Es sind Ferien, ich bin am unteren Ende der Republik bei den Eltern, lese, spiele, schlafe. Nutze meine Freizeit also sehr sinnvoll 😉
Und dadurch bin ich sehr weit weg von Erotik und Sex. Mein Twitteraccount liegt brach, der tägliche Besuch im Joyclub ist eher ein wöchentlicher und ich hab noch nicht mal einen Vibrator dabei. Nichts.
Also außer ich besuche mit Batman ein Stundenhotel (letzte Woche) oder gehe mit A in den Swingerclub (morgen) *hust*
Mal gucken. Vielleicht erwacht die Lust am Schreiben und Lesen ja bald wieder 🙂
Zeiten, in denen 25 Minuten Klemmen an den Brustwarzen mit der Angst verbunden sind, dass der Körper beim Abnehmen einfach aufgibt und es schwarz vor Augen wird. Zeiten, in denen man sich mit dem üblichen Vibrator zähe Minuten bis zum Beinahe-Orgasmus zwingen muss, weil der Körper nicht möchte und der Kopf schon garnicht. Zeiten, in denen so dumme Kommentare wie der von gestern Nacht (siehe Eintrag davor), einem einen ganzen Tag versauen und man ein Treffen mit Freunden absagt, um vor Ärger, Wut und Trauer alleine auf der Couch vor sich hin zu weinen und zu fluchen.
Ich weiß, ich bin einfach erschöpft. Ich spüre die Auswirkungen, sorge für genug Essen und Freude, um nicht abzurutschen. Verschlafe die Tage, um die schlaflosen Nächte auszugleichen.
Das wird noch anhalten. Erst die Prüfungen, dann ein gesundheitliches Problem, ich denke, vor März werde ich keine wirkliche Ruhe finden.
Für euch, liebe Leser, tut es mir ein bisschen leid. Ich habe einen halbfertigen Beitrag über die Secret Night und einen geplanten Beitrag über mein letztes Date. Aber ich schiebe alles vor mir her, schreibe immer ein paar Sätze, finde keinen Flow. Daher müsst ihr leider erstmal mit sowas hier klarkommen.
Ein Auszug aus einem Gespräch, das ich diese Woche mit meiner Swingerclubbegleitung R geführt habe:
Ich: “Ich weiß nicht, aber ich hatte immer die Idee, dass man sich vor mir ekeln muss, dass man mich nicht anfassen will. Daher wundere ich mich noch immer, dass sich Leute mit mir verabreden und tatsächlich mit mir schlafen wollen. Ich habe keine Ahnung, woher dieses Gefühl kommt. Mir wurde das jetzt nicht von Eltern oder anderen tatsächlich eingeredet.”
Die ersten Male nackt vor anderen Menschen, vor meinen Partnern, waren unglaublich hart. Bei meinem jetzigen Mann habe ich damals geweint vor Scham. Mit, ich glaube, 19 Jahren. Ich war sehr lange davon überzeugt, dass ich nicht liebenswert sei und diese ganze Liebe-Sex-Beziehungskiste nichts für mich ist oder jemals sein wird. Und ich war vollkommen geschockt, als mich mein späterer erster Freund bei einem gemeinsamen Schwimmausflug nicht nur optisch ertragen, sondern auch berührt hat. Die erste Annäherung, ein Streicheln über den Arm. Ich habe ihm Monate später davon erzählt, wie heftig dieser Moment für mich war, wie verwirrend, unangenehm und doch schön, wie angstbeladen. Als ich ihm meine Gefühle und meine Idee, dass ich eklig sei, schilderte, war er irgendwo zwischen traurig und wütend darüber, dass ich mit diesem Bild von mir bisher durchs Leben gehe.
Mittlerweile ist es leichter und zumindest in BDSM-Kreisen fallen da die Hemmungen. Der Herr hat mich ausgewählt und ich stelle seine Entscheidung nicht in Frage.
Aber ich weiß, ich bin da nicht alleine mit solchen schmerzhaften Selbstbildern. Und ich weiß, es braucht keine 135 Kilo auf der Waage, um sich ängstlich, verunsichert, abartig zu fühlen.
Aber woher sowas kommt?
Heute Abend, bei einer Unterhaltung im erweitertenFreundeskreis, ging es um eine Band, die bei Konzerten Frauen aus dem Publikum auswählt, die sich dann auf der Bühne entkleiden. Ich habe den O-Ton nicht mehr im Ohr, aber es ging neben den gutaussehenden Damen dann auch um die übergewichtigen, eher unansehnlichen. Und da fiel das Wort, dass mich so beschäftigt. “Ich find das ja eklig.”
Ok, danke. Case closed. Woher sowas kommt? Von solchen kurzen Kommentaren. Es bleibt im eigenen Kopf ja nicht bei dicken, nackten Frauen auf einer Bühne. Es wandelt sich zu generell dicken Frauen, angezogen, im normalen Leben.
Ich bin mitterweile so unglaublich dankbar für meine Partner, Freunde, Gefährten, die mir auch heute noch zwischendurch klarmachen müssen, dass ich ok bin. Das man mich zur Begrüßung umarmen kann, auch wenn ich ein wenig verschwitzt bin. Das ich nicht hässlich bin. Nicht weniger wertvoll. Das ich ein Anrecht auf Liebe und Lust habe. Mich nicht verstecken muss. Ich nicht anders bin.
Und ich habe keinen Bock auf solch oberflächliche Scheiße in meinem Freundeskreis. Weil es einfach weh tut. Es tut weh, so etwas zu hören. Und es tut weh, dass andere sowas schweigend hinnehmen.
Dieser Moment, wenn die einzige Info in deinem SZ-Profil die ist, dass du vergeben und nicht auf der Suche bist, und sich jemand meldet mit “Ich finde dein Profil für mich sehr interessant. Hast du schon jemanden gefunden?“
Passend zu meinem Tweet heute gibt es einen aktuellen Beitrag im Blog der Ophelia 🙂