I’ve got a life beyond emulation – Eine Liebeserklärung

Als ich mit dem Thema BDSM begann, ging ich sehr offen damit um. Schon damals gab es einen Blog, einige Freunde kannten ihn, ich redete darüber. Es ist in dieser Zeit viel passiert und es lag nicht nur an meiner Offenheit den falschen Menschen gegenüber, aber ich habe einen hohen Preis bezahlt.

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99 Periode 9: Ein Date mit C

Bei den Göttern, wir waren verdammt nah dran.

Zu zweit in meinem Bett, in meinem Chaos. Ich hatte ihn eingeladen, nachdem wir nicht nochmal so ein Erlebnis im Swingerclub haben wollten wie bei unserem letzten Besuch dort. Wir hatten einen sehr schönen Abend bei mir, haben viel geredet, in immer weniger Klamotten auf der Couch gefläzt und schließlich einen Porno eingelegt, wie man das so macht, wenn man einen Gast im Haus hat =D Dabei genoss ich nach kurzer Zeit seinen Schwanz in meinem Mund und seine Hand in meinen Haaren, die mich tiefer in seinen Schoß drückte.

Irgendwann verschwanden wir ins Schlafzimmer. Der Sex tat weh, wie auch das letzte mal. Als er in mich eindrang hatte ich das Gefühl, er reißt mich einfach auf. Aber ganz ehrlich, dieses Gefühl ist verdammt geil, der Schmerz ist verdammt geil. Da ich schon wusste, was da auf mich zukommt, war ich diesmal wenigstens nicht vollkommen schockiert und sprachlos, sondern konnte dieses Gefühl genießen =D

Ich muss aber auch sagen, ich mag seine Finger noch lieber. Er fingert so verdammt gut. Dabei verliert man leider jedes Zeitgefühl, aber es war sehr lang und ausführlich, und ich habe viele, viele neue Stufen auf dem Weg zum Orgasmus entdeckt. Jede einzelne war wunderschön =) Und wir waren wieder ein Stück näher, verdammt nah.

Und wisst ihr, was das Schöne ist an Übernachtungsgästen? Man kann morgens einfach mit dem Sex der Nacht weitermachen. Und im Bett frühstücken 😉

Danke für’s Kommen und Erscheinen, lieber C =)

Mein Laster Anfang

In der Sklavenzentrale kann man im Profil angeben, in welchem Alter man von seiner Vorliebe für den BDSM-Bereich wusste. Das jüngste Alter, dass man dabei angeben kann, ist mit 6 Jahren. Das brachte mich auf die Idee, mal nachzuvollziehen, wann und durch welche Einflüsse ich mich mit BDSM beschäftigt habe.

Ich kann das an einzelnen Filmen und einem Zeitungsartikel festmachen, was mir erlaubt, das zeitlich wirklich einzuordnen. Verzeiht, wenn ich dabei mindestens zweimal in die etwas schundigere Filmkiste greife. Als Kind ist man nicht so anspruchsvoll.

Wir befinden uns ein Stückchen in der Vergangenheit, Mitte der 90er. Klein Tara, Jahrgang 1987, guckt alles mögliche, wenn die Eltern nicht zuhause sind, und liest alles, was sie in die Finger kriegt.

Warum ich heute wieder auf diese Idee kam, lag an dem spontanen Gedanken an Rosemarie Nitribitt. “Das Mädchen Rosemarie”, nicht der Film von 1958, sondern die Bernd Eichinger Qualitätsproduktion aus dem Jahre 1997. Der mit der nackten Nina Hoss. Es geht um Missbrauch und Prostitution, um die Macht, die einem Sexualität verleiht, und die gleichzeitige Ohnmacht, ist es doch ein schmutziges, gesellschaftlich schwieriges Thema. Ganz ehrlich, den würde ich mir heute noch ansehen. Ganz im Gegensatz zum nächsten Kandidaten:

Natalie – Endstation Babystrich. Der war richtig schlecht. Aber Sex war damals nun mal  ein Thema für mich. Ich hatte in der dritten Klasse mit der Bravo angefangen, wie das so rein körperlich funktioniert wusste ich bereits mit 5 Jahren, und dann lief da ein Film über einen schlechten Mann, der ein junges Mädchen ausnutzt und es in die Prostitution drängt. Mein Problem war vermutlich eher, dass in meinem Alter kein anderer etwas mit meinen Gedanken anfangen konnte. Aber das war ok, ich war ein Bücherwurm, da hatte ich genug Freunde, Ideen, Input. Ich habe alles gelesen, was ich gefunden habe.

Auch den Spiegel, Ausgabe 05, Jahrgang 1996. Ein Interview mit Wolfgang Joop. Was sich nicht eingebrannt hat: der Artikel. Was sich eingebrannt hat: das Bild der Wand mit den Glory Holes und der Bildunterschrift “Homosexuelle bei anonymem Sex”. Diesen Satz vergesse ich vermutlich niemals. Bei beiden Pornokino-Besuchen war es das Bild vor meinen Augen. Eine Spur hat der Artikel doch hinterlassen: Ich habe damals, mit acht Jahren, festgestellt, dass Heterosexualität total schwachsinnig ist und habe meiner Mutter erklärt, dass ich bisexuell bin. Weil: stell dir vor, der eine Mensch, der eine, wahre Mensch für dich, hat dummerweise auch dein Geschlecht. Wie dämlich wäre es da, einen auf hetero zu machen?

Spätere Literatur war natürlich nahrhafter. Anais Nin. Henry Miller. Se Sade. Pauline Réage. Das kam dann alles so ab dem vierzehnten Lebensjahr.

Und dann war da noch dieser eine Film.

Freitag, 23 Uhr, Klein-Tara, irgendwo um die zehn Jahre alt, ist das erste Mal so lang alleine abends zuhause. Meine Eltern wollten um 22 Uhr zurück sein, aber nein, es wurde später. Und so lief der Fernseher nach (ich glaube) Indiana Jones noch weiter. Ich hatte Angst, das weiß ich noch. Ich hatte furchtbare Angst, dass meine Eltern einen Unfall hatten und irgendwo liegen, dass sie nicht zurückkommen, und der Gang ins Bett, so voller Angst und Einsamkeit, war einfach nicht möglich. Also Decke, Sofa, weinen, irgendwas gucken. Und dann kam Tokyo Dekadenz. Bis heute einer meiner Favoriten. Ich habe Jahre gebraucht, um diesen Film wieder zu finden, mein erster Freund hat mir schließlich eine gebrannte CD in die Hand gedrückt mit den Worten “Du suchst doch diesen Film, guck hier mal rein”. Und tatsächlich. Interessanterweise hatte er ihn über das für den Europäer wohl unwichtigste Detail in diesem Film gefunden. Ich wusste noch, dass die Protagonistin einen Ring mit teurem Stein kauft und bei einem Kunden vergisst. Und dieses Details war es, dass meinen damaligen Freund zu dem Film “Topazu” führte, “Topaz”, wie er im Original heißt. Hier geht es ganz klar um BDSM, es geht um Demütigung, FemDom, MaleDom, NS, Würgespiele und so weiter. Das ganze gewürzt mit Drogen, Alkohol und Vibratoren, und einer eigentlichen Hauptgeschichte, die für den nicht-asiatischen Zuschauer in diesem ganzen perversen Zeug verschwindet. Denn eigentlich geht es um die Einsamkeit inmitten dieser Szenerie.

Das war jetzt eine krude Mixtur aus Einflüssen. Insgesamt ist es irgendwie diese Mischung, die ich im Kopf habe, wenn man mich nach dem Anfang fragt, nach den Wurzeln des Kopfkinos. Das waren die ersten Filme, aus denen sich weiteres entwickelt hat. Dabei möchte ich mich jetzt nicht mit der Tatsache beschäftigen, dass ich in dem Alter vermutlich nichts von all dem hätte sehen sollen. Es ist passiert und hier bin ich heute, so wie ich bin.

 

Tiefer, bitte: Ein Date mit A

Ich bin selten spontan, gerade was Dates angeht brauche ich Vorlauf und ein wenig Ruhe. Allerdings gibt es da eine Ausnahme, nämlich wenn A zufällig in einem passenden Zeitfenster in meiner Nähe auftaucht. Er genießt diesen Vorteil, da wir uns zum einen mittlerweile relativ gut kennen und ich ihn zum anderen einfach sehr mag =3 Bei ihm bin ich nicht mehr nervös, ich kann mich entspannen und einfach wohlfühlen.

So geschah es einen Tag nach dem Date mit C, also hetzte ich ein wenig durch mein Tages-Programm, um mir abends meine Tasche zu schnappen und in die nächste Stadt zu fahren. Wir trafen uns in einem Hotel, in dem er Dank einer Airline gestrandet war und testeten das Hotelbett 😉

Ich lag auf den Rücken, den Kopf über der Bettkante weit in den Nacken gelegt. Er stand über mir, schob seinen Schwanz tief in meinen Hals. Konzentration auf dieses Gefühl, nicht Atmen können, der Kampf gegen die verkrampfenden Muskeln. Dann der Wechsel, er zieht sich zurück, ich sauge an seinen Hoden, lecke über den Damm und tiefer, während seine Hand zwischen meine Beine gleitet, sie spreizt, in mich eindringt. Dann wieder der Stoß in meinen Hals.

Es war einfach geil <3 So tief in meinem Mund, so fest umschlossen, gleichzeitig dieses Gefühl, benutzt zu werden, sich nach seinem Rhythmus richten zu müssen. (Ich würde das gerne mal ausführlicher machen, ich möchte, dass du dabei kommst <3)

Danach:

Er kniete hinter mir, ich krallte mich in das Bettlaken, freundete mich damit face to face sehr intensiv an, während ich mit den Tränen kämpfte. Es tat so weh, wenn er zustieß! C hatte seine Spuren hinterlassen, mein Körper war mit dieser erneuten heftigen Behandlung nicht einverstanden. Mein Kopf dagegen war total begeistert, diese Kombination der Schmerzreize, das Wissen, dass diese Schmerzen auch durch den Mann davor verursacht werden, der Wunsch, trotzdem A gerecht zu werden und ihn nicht zu enttäuschen… Die masochistische, devote Tara jubilierte und drückte sich gegen ihn, wollte ihm mehr Raum, mehr Tiefe geben um ich noch intensiver zu spüren, wenn er kommt. Und so kam er dann auch 🙂

Ok, die anderen Taras ächzten sich müde und erschöpft durch den nächsten Tag, aber das war es absolut wert.

Ein ganzes Pantheon: Ein Date mit C

Es hat ein wenig gedauert, bis C und ich tatsächlich zueinander fanden. Über Twitter lernten wir uns kennen, liefen uns bei einem Event in einem Club über den Weg, man war sich sympathisch. Nur an der Terminfindung scheiterte es. Jetzt hatte es endlich geklappt und wir trafen uns am Sonntag, um gemeinsam einen Swingerclub zu besuchen.

Ich muss noch immer lächeln, wenn ich an Sonntag denke. Nicht nur, weil der Sex gut war, seine Finger auf meinem Körper, die Küsse.

Ich küsse so selten. Batman mochte es nicht gerne, mit A ist das irgendwie… Hmm… Und jetzt mit C war das einfach so entspannt. So schön! Dieser erste Moment der intimen Berührung, der Kuss, fegt mir den Kopf leer und lässt mich ein wenig schwebend zurück. Das ist einfach wunderschön! Sollte ich viel häufiger machen.

Seine Finger, oh, die sind sehr gut. Mittlerweile liebe ich es einfach, gefingert zu werden, und mit ihm macht das sehr viel Spaß. Orgasmus, ich krieg dich noch, warte nur ab! Er war verdammt nah dran. Er kann das lange und ausdauernd und hält das auf einem Level, der einfach unglaublich geil ist. Ich war nicht überreizt, ich wollte einfach nur mehr, immer mehr.

Der Sex. Krass. Sehr. A ist ja schon gut ausgestattet, aber C spielt da nochmal eine Liga höher. Ich war sprachlos und er hat sich, glaube ich, ein wenig Sorgen gemacht, als ich da mit schmerzverzerrtem Gesicht lag, vollkommen still. Aber es war ein guter Schmerz, ein sehr guter 🙂

Was mich zum Lächeln bringt, ist das Gefühl von Zuneigung und Vertrauen. Ich bin nicht der Kuschel-Typ, suche nicht so oft Körperkontakt, wenn man nebeneinander sitzt und sich unterhält, meine Wohnung ist ein Tabu, mein Bett absolut. Das könnte sich jetzt ändern. Und ich fänd es toll 🙂 Ich habe mich so wohl gefühlt bei ihm, angenommen, entspannt, egal ob nun auf der Matratze oder beim Quatschen beim Essen.

Leider hatte der Besuch im Club auch eine nicht schöne Seite, uns fehlte Privatsphäre. Trotz deutlicher Signale gab es im Club die eine oder andere Klette, die wieder und wieder vorbeistromerte, um sich in einem Meter Abstand zu wichsen. Zuschauer, die ab dem ersten Kuss an einem klebten. Spontan eine Armlänge entfernt auf der Matratze saßen. Das kannte ich bisher nicht und ich finde es sehr schade. Spontanes mitmachen am HÜ-Abend ist kein Thema, aber einen Relax-Sonntag möchte ich so nicht nochmal erleben.

Dabei kann das auch anders sein. Wir hatten einen Zuschauer, den ich nur gehört habe. C lag neben mir, ich vibrierte mit weit geöffneten Beinen unter seinen Fingern und hörte die Erregung eines anderen. Hörte sein Atmen, sein Keuchen, seine Reaktion auf mein Stöhnen. Das war einfach perfekt und unfassbar geil.

Und ja, ich habe verdammt oft “Oh Gott” gestöhnt, er kam auf mindestens zwei Dutzend mal. Und jedes hat er sich ehrlich verdient =D