlt.