Retrospektive II: Das Grün der Wiesen

Entstanden im selben Zeitraum wie Privat I. Jung, verliebt, wirklich, wirklich verliebt

<3


Das Grün der Wiesen

„Wunderbar! Guck dir mal den Bach da unten an! Hier ist
es wirklich schön!“
„War eine gute Idee hier rauszufahren, oder?“
Hier sollten wir also unser Wochenende verbringen, in
einem kleinen Ort im grünen Nirgendwo. Es war nicht
schwer die Erlaubnis unserer Eltern zu bekommen, denn
nach den vielen Prüfungen gönnten sie uns ein
Entspannungswochenende. Von dem eigentlichen Grund
hierher zu kommen wussten sie allerdings nichts, den
sollten sie erst viel später erfahren. Woher sollten
unsere lieben Erzeuger denn auch wissen, dass wir in
diesen Tagen unser Einjähriges feiern? Ein Jahr voll
Liebe, Glück und Wärme, doch leider nur leise am Telefon gehaucht, in kleinen Briefen bestätigt und bei Treffen heimlich erneuert. In dem kleinen, spießigen Ort, dem unsere Kindheit gehörte, wollen wir uns nicht outen. Zuviel wäre in Gefahr geraten.
Doch dies alles verdrängte ich nun oder versuchte es
zumindest. Wir nahmen unsere beiden Taschen und gingen zur Anmeldung.
„Guten Tag die Damen, kann ich ihnen helfen?“
Der ältere Herr hinter der Theke lächelte uns freundlich an.
„Ja, wir hatten ein Zimmer reserviert, auf den Namen
Steiner“
Dass du mir in dem Moment zu zwinkertest
verstand ich nicht. Noch nicht.
„Hm, ein Moment bitte“
Er ging mit seinem Fingern die
Liste durch, fand anscheinend unsere Reservierung,
zögerte kurz.
„Ah, ja, da haben wir sie ja, Zimmer 18.
Allerdings ist das ein Doppelbettzimmer. Da muss ein
Fehler in der Reservierung vorliegen. Das haben wir
gleich…!“
Von wegen Fehler! Ich grinste verlegen.
„Ach Gott, machen sie sich keine Umstände. Wir sind wie Schwestern, eine Nacht in einem Doppelbett wird uns schon nicht umbringen.“ Im Gegenteil!
„Nun ja, dann nehmen sie das Zimmer!“ Nichtsahnend fiel
der Mann auf den angeblichen Reservierungsfehler herein und gab uns den Schlüssel, mit dem kalten und schweren Kugelanhänger mit einer roten 18 darauf.
„Das Zimmer liegt im ersten Stock, ganz hinten rechts. Abendessen gibt es um 20 Uhr.“
„Dann bis heute Abend!“
Wir gingen die Treppe hinauf, das Gepäck geschultert, zu unserem Zimmer.
„Jaja, Doppelbett! Du hast Ideen!“
„Wir haben doch was vor, oder etwa nicht? Außerdem soll es heute Abend einfach mal schön sein, damit du deine Sorgen vergisst. Da bist so nachdenklich in der letzten Zeit.“
Das stimmte, ich hatte immer Angst, dass man das enge
Band zwischen uns entdeckte und zerstörte.
Wir hatten das Zimmer erreicht. Es war gemütlich und
geschmackvoll eingerichtet. Wir stellten die Taschen ab und sahen uns um. Neben dem hellen, vom warmen
Sonnenlicht durchfluteten Raum gab es ein Badezimmer mit großer Badewanne, was sehr selten war in so kleinen Hotels. Ich ging zurück in den eigentlichen Raum und sah, dass du eine Flasche Sekt in der Hand hattest.
„Für heute Abend…!“
Als ich den Balkon betrat kamst du hinterher.
„Sieh dir mal die Aussicht an!“
Vor uns erstreckte sich ein weites Tal, in dem überall
kleine Dörfer zwischen den Wäldern und Feldern zu sehen waren. Die Wiesen dazwischen leuchteten in der Sonne in allen Grüntönen, mal blassgrün, dann wieder kräftig und satt. Mir schien es, als würde diese Farbe der Hoffnung eine Wärme ausstrahlen, die sich tief in mein Herz grub.
Ein plötzlicher Windstoß trug den angenehmen Duft des
Grases zu mir. Ich spürte den Hauch am ganzen Körper und bekam eine Gänsehaut. Er fühlte sich wie deine Hand an, die über meine Brüste, meinen Bauch, meine Beine fuhr. Ich drehte mich ruckartig zu dir um, umarmte dich und gab dir einen vielleicht zu heftigen Kuss. Du warst total perplex, denn auch dich hatte diese wundervolle Farbe der Umgebung ergriffen. Als ich deine Hände auf meinen Rücken spürte, wie sie mich an dich drückten und du den Kuss zärtlich erwiedertest fühlte ich mich unwahrscheinlich geborgen und deine Wärme nahm von mir Besitz.
Ich liebte dieses Gefühl, wenn unsere Zungen miteinander spielten, sich umwarben. Es erinnerte mich immer an einen Tanz, der jedoch kunstvoller und sinnlicher war als jeder andere. Dieser Moment, in dem unsere warmen, feuchten Zungen aufeinander trafen, war für mich intimer als jeder andere Akt der Vereinigung.
Irgendwann lösten sich unsere Münder voneinander, doch ich hielt mich noch einen Moment an dir fest. Dieses Gefühl, deinen warmen Körper an den meinen gepresst, wollte ich ewig in mir bewahren. Nachdem ich dich losgelassen hatte, blicktest du mir tief in die Augen. Deine waren von einer solchen Schönheit, wie ich sie nicht beschreiben kann. Man konnte sich in ihnen verlieren, finden, neu entdecken. Du gabst mir einen Kuss auf die Stirn.
„Komm, wir sehen uns die Gegend ein wenig an. Wir müssen zumindest ein paar Fotos mit nach Hause bringen.“
Also nahmen wir den Fotoapparat und wanderten durch den nahen Wald. Bäume, Vögel, ein Bach, seltsam geformte Steine, die Aussicht. Wir machten die üblichen Fotos. Der Waldweg war dunkel und einsam, daher gingen wir Hand in Hand, wie zwei kleine Mädchen, die sich fürchteten. Wir genossen jede Sekunde dieses unschuldigen Körperkontaktes und küssten uns von Zeit zu Zeit. Es war wunderbar ruhig. Der Wald war von einem dunklen Grünton erfüllt, den ich noch nie so kräftig wahrgenommen hatte. Der alles durchdringende erdige Geruch stieg uns beiden in die Nase, während wir ein paar kleine Fische im Bach beobachteten. An den wenigen Stellen, an denen sich die Sonne einen Weg bis zum Erdboden bahnen konnte wuchsen helle, fast grellgrüne Pflanzen. Ich liebte diese Farbenvielfalt unserer Hoffnungsfarbe.
Langsam machten wir uns auf den Rückweg, denn wir wollten uns noch vor dem Abendessen umziehen.
Im Hotel suchten wir uns die Kleidungsstücke aus unseren Taschen raus
und zogen uns um. Ich verschwand, nur mit Unterwäsche am Körper, kurz ins Bad um mich zu waschen und zu schminken. Ich trocknete gerade mein Gesicht ab, als ich plötzlich deine Arme um meine Schultern spürte,
deine Lippen auf meinem Hals. Ich lehnte meinen Kopf zurück, schloss meine Augen und flüsterte:
„Da hast mich erschreckt! Warte ich wasche mich…“ Doch du legtest mir einen Finger auf den Mund. Dein Mund liebkoste meinen Hals, während dein Finger von meinem Mund weiter hinab über meine Brüste zu meinem Bauch glitt. Als er in meinen Slip hinein fuhr stockte mir kurz der Atem und du zogst den nun nassen Finger heraus.
„Hm, du weißt also, was dich später erwartet!“
Dein Lächeln war eindeutig.

In dem Saal, in dem gegessen wurde standen an die 30 Tische. Fast alle waren besetzt, doch der freundliche Herr vom Empfang hatte uns einen kleinen Tisch für zwei Personen in einer Ecke des Raumes freigehalten.
Die Atmosphäre in diesem Raum war entspannt, die Möbel passten wunderbar, das Licht war in Farbe und Helligkeit auf die Umgebung abgestimmt. Die Tischdecken waren weiß und sehr groß, daher hingen sie bis auf den Boden.
Dies veranlasste dich dazu deine Schuhe unter dem Tisch abzustreifen und mich vorsichtig und ungesehen unter dem Tisch zu streicheln. Ich spreizte meine Beine ein wenig und deine Füße zogen eine kribbelnde Spur über meinen Innenschenkel bis zu dem Punkt, an dem sie sich trafen. Ich spürte durch die dünne Hose genau, die heiße Spur deiner Berührungen. Während dessen hast du seelenruhig weitergegessen und dich nicht dadurch stören lassen, dass ich rot wurde. Das Knistern zwischen uns war deutlich zu spüren und wir machten, dass wir auf unser Zimmer kamen. Dort angekommen fielen wir regelrecht übereinander her. Noch während des langen, leidenschaftlichen Kusses versuchten wir uns gegenseitig die Kleider vom Leib zu reißen. Nachdem uns dies mit einigen Mühen gelungen war standen wir beide nackt im Zimmer. Wir standen nur da, sahen uns in die Augen und lächelten. Noch einmal küssten wir uns, vermischten sich unsere Säfte. Wir drückten uns ganz eng aneinander. Ich spürte deine wunderbar weichen Brüste an den meinen, dein samtener Bauch, der mit jeden Atemzug leicht gegen meinen drückte, deinen ebenfalls innen feuchten Schoß gegen meinen gepresst.
Der Kuss zog sich unendlich lang hin und unsere Finger erkundeten die uns wohlbekannten Körper. Jede deiner anregenden Rundungen wurde für mich zu einem Berg, den ich erklimmen wollte, jedes noch so kleine
Grübchen zu einem Tal, das ich erforschen wollte. Deine Hände streiften über meinen Rücken, die Wirbelsäule hinunter und an meinen empfindlichen Seiten wieder herauf. Schauer von Gänsehaut jagten über meinen Körper.
Nur langsam begaben wir uns zum Bett. Die weiche Matratze empfing uns warm und weich und zuerst verkrochen wir uns unter der Decke. Dies hielt uns natürlich nicht davon ab, uns gegenseitig zu berühren und zu liebkosen. Doch nach einer gewissen Zeit wurde uns warm und wir warfen die Decke aus dem Bett. Unsere Körper glühten vor Freude und Erwartung.
Meine Zunge glitt von deinem Mund hinab zu den schönen Brüsten. Ich spielte mit deinen Brustwarzen, streichelte und leckte sie. Als ich an ihnen sog und sie gleichzeitig mit der Zunge umspielte
wurden sie hart und richteten sich auf. Meine Finger hatten sich da schon weiter vorangetastet. Deine nasse Pforte wartete bereits auf meine Hand. Ich streichelte deine empfindsame Perle und als ich dazu sanft in dich eindrang und du stöhnen musstest wusste ich, dass du bereit warst.
Ich legte mich auf den Rücken und du nahmst Platz auf meinem Schoß. Deine Zunge füllte meinen Mund fast vollständig aus und deine Brüste streiften meine. Meine Brustwarzen hatten es deinen bereits gleichgetan
und reckten sich dir entgegen. Deine Hände jedoch wanderten in meinen erwartungsvollen Schoß. Ich spürte, wie deine Finger sanft in mich eindrangen. Auch mein Spalt war bereits weit geöffnet. Du verändertest deine Position erneut: du drehtest dich so herum, dass sich deine Vagina direkt über meinem Gesicht befand und du meine mit deinem Mund
liebkosen konntest. Wir liebten diese Position, da sie uns beide eine unvorstellbare Befriedigung brachte.
Wir bewegten unsere Zungen und Finger im gleichen Rhythmus, immer tiefer in uns hinein. Mit jedem deiner Stöße wurde mir wärmer, das Kribbeln in mir stärker. Durch heftiges Zucken und leises Stöhnen trieben wir uns gegenseitig an, jagten von einer emotionalen Höhe zur nächsten. Wir klammerten uns aneinander fest. Deine Finger kitzelten mich ganz tief in mir, deine Zunge umspielte meine Klitoris, was mich fast in den Wahnsinn trieb. Es fiel mir schwer, mich auf meine Bewegungen in dir, auf deinen Höhepunkt zu konzentrieren, und doch schaffte ich es.
Dein Zucken wurde immer stärker und schneller, doch meine Finger trieben das Spiel nur noch heftiger. Ich spürte dein Verlangen nach mehr, ebenso wie du meines wahrnahmst. Auch mein Unterkörper reagierte auf jede deiner Bewegungen. Deine Finger schnellten aus mir heraus, nur um sofort wieder in mich einzudringen, deine Zunge leckte meine kleine Perle, den Knotenpunkt der Lust. Wir kamen fast gleichzeitig zum Höhepunkt. Es war ein wundervolles Gefühl, diesen Moment mit dir, meiner großen Liebe zu teilen. Unsere Körper hörten nicht mehr auf uns, drückten sich aneinander, zitterten. Ich streichelte meine Brüste und genoss diesen magischen Moment, in dem dieses wundervolle Kribbeln, dieses Gefühl des Schwebens, wieder zurückging und meine Sinne wieder in der Wirklichkeit ankamen.
Als ich meine Augen wieder öffnete, hattest du dich bereits umgedreht. Deine Lippen umschlossen meine, deine Zunge öffnete sie und suchte sich ihren Weg zu der meinen.
Wir lagen nur da, sahen uns an, streichelten uns, versanken in Küssen.

Als ich einige Stunden später neben dir einschlief, dachte ich nochmals an das hoffnungsvolle Leuchten der Wiesen, die sich gerade vom Mondlicht verzaubern ließen.

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